Rund um die Schwangerschaft ranken sich unzählige Mythen – von der Haarfarbe bis zur Herztonfrequenz. Manches ist harmloser Aberglaube, anderes verunsichert unnötig. Hier trennen wir bei den bekanntesten Mythen Wahrheit von Legende.
Mythos: Haare färben gefährdet das Baby
Die Sorge ist weit verbreitet, aber meist unbegründet: Beim Färben gelangt nur sehr wenig der Inhaltsstoffe in den Körper. Wer ganz sichergehen möchte, wartet das erste Trimester ab, nutzt sanftere Produkte und sorgt für gute Belüftung.
Weitere bekannte Mythen
- „Sodbrennen bedeutet viele Haare beim Baby“: ein netter Spruch, mehr nicht.
- „Die Herzfrequenz verrät das Geschlecht“: wissenschaftlich nicht haltbar.
- „Du musst für zwei essen“: Es zählt die Qualität, nicht die Menge – siehe Ernährung.
- „Bei Übelkeit ist es ein Mädchen“: reine Spekulation.
Im Zweifel nachfragen
Bei echten Unsicherheiten ist die Frauenärztin oder Hebamme immer die bessere Adresse als Halbwissen aus dem Bekanntenkreis. So gehst Du entspannter durch die Schwangerschaft.
Häufige Frage
Darf ich mir in der Schwangerschaft die Haare färben?
In der Regel ja. Viele warten dennoch das erste Trimester ab und greifen zu schonenden Mitteln – das ist eine persönliche Entscheidung.
Drei Mythen, bei denen tatsächlich etwas dran ist
Nicht jede Warnung aus dem Bekanntenkreis ist Aberglaube. Katzen zum Beispiel: Der Rat, das Katzenklo abzugeben, hat einen realen Kern, weil über Katzenkot Toxoplasmose übertragen werden kann. Die Katze muss trotzdem nicht ausziehen – es genügt, das Klo von jemand anderem reinigen zu lassen und Gartenerde nur mit Handschuhen anzufassen.
Auch beim Kaffee ist etwas dran: Nicht verboten, aber begrenzt auf etwa zwei bis drei Tassen am Tag, weil Koffein die Plazenta passiert. Und die Sauna ist bei unkomplizierter Schwangerschaft erlaubt, sofern man es gewohnt ist – kürzer, weniger heiß und nie allein. Wer vorher nie saunieren war, fängt jetzt besser nicht damit an.
Stimmt es, dass man in der Schwangerschaft keinen Fisch essen darf?
So pauschal nicht. Roher Fisch und geräucherter Lachs sind wegen Listerien tabu, gegarter Fisch dagegen ausdrücklich empfehlenswert. Nur bei großen Raubfischen wie Thunfisch, Hai oder Schwertfisch ist Zurückhaltung sinnvoll, weil sich dort Quecksilber anreichert.
