Für den Ernstfall aufbewahrt – Stammzellen aus dem Nabelschnurblut

Neugeborenes Baby mit NabelschnurSobald Du ein Baby erwartest, wirst Du Deine Gedanken nicht nur auf die Geburt richten. Viel weiter in die Zukunft werden Deine Planungen und Überlegungen reichen. Immerhin soll es Dein Kind nicht nur während seines Babyalters gut haben, sondern auch als Erwachsener ein gesunder und glücklicher Mensch werden. Die Einlagerung von Nabelschnurblut wird Dir bei deinen Recherchen sicherlich schon mehr als einmal begegnet sein. Diese Möglichkeit bietet Deinem Kind bei einer späteren Erkrankung auf seine eigenen Stammzellen zurückzugreifen. So zum Beispiel bei einer Krebserkrankung, die die Stammzellspende notwendig macht. An diesem Punkt muss dann kein Spender gesucht werden, da die passenden Stammzellen schon seit der Geburt bereit liegen. Stammzellen aus dem Nabelschnurblut sind hierbei in der Tat ein Wunderwerk der Natur. Während Dein Kind älter wird, bleiben sie jung und unbelastet.

Wie das Nabelschnurblut privat eingelagert werden kann

Direkt nach der Geburt wird das Nabelschnurblut entnommen und in einer Nabelschnurblutbank aufbewahrt. Gekühlt und sicher verwahrt bleibt es dort so lange liegen, wie Du es Dir wünschst. Bevor die Einlagerung des Nabelschnurblutes geschehen kann, wirst Du jedoch einen Vertrag unterschreiben, der über die Kosten und auch die Dauer der Einlagerung bestimmt. Das Blut enthält wichtige Stammzellen, die später einmal Krankheiten heilen können. Viele Eltern glauben, dass das Nabelschnurblut ihres Kindes auch für sie geeignet wäre. Dies ist jedoch in äußerst seltenen Fällen möglich. Der tatsächliche Nutzen des Nabelschnurblutes im späteren Leben bleibt auch heute ein Streitpunkt. Immerhin sind die Krankheiten, bei denen eine Stammzellspende notwendig ist, recht selten. Die Wahrscheinlichkeit der Verwendung ist daher gering.

Du solltest Dich dennoch einmal genauer informieren, um die Vorteile und Nachteile der Einlagerung von Nabelschnurblut kennenzulernen. Auch wenn es für viele Kinder möglicherweise keinen Unterschied macht, kann die Einlagerung von Nabelschnurblut für Dein Kind später einmal ein Glücksfall sein.

Die Kosten für eine private Einlagerung

Es kommt darauf an, welche Nabelschnurblutbank Du mit der Einlagerung beauftragst. Da die Kosten hier stark variieren, solltest Du unbedingt Vergleiche anstellen. Den günstigsten Anbieter wirst Du dann schnell gefunden haben. In der Regel rangieren die Kosten für eine Einlagerung von Nabelschnurblut zwischen 150 und 350 Euro.Bedenken solltest Du hierbei jedoch auch, dass zusätzliche Kosten in einem solchen Vertrag enthalten sein können. Mit Servicegebühren und Kosten für die Vertragsdauer können noch einmal etwa 150 Euro pro Jahr auf Dich zu kommen.

Zudem fordern viele Nabelschnurblutbanken die Gebühren und Beträge nicht jährlich ein, sondern im Voraus für die gesamte Laufzeit. Es kann daher sein, dass Du schon kurz nach der Einlagerung eine Rechnung von 1.000,- bis 3.000,- Euro zahlen musst. Die meisten Anbieter bieten aber auch eine Finanzierung des Betrages an.

Dies macht die Einlagerung von Nabelschnurblut über eine private Blutbank zu einer kostspieligen Angelegenheit. Du solltest hierbei jedoch nicht nur den Profitsinn der Blutbanken sehen, sondern auch deren Investition. Die Aufbereitung von Nabelschnurblut für die Lagerung ist ein sehr aufwendiger Prozess, der viel Geld kostet. Bist Du Dir unsicher, was die Einlagerung betrifft, sprich ruhig einmal mit Deinen Freunden und Verwandten darüber. Auch Dein Arzt kann Dir zu diesem Thema sicherlich einen kompetenten Rat geben.

„Du bist aber egoistisch!“

Die private Einlagerung von Nabelschnurblut steht im Kontrast zur Spende der Stammzellen. So existiert zusätzlich die Möglichkeit, in einer öffentlichen Blutbank das Nabelschnurblut Deines Babys lagern zu lassen. Hier ist es dann aber nicht für Dein Kind verfügbar, sondern für alle anderen erkrankten Personen, die die Stammzellen Deines Kindes gebrauchen können. Das Prinzip entspricht also im Grunde ganz dem einer gewöhnlichen Blutspende, bei der sich jeder Bedürftige der Spende bedienen kann.

Entscheidest Du Dich für die private Einlagerung, werden Dich andere möglicherweise für egoistisch halten. Immerhin willst Du die Stammzellen Deines Babys ganz für Euch und stellst sie nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung. An dieser Stelle sollte Dein persönliches Empfinden höchste Priorität genießen. Entscheide Dich frei von Bedenken und Meinungen anderer. So fühlst Du Dich am Ende mit Deiner Entscheidung am wohlsten.

Solltest Du Dich jedoch gegen eine private Einlagerung entscheiden, liegt die Möglichkeit der Spende sehr nahe. Das kostbare Nabelschnurblut wird so nicht verschwendet und kann möglicherweise einem anderen Menschen das Leben retten.

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