Die Pille danach – die Einnahme, Nebenwirkungen und wie man die Pille danach bekommt

Sie haben die Pille vergessen? Dieses Problem haben viele Frauen schon einmal erlebt. Schnell kann es passieren, dass man das kleine Verhüttungsmittel vergisst. Aber nicht nur das Vergessen der Pille kann zur Beeinträchtigung der Verhütung führen, auch Krankheiten wie beispielsweise Magen-Darm-Infekte können da einiges auslösen und die Wirkung der Pille außer Kraft setzen, aber auch ein verrutschtes Kondom oder gar kein Kondom können die Wirkung der Pille danach erforderlich machen.

Solltest Du nun Angst haben, dass eure Verhütungsmittel nicht ausreicht bzw. ihr keines verwendet habt und es kam trotzdem zu einer schönen Nacht, dann solltest Du nun diesen Ratgeber sehr genau lesen, denn wir verraten dir was die Pille danach kann und welche neuen Regelungen es zur Pille danach gibt. So gehst du auf Nummer sicher.

Die Pille danach – welche Sorten gibt es?

Die Pille danach ist nicht ganz wie die normale Pille, denn sie wirkt etwas anders und gleichzeitig gibt es von der Pille danach nur zwei Sorten. Grundsätzlich verschiebt die Pille danach, dank ihrer Wirkstoffe, den Eisprung gekonnt. Wurde der Eisprung dann vollzogen, ist die Wirkung der danach Pille vorbei.

Wie bereits gesagt, gibt es in Deutschland genau zwei Sorten der Pille danach. Die eine Sorte enthält den Wirkstoff Levonorgestrel, kurz LNG genannt, welches in einer sehr hohen Dosierung vorkommt. Die zweite Pille danach enthält Ulipristalacetet, kurz auch UPA.

An dieser Stelle soll nochmals gesagt werden, dass beide Wirkstoffe nichts mit der klassischen Anti-Baby-Pille zu tun haben und eine ganz andere Wirkungsweise verfolgen.

Wer kann die Pille danach alles bekommen?

Die Pille danach galt vor einigen Monaten noch als verschreibungspflichtig, mittlerweile hat sich diese Regelung geändert und sie kann einfach in der Apotheke gekauft werden. Die Apotheke darf die Pille danach an alle Frauen weitergeben, die in einem gebärfähigen Alter sind.

Solltest Sie also beispielsweise erst 14 oder 15 Jahre alt sein, dann benötigst Sie für die Pille danach eine Einverständniserklärung Ihrer Eltern. Zusätzlich übernehmen die Krankenkassen die Pille danach, aber nur für Frauen bis zum 20. Lebensjahr und auch nur wenn ein Arzt dieses Rezept ausgestellt hat. Danach müssen Sie die Pille danach leider selber tragen, hier macht es keinen Unterschied, ob Sie zum Arzt gehen oder nicht.

Viele Frauen gehen mittlerweile direkt in die Apotheke und kaufen sich die Pille danach, da es für Sie weniger unangenehm und zeitaufwendig ist als zu einem Arzt zu gehen.

Wie erfolgt die Anwendung zur Pille danach?

Die Pille danach ist sehr einfach anzuwenden, Sie brauchen also keine Angst vor Fehlern haben. Es handelt sich bei der Pille danach um eine einzige Tablette und nicht wie bei der normalen Verhütungspille um mehrere Pillen. Wichtig ist die Pille danach so schnell wie möglich einzunehmen, am besten noch in der Apotheke selbst bzw. kurz danach. Die Pille kann ganz unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden – es macht also keinen Unterschied, ob Sie gerade Essen waren oder nicht.

Je nach Wirkstoff kann sich die Zeitspanne bis zur spätesten Einnahme unterscheiden. Bei dem Wirkstoff Levonorgestrel sollte die Pille spätestens 72 Stunden (bzw. 3 Tage) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr genommen werden. Handelt es sich um den Wirkstoff Ulipristalacetat, dann hast Du maximal 120 Stunden (5 Tage) Zeit. Ist der Geschlechtsverkehr schon etwas länger her, wird der zweite Wirkstoff empfohlen, da er auch zu einem späteren Zeitpunkt (beispielsweise nach 4 Tagen) noch wirkt.

Wie wirkt die Pille danach?

Die Pille danach kann also bedenkenlos nach einem „Verhütungsunfall“ eingenommen werden. Grundsätzlich verhindert die kleine Pille eine Schwangerschaft. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Pille danach auch rechtzeitig eingenommen wird.

Die Pille danach hat die Aufgabe mit ihrem Wirkstoff den Eisprung zu verschieben bzw. zu unterdrücken. Wichtig bei der Pille danach ist, diese unbedingt vor dem Eisprung einzunehmen. Ist dieser bereits erfolgt, hat diese Notfallverhütung keine Auswirkungen mehr und die Eierstöcke wurden bereits befruchtet. Sollte hier auch nur der Verdacht bestehen, unbedingt mit einem Arzt sprechen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Eigentlich sind alle Präparate der Pille danach sehr gut verträglich und lösen kaum ungewollte Nebenwirkungen aus. Es kann jedoch gelegentlich zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Schmerzen im Unterbauch sowie leichtem Schwindel oder Müdigkeit kommen. Zusätzlich kann sich die Pille auf die Regelblutung auswirken, diese kann einige Tage zu früh oder zu spät eintreffen.

Bei dem Präparat mit Ulipristalacetat kann es zusätzlich zu Stimmungsschwankungen kommen. Deshalb würden wir, wenn der ungeschützte Sex erst vor Kurzem war, eher Levonorgestrel empfehlen, da es weniger Nebenwirkungen hat.

Was passiert, wenn zum Zeitpunkt der Pilleneinnahme bereits eine Schwangerschaft vorhanden ist?

Sollte bereits eine Befruchtung stattgefunden haben, dann entfaltet die Pille danach die Wirkung natürlich nicht, denn sie ist dazu gedacht den Eisprung zu verhindern. Somit ist sie vollkommen wirkungslos.

Grundsätzlich kann die Schwangerschaft durch die Pille danach nicht beendet werden. Es kann also nichts passieren. Solltest Du die Schwangerschaft beenden wollen, dann geht das nur mit der Abtreibungspille bzw. einer klassischen Abtreibung. Hierzu sollten Sie aber unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen.

Die neue Regelung zur Pille danach

Die Pille danach gibt es nun schon seit einiger Zeit rezeptfrei. Etwas weiter oben im Artikel haben wir Ihnen erzählt wie Sie die Pille danach bekommen. Zurzeit sind die beiden Wirkstoffe, die schon immer für die Pille danach gedacht waren, rezeptfrei erhältlich. Der Wirkstoff Levonorgestrel ist beispielsweise in der Pille PiDaNa enthalten. Der etwas neuere Wirkstoff, aber durchaus bekannte Wirkstoff Ulipristalacetat ist in der Pille ellaOne eingebettet. Beide unterscheiden sich in der Wirkung nicht.

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