Nackenfaltenmessung – was ist das eigentlich?

Der Winzling in deinem Bauch bildet gegen Ende des dritten Monats der Schwangerschaft ein Nackenödem aus, das heißt: Im Nackenbereich sammelt sich etwas Flüssigkeit an. Wenn das Lymphsystem und das Harnsystem etwas später beginnen, ihren Job zu tun, wird diese Flüssigkeit wieder abgeleitet und das Ödem verschwindet. Der Arzt kann das Nackenödem gut auf dem Ultraschall sehen, es zeichnet sich dort dunkel ab. Diese Tatsache ist sehr praktisch, denn was gut sichtbar ist, lässt sich auch leicht vermessen: Und genau das macht der Arzt bei der Nackenfaltenmessung (oder auch Nackentransparenzmessung) auf dem Ultraschallmonitor. Ein auffällig vergrößertes Ödem gibt sehr frühzeitig Hinweise auf eventuelle Fehlbildungen deines Kindes wie z.B. das Down-Syndrom (Trisomie 21). Daher ist die Nackentransparenzmessung eine wichtige Untersuchung der Pränataldiagnostik während der Schwangerschaft.

Wozu ist die Nackenfaltenmessung gut?

Die Nackenfaltenmessung (Nackentransparenzmessung) ist nichts weiter als eine Hilfestellung bei der Früherkennung von Fehlbildungen während der Schwangerschaft. Viele Kinder mit Down-Syndrom bilden zunächst eine vergrößerte Nackenfalte aus, aber auch autistisch veranlagte Babys können diese Auffälligkeit im frühen Entwicklungsstadium aufweisen. Wenn der Arzt bei deinem Kind eine vergrößerte Nackenfalte erkennt, steht aber noch lange nicht fest, dass es tatsächlich behindert sein wird, das Risiko für eine Behinderung ist allerdings größer. Der Arzt muss dann aber noch weitere Untersuchungen wie z.B. eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen, um die Entwicklungsstörung zu bestätigen. Bei einer Risikoschwangerschaft sind Fehlbildungen übrigens meistens wahrscheinlicher: Dies wäre ein zweiter Anhaltspunkt, dass tatsächlich etwas mit dem Kind nicht stimmt.

Wann sollte ich eine Nackenfaltenmessung machen lassen?

In der 12. SSW ist genau der richtige Zeitpunkt für die Nackenfaltenmessung (Nackentransparenzmessung), denn dann ist das Nackenödem besonders gut ausgeprägt und der Arzt kann die Nackentransparenz besonders gut messen. Vor der elften Woche macht die Messung noch keinen Sinn, nach der 14. Woche verschwindet das Ödem. Weil die Messergebnisse auch ein wenig schwanken können, bist du am besten damit beraten, den Arzt bei Auffälligkeiten die Untersuchung noch einmal wiederholen zu lassen, idealerweise an einem anderen Tag.

Welche Werte sind normal – und wo beginnen die Auffälligkeiten?

Ein idealer Messwert bei der Nackenfaltenmessung / Nackentransparenzmessung liegt je nach Schwangerschaftswoche etwa zwischen 1 und 2,8 mm. Was nur leicht darüber liegt, ist nicht besonders auffällig. Ab 3 mm liegt ein erhöhter Wert vor, von stark erhöht spricht man bei einem 6 mm großem Ödem. Umso älter die Schwangere bereits ist, desto niedriger liegt die Schwelle. Bist du bereits mehr als 35 Jahre alt oder gar über 40, wird dir dein Frauenarzt auch bei geringeren Abweichungen zu einer Chromosomenanalyse oder Fruchtwasseruntersuchung raten um eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) auszuschließen.

Wann ist eine Nackenfaltenmessung sinnvoll?

Wenn du zu den besagten schon etwas älteren werdenden Mamas gehörst, dann kann eine Nackenfaltenmessung / Nackentransparenzmessung durchaus angeraten sein. Auch bei bereits vorhandenen genetischen Besonderheiten in deiner Familie machst du nichts verkehrt, wenn du den Arzt um diese Untersuchung bittest.

Was kann ich mit dem Ergebnis der Nackenfaltenmessung anfangen?

Über einige Dinge solltest du dir im Voraus klar sein: Du könntest vielleicht ein falsch positives oder falsch negatives Ergebnis erhalten und am Ende vom Gegenteil überrascht werden. Außerdem kann eine Früherkennung von Chromosomenschäden (Trisomie 21 / Down-Syndrom) keine Fehlbildungen vermeiden, in den meisten Fällen geht es also eher um die Frage: Abtreibung – oder nicht? Wenn du dein Kind so oder so behalten möchtest, dann dient die Nackenfaltenmessung / Nackentransparenzmessung nur der reinen Information – im anderen Fall ist sie ein Teil deiner Entscheidungsgrundlage.

Wann bekomme ich das Ergebnis der Untersuchung?

Der Arzt wird dir bereits während des Ultraschalls sagen, wie groß die Nackenfalte deines Babys ist. Außerdem wird er dir seine Einschätzung darüber mitteilen, ob weitere Untersuchungen angebracht sind. Wenn du ein schlechtes Ergebnis befürchtest und nicht weißt, ob du damit klarkommst, dann nimm am besten deinen Partner oder eine gute Freundin mit zur Nackenfaltenmessung. So hast du eine emotionale Stütze, wenn es schwierig wird. Und vielleicht kann deine Begleitung auch ein paar klärende Fragen stellen, die dir im ersten Moment gar nicht einfallen.

Wer zahlt die Nackenfaltenmessung – und was kostet sie?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Nackenfaltenmessung / Nackentransparenzmessung nur in ganz bestimmten Fällen, die du vorher genau abklären solltest. Wenn du zum Beispiel bereits über 35 Jahre alt bist oder aus einem anderen Grund eine Risikoschwangerschaft vorliegt, dann kann es sein, dass die Krankenasse dir die Rechnung begleicht. Frag besser genau nach, denn die Kosten liegen ungefähr zwischen 70 und 200 Euro: Das ist für die meisten Schwangeren recht viel Geld, um es mal eben aus eigener Tasche zu zahlen. Jeder Arzt legt den Preis für die Nackenfaltenmessung selbst fest. Also ist natürlich auch ein Gespräch mit deinem Frauenarzt angesagt, der dich über seine Preisgestaltung informiert.

Gibt es ein Risiko bei dieser Untersuchung?

Die Nackenfaltenmessung geschieht per Ultraschall, sie wird darum nach derzeitigen medizinischen Erkenntnissen als risikolos angesehen. Das einzige Problem, über das du stolpern könntest, liegt darin, dass das Ergebnis nie völlig eindeutig ist. Eventuell wirst du eine Weile befürchten, dass dein Kind mit einer Behinderung zur Welt kommt, bis eine andere Untersuchung das Gegenteil bestätigt. Sei dir also sehr bewusst darüber, dass die Nackenfaltenmessung nur eine Tendenz anzeigt, keine festgemauerte Wahrheit!

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