Wenn die Geburt näher rückt, sollte die Kliniktasche bereitstehen – idealerweise ab der 34. Schwangerschaftswoche. Nicht, weil es dann schon losgeht, sondern damit Du im Ernstfall nicht suchen musst. Und weil eine Geburt eben auch drei Wochen vor dem errechneten Termin völlig im normalen Bereich liegt.
Hier findest Du eine vollständige Checkliste – aufgeteilt nach Geburt, Wochenbett, Baby und Begleitperson. Dazu die Dinge, an die im Nachhinein die meisten gedacht hätten, wenn sie es gewusst hätten.
Zum Ausdrucken: Die komplette Liste gibt es als PDF zum Download – zwei Seiten zum Abhaken, mit allen Punkten für Geburt, Wochenbett, Baby und Begleitperson. Einfach ausdrucken und oben in die Tasche legen.
Die wichtigsten Unterlagen
Diese Dokumente gehören griffbereit nach ganz oben – am besten in einer eigenen Klarsichthülle, damit sie nicht zwischen der Kleidung verschwinden:
- Mutterpass – die wichtigste Unterlage überhaupt
- Personalausweise beider Eltern
- Versichertenkarte
- Einweisungsschein, falls vorhanden
- Urkunden fürs Standesamt: verheiratet die Eheurkunde (manche Standesämter wollen zusätzlich Eure Geburtsurkunden), nicht verheiratet Deine Geburtsurkunde und gegebenenfalls Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärung – was genau, steht auf der Website Deines Standesamts. Oft kannst Du die Unterlagen direkt in der Klinik abgeben.
- Nachweis über die Anmeldung in der Klinik
- gegebenenfalls Allergiepass, Impfausweis
Ein praktischer Tipp: Den Mutterpass ab der 34. Woche immer bei Dir tragen, nicht in der gepackten Tasche. Wenn es unterwegs losgeht, ist er dort, wo Du bist – und nicht zu Hause im Flur.
Für die Geburt
Im Kreißsaal brauchst Du weniger, als die meisten einpacken. Bequem und praktisch schlägt hier alles andere:
- ein weites, langes T-Shirt oder Nachthemd, das vorne offen oder leicht zu öffnen ist
- warme, rutschfeste Socken – im Kreißsaal frieren viele Frauen an den Füßen
- ein Haargummi oder Haarband
- Lippenpflege – durch die Atemtechnik trocknen die Lippen sehr schnell aus. Das ist die Kleinigkeit, die im Nachhinein am häufigsten genannt wird
- Getränke und Traubenzucker oder Müsliriegel – eine Geburt ist Ausdauersport
- Massageöl, falls Ihr mit Massagen arbeiten wollt
- Lieblingsmusik und Kopfhörer, eine eigene Playlist
- eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen
Für das Wochenbett in der Klinik
Nach der Geburt bleiben die meisten Frauen zwischen einem und drei Tagen in der Klinik, nach einem Kaiserschnitt oft etwas länger. Für diese Zeit brauchst Du:
- zwei bis drei bequeme Still-Nachthemden oder Schlafanzüge, die sich vorne öffnen lassen
- Still-BHs (eine Nummer größer als bisher) und Stilleinlagen
- Einweg-Slips oder alte, sehr bequeme Unterwäsche – der Wochenfluss ist in den ersten Tagen stark
- Wochenbett-Binden – die Klinik stellt oft welche, eigene sind meist angenehmer
- Bademantel, Hausschuhe, Handtücher
- Kulturbeutel mit den gewohnten Pflegeartikeln
- Ladekabel – am besten ein extra langes, denn Steckdosen sind selten dort, wo das Bett steht
- Snacks für die Nacht: Nach der Geburt kommt oft ein großer Hunger, und die Klinikküche ist dann zu
Für Dein Baby
Für die Klinikzeit selbst brauchst Du überraschend wenig – Windeln, Wickelunterlagen und meist auch Bodys stellt die Klinik. Wichtig ist vor allem die Kleidung für den Heimweg:
- zwei bis drei Bodys und Strampler in Größe 56 (bei kleineren Babys 50)
- Söckchen und ein Mützchen
- eine Jacke oder ein Overall je nach Jahreszeit
- eine leichte Decke oder ein Pucktuch
- der Autokindersitz – ohne ihn darfst Du nicht nach Hause fahren
Den Autositz vorher einmal im Auto einbauen und ausprobieren. Der erste Versuch auf dem Klinikparkplatz mit einem Neugeborenen im Arm ist der schlechteste Zeitpunkt, um die Anleitung zu lesen.
Für die Begleitperson
Eine Geburt kann sich über viele Stunden ziehen. Wer dabei ist, sollte für sich selbst gesorgt haben:
- Verpflegung und Getränke – Kliniken haben nachts keine Cafeteria
- Wechselkleidung und etwas Bequemes zum Sitzen
- Kleingeld für Parkhaus und Automaten
- Ladegerät und eine Kamera, falls das Handy nicht reichen soll
Wenn ein Kaiserschnitt geplant ist
Bei einem geplanten Kaiserschnitt verschiebt sich der Bedarf etwas. Hilfreich sind dann besonders hoch geschnittene Unterwäsche, die nicht auf der Narbe sitzt, weite Kleidung sowie ein Stillkissen – es hilft, das Baby anzulegen, ohne Gewicht auf den Bauch zu bringen. Plane außerdem einen längeren Aufenthalt ein und packe entsprechend mehr Wäsche.
Zwei Taschen statt einer
Ein Vorgehen, das sich bewährt hat: Pack eine kleine Tasche für den Kreißsaal und eine größere für das Wochenbett. Die kleine kommt mit in den Kreißsaal, die große bleibt im Auto oder wird später gebracht. So stehst Du während der Geburt nicht zwischen Koffern, und die Begleitperson muss nicht suchen.
Häufige Fragen zur Kliniktasche
Ab wann sollte die Tasche gepackt sein?
Ab der 34. Schwangerschaftswoche. Ab 37+0 gilt eine Geburt als termingerecht – gepackt sein sollte die Tasche also deutlich davor.
Was stellt die Klinik selbst?
In der Regel Windeln, Wickelunterlagen, oft auch Bodys für die Klinikzeit sowie Wochenbett-Binden und Stilleinlagen. Was genau bereitgestellt wird, ist von Haus zu Haus unterschiedlich – frag beim Infoabend oder bei der Anmeldung nach, das spart Gewicht.
Was wird am häufigsten vergessen?
Lippenpflege, ein langes Ladekabel, Snacks für die Nacht und Kleingeld fürs Parkhaus. Nichts davon ist dramatisch – aber alles davon ärgert im Moment, in dem es fehlt.
Und wenn es schneller geht als gedacht?
Dann fehlt vielleicht etwas – und das ist kein Problem. Alles außer dem Mutterpass und dem Autositz lässt sich nachbringen. Die Tasche ist eine Erleichterung, keine Prüfung.
Was zu Hause bereitstehen sollte, steht in unserer Checkliste zur Erstausstattung.
