Sobald die Schwangerschaft feststeht, gibt es eine Frage, die alle bewegt: Wann kommt das Baby? Der errechnete Geburtstermin – oft als ET abgekürzt – gibt darauf eine Antwort, die erstaunlich oft missverstanden wird. Er ist eine Schätzung, kein Stichtag. Tatsächlich kommen nur etwa vier Prozent aller Kinder genau an diesem Tag zur Welt.
Geburtsterminrechner
Trag den ersten Tag Deiner letzten Periode ein. Der Rechner nennt Dir den errechneten Termin, den normalen Terminbereich und Deine Mutterschutzfristen. Die Berechnung läuft in Deinem Browser, es wird nichts übertragen.
Wann das Baby kommen kann
Mutterschutz
Hier erfährst Du, wie der Termin berechnet wird, wie Du ihn selbst nachrechnest, was die Angabe „35+4″ bedeutet und was passiert, wenn der Termin überschritten wird.
So wird der Geburtstermin berechnet: die Naegele-Regel
Die klassische Berechnung geht auf den Gynäkologen Franz Karl Naegele zurück und ist bis heute Standard. Sie funktioniert so:
Erster Tag der letzten Periode + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr
Ein Beispiel: War der erste Tag Deiner letzten Periode der 10. März 2026, rechnest Du 10. März + 7 Tage = 17. März, minus 3 Monate = 17. Dezember, plus 1 Jahr = 17. Dezember 2026.
Daraus ergibt sich ein Termin rund 40 Wochen beziehungsweise 280 Tage nach dem ersten Tag der letzten Periode. Dass dabei vom ersten Tag der Periode gerechnet wird und nicht vom Zeitpunkt der Zeugung, hat einen praktischen Grund: Den Tag der Periode kennen die meisten Frauen, den Tag des Eisprungs dagegen nicht. Rechnerisch enthalten die 40 Wochen deshalb rund zwei Wochen, in denen die Schwangerschaft noch gar nicht bestand.
Wenn Dein Zyklus nicht 28 Tage dauert
Die klassische Naegele-Regel unterstellt einen Zyklus von 28 Tagen. Ist Dein Zyklus regelmäßig länger oder kürzer, lässt sich das einrechnen – man spricht dann von der erweiterten Naegele-Regel: Zum errechneten Termin werden die Tage addiert, um die Dein Zyklus über 28 Tagen liegt (oder abgezogen, wenn er kürzer ist).
Bei einem 32-Tage-Zyklus kommen also vier Tage dazu. Das klingt nach Kleinigkeit, verschiebt aber die gesamte Wochenzählung – und damit auch den Zeitpunkt, ab dem eine Geburt als Übertragung gilt.
Warum der Ultraschall oft genauer ist
In den ersten Schwangerschaftswochen lässt sich der Termin per Ultraschall meist präziser bestimmen als über die Periode. Der Grund: In dieser frühen Phase wachsen alle Embryonen sehr ähnlich, sodass die Größe einen zuverlässigen Rückschluss auf das Alter erlaubt. Weicht das Ultraschallergebnis deutlich von der Rechnung ab, wird der Termin in der Regel korrigiert. Später im Verlauf ist das umgekehrt: Dann unterscheiden sich Kinder in ihrer Größe so stark, dass der Ultraschall für eine Terminbestimmung ungenau wird.
SSW verstehen: Was bedeutet „35+4″?
Im Mutterpass und beim Frauenarzt begegnet Dir eine Schreibweise, die anfangs verwirrt: 35+4 zum Beispiel. Sie bedeutet 35 vollendete Schwangerschaftswochen und 4 Tage. Du bist also in der 36. Woche.
Genau hier entsteht der häufigste Irrtum: „In der 36. Woche“ und „36+0″ sind nicht dasselbe. Wer 35+4 ist, befindet sich in der 36. Woche – die 36 vollen Wochen sind aber erst bei 36+0 erreicht. Am errechneten Termin selbst bist Du bei 40+0.
Der Terminbereich: Was als normal gilt
Eine Geburt gilt in einem erstaunlich breiten Zeitfenster als termingerecht:
| Zeitraum | Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|---|
| vor 37+0 | Frühgeburt | Das Kind kommt vor der vollendeten 37. Woche |
| 37+0 bis 41+6 | termingerecht | Der normale Bereich – hier kommen die allermeisten Kinder |
| ab 42+0 | Übertragung | Der Termin ist um mehr als zwei Wochen überschritten |
Das bedeutet: Eine Geburt drei Wochen vor dem errechneten Termin ist genauso normal wie eine zwei Wochen danach. Der ET markiert nicht das Ende, sondern die Mitte eines Zeitraums von fünf Wochen.
Was passiert, wenn der Termin überschritten wird?
Die Tage nach dem ET sind für viele Schwangere die zähesten der ganzen Schwangerschaft – nicht zuletzt, weil ab dem errechneten Tag regelmäßig das Telefon klingelt. Medizinisch ist eine Überschreitung zunächst unauffällig.
Üblicherweise werden ab dem Termin engmaschigere Kontrollen angeboten: CTG zur Überwachung der kindlichen Herztöne und Ultraschall zur Kontrolle der Fruchtwassermenge, meist alle zwei Tage. Solange beides unauffällig ist, gibt es keinen Grund zur Eile.
Rund um 41+0 bis 41+3 wird in der Regel über eine Einleitung gesprochen. Ab 42+0 wird sie meist empfohlen, weil ab diesem Zeitpunkt die Leistungsfähigkeit der Plazenta nachlassen kann. Wie genau vorgegangen wird, hängt von Deiner Situation und der Klinik ab – und ist Deine Entscheidung, die Du gut informiert treffen solltest.
Und was heißt das für den Mutterschutz?
Der Rechner nennt Dir die Fristen gleich mit, weil sie direkt am errechneten Termin hängen: Die Schutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem Termin und endet acht Wochen nach der Geburt – bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen.
Wichtig zu wissen: Kommt das Kind später als berechnet, verkürzt sich die Zeit danach nicht. Die acht Wochen laufen ab der tatsächlichen Geburt. Alle Regeln dazu stehen im Ratgeber zum Mutterschutz.
Häufige Fragen zum Geburtstermin
Wie genau ist der errechnete Termin?
Als Punktvorhersage ist er ungenau – nur ein kleiner Teil der Kinder kommt tatsächlich an diesem Tag. Als Orientierung für den Zeitraum, in dem die Geburt zu erwarten ist, ist er dagegen zuverlässig.
Kann sich der Termin während der Schwangerschaft ändern?
Ja. Vor allem nach dem ersten Ultraschall wird der Termin häufig korrigiert, wenn die Messung deutlich von der Rechnung abweicht. Der korrigierte Termin gilt dann als der maßgebliche.
Ab wann beginnt der Mutterschutz?
Die Schutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Termin. Kommt das Kind später als berechnet, verkürzt sich die Frist vor der Geburt nicht zu Deinen Lasten – die acht Wochen danach bleiben in voller Länge erhalten. Alle Fristen erklären wir im Ratgeber zum Mutterschutz.
Kommen zweite Kinder früher?
Ein verbreiteter Glaube, für den es keine verlässliche Regel gibt. Erstgebärende bringen ihr Kind statistisch etwas später zur Welt, die Streuung ist aber so groß, dass sich daraus für den Einzelfall nichts ableiten lässt.
Kündigt sich etwas an? Wie Du Senkwehen und den Abgang des Schleimpfropfs einordnest, steht in den jeweiligen Ratgebern.
Den Termin und Deine aktuelle Woche kannst Du direkt mit unserem SSW-Rechner bestimmen.
