Ein Pflegekind aufzunehmen bedeutet, einem Kind vorübergehend oder dauerhaft ein sicheres Zuhause zu geben, ohne dass die rechtliche Verbindung zur Herkunftsfamilie vollständig endet. Das unterscheidet die Pflege grundlegend von der Adoption. Hier erfährst Du, welche Voraussetzungen Pflegeeltern erfüllen müssen, wie hoch das Pflegegeld 2026 ist und wie die Aufnahme abläuft.
Pflegekind oder Adoptivkind – wo liegt der Unterschied?
Bei einem Pflegekind behalten die leiblichen Eltern in der Regel zumindest einen Teil des Sorgerechts; das Kind kann grundsätzlich in seine Herkunftsfamilie zurückkehren. Als Pflegeeltern übernehmt ihr die alltägliche Erziehung und Versorgung, seid aber rechtlich nicht die Eltern. Bei einer Adoption hingegen wird das Kind dauerhaft und vollständig zum eigenen Kind.
Welche Formen der Pflege gibt es?
- Vollzeitpflege (§ 33 SGB VIII): das Kind lebt dauerhaft oder für längere Zeit in der Pflegefamilie.
- Bereitschaftspflege: kurzfristige Aufnahme in akuten Krisensituationen.
- Kurzzeit- und Wochenendpflege: zur Entlastung der Herkunftsfamilie.
- Sonder- oder heilpädagogische Pflege: für Kinder mit besonderem Förderbedarf.
Voraussetzungen für Pflegeeltern
Starre Altersgrenzen gibt es nicht. Das Jugendamt prüft Deine Eignung: stabile Lebensverhältnisse, ausreichend Wohnraum, Zeit, Belastbarkeit und die Bereitschaft, mit der Herkunftsfamilie und dem Pflegekinderdienst zusammenzuarbeiten. Auch Alleinstehende sowie unverheiratete und gleichgeschlechtliche Paare können Pflegeeltern werden.
Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?
Pflegeeltern erhalten ein monatliches Pflegegeld, das aus zwei Teilen besteht:
- den materiellen Aufwendungen für Ernährung, Kleidung, Wohnen, Körperpflege und Taschengeld – je nach Alter des Kindes etwa zwischen 760 und 1.070 Euro im Monat,
- dem Erziehungsbeitrag als Anerkennung der erzieherischen Leistung – für 2026 empfiehlt der Deutsche Verein rund 439 Euro monatlich, unabhängig vom Alter des Kindes.
Die genauen Sätze legen die Bundesländer und Kommunen fest, sie können also abweichen. Hinzu kommen bei Bedarf einmalige Beihilfen, etwa für die Erstausstattung. Das Pflegegeld ist keine Bezahlung, sondern soll den Aufwand für das Kind decken.
So läuft die Aufnahme ab
Du meldest Dich beim Jugendamt oder einem freien Träger, durchläufst die Eignungsprüfung mit Gesprächen und Vorbereitungsseminaren und wirst anschließend als Pflegefamilie vorgemerkt. Nach einer Vermittlung begleitet Dich der Pflegekinderdienst dauerhaft mit Beratung und Unterstützung.
Häufige Fragen zu Pflegekindern
Wie viel Pflegegeld bekomme ich 2026?
Je nach Alter des Kindes und Bundesland rund 760 bis 1.070 Euro materielle Aufwendungen plus etwa 439 Euro Erziehungsbeitrag pro Monat.
Kann ich ein Pflegekind später adoptieren?
Das ist in bestimmten Fällen möglich, hängt aber von der Situation der Herkunftsfamilie und einer erneuten Prüfung ab.
Habe ich als Pflegeelternteil Anspruch auf Elternzeit?
Ja, für Pflegekinder in Vollzeitpflege besteht in der Regel Anspruch auf Elternzeit; Elterngeld dagegen nur eingeschränkt – kläre das frühzeitig mit der zuständigen Stelle.
Hinweis: Die Beträge entsprechen Empfehlungen für 2026. Maßgeblich sind die Sätze Deines Bundeslandes bzw. Deiner Kommune.