Die optimale Geburtsvorbereitung für dich!

3 Paare und eine Hebamme beim GeburtsvorbereitungskursEine Schwangerschaft ist sicher kein Zuckerschlecken, obwohl sie auch viele schöne Momente beinhaltet. Zur Geburt heißt es allerdings, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, denn das furiose Finale verlangt dir einiges ab. Wir möchten dir zeigen, was du zur optimalen Vorbereitung machen kannst.

Rat und Tat im Geburtsvorbereitungskurs

Ein wichtiger Baustein in der Geburtsvorbereitung ist der Geburtsvorbereitungskurs. Die meisten Schwangeren gehen hierzulande frühzeitig vor der Geburt zu einem solchen Kurs, der normalerweise von einer Hebamme geleitet wird. Der GV-Kurs ist natürlich kein „Muss“ für dich, aber sehr zu empfehlen. Hier erhältst du viele Infos über die Geburt und wie du diese Herausforderung am besten überstehst. Außerdem kannst du deine Sorgen und Glücksmomente mit Gleichgesinnten teilen – und ganz nebenbei neue Freundschaften knüpfen. Einige Frauen besuchen auch in der zweiten oder dritten Schwangerschaft wieder einen Geburtsvorbereitungskurs: ein Beweis dafür, wie gut ihnen der Erfahrungsaustausch tut!

In welcher SSW sollte mein Geburtsvorbereitungskurs starten?

Wenn du ungefähr zwischen der 28. und 30. SSW mit deinem wöchentlichen Kurs startest, bist du früh genug dran. Die Hebamme wird wahrscheinlich sieben Doppelstunden geben, damit findet die letzte Stunde drei bis fünf Wochen vor deinem ET statt. Wenn du einen der eher seltenen Wochenend-Chrash-Kurse buchst, dann kannst du auch einen späteren Starttermin finden: Hauptsache, du bist rechtzeitig zur Geburt fertig!

Erwartest du Zwillinge? Mehrlinge kommen meistens etwas früher zur Welt, auch muss die werdende Mutter in der Spätschwangerschaft oft dauerhaft liegen. Darum fang besser etwas eher mit deinem Geburtsvorbereitungskurs an, vielleicht zwischen der 22. und 25. Woche.

Wann sollte ich mich zum Geburtsvorbereitungskurs anmelden?

Die Kurse sind sehr beliebt und deshalb recht schnell ausgebucht. Möchtest du noch einen Platz erwischen, dann erkundige dich frühzeitig bei deiner Hebamme, deinem Frauenarzt oder in der Geburtsklinik deiner Wahl. In manchen Gegenden musst du dich schon bis zur 15. SSW festlegen, aber meistens hast du noch bis zur 20. SSW mit der Buchung Zeit.

Wo findet der GV-Kurs statt?

Geburtsvorbereitungskurse finden an unterschiedlichen Orten statt. Manche Hebamme lädt zu sich nach Hause ein, andere besitzen eine eigene Praxisgemeinschaft mit entsprechenden Räumen. Auch Geburtshäuser und -kliniken verfügen oftmals über gemütliche Kursräume, die von den dort angestellten Hebammen genutzt werden.

Was macht man im Geburtsvorbereitungskurs?

Der Geburtsvorbereitungskurs soll dich vor allem auf die Geburt und die erste Zeit mit dem Baby vorbereiten. Natürlich kannst du auch deine Schwangerschaftsprobleme zur Sprache bringen, wenn genug Gesprächszeit dafür bleibt: Die Hebamme kennt sich auch damit aus.

Die Kursinhalte sind nicht immer exakt gleich, viele Fragen werden ganz persönlich in der Gesprächsrunde geklärt. Ausführlich zur Sprache kommt allerdings immer der Geburtsvorgang. Die Hebamme erklärt dir genau, wie das Kind seinen Weg auf die Welt findet – und was du tun kannst, um euch beiden die Arbeit zu erleichtern. Du erlernst Entspannungsmethoden und Atemtechniken, die die Wehen erträglicher – und vielleicht sogar effektiver – werden lassen.

Auch viele Infos über die Wochenbettzeit erwarten dich. Wofür ist die Ruhephase nach der Geburt überhaupt da? Was darfst du in den ersten Wochen nach der Geburt machen – und was solltest du lieber lassen? Was erwartet dich in deiner allerersten Zeit mit dem Baby?

Aus einem Paar ist nach der Geburt des ersten Kindes eine Familie geworden, die Partnerschaft verändert sich unweigerlich. Auch diese Tatsache kommt in den meisten Geburtsvorbereitungskursen zu Sprache. Die Hebamme wird dir wahrscheinlich einige Tipps geben, wie deine Familie in der ersten, häufig sehr anstrengenden Zeit, am besten zusammenwächst. Und auch für Säuglingspflege und das Stillen hat die Kursleiterin sicher schon jetzt Ratschläge parat, die deine Unsicherheit etwas eindämmen.

Geburtsvorbereitungskurs mit Partner – geht das?

Die Frage, ob du deinen Partner zum Geburtsvorbereitungskurs mitbringen kannst, ist ganz leicht zu beantworten: Die meisten Kurse sind so aufgebaut, dass die Männer für eine Doppelstunde hereinschnuppern können. Diese spezielle Stunde ist dann thematisch passend ausgerichtet, sodass dein Partner am Ende weiß, was sein Part während der Geburt ist. Die anderen Doppelstunden sind reine Frauenrunden, und das ist bei den vielen recht intimen Themen auch gut so. Selten gibt es Paarkurse zur Geburtsvorbereitung, aber auch reine Single-Kurse.

Wer zahlt den Geburtsvorbereitungskurs?

Jede Schwangere hat Anspruch auf einen von einer qualifizierten Hebamme geleiteten Geburtsvorbereitungskurs mit 7 Doppelstunden, der von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird. Als Privatversicherte solltest du besser bei deinem Versicherer nachfragen, ob der Kurs im Leistungsumfang enthalten ist. Auch, wenn du bei einer vorherigen Schwangerschaft schon einmal einen Geburtsvorbereitungskurs besucht hast, darfst du als gesetzlich Versicherte noch einmal hingehen. Nur eines übernimmt die Kasse normalerweise nicht: den Kostenanteil deines Partners. Wenn er also an der üblichen Partner-Doppelstunde teilnehmen möchte, dann müsst ihr das wahrscheinlich aus eigener Tasche zahlen. Besonders teuer ist die Kurseinheit für den werdenden Vater allerdings nicht. Sprecht einfach mit eurer Hebamme und der Krankenkasse darüber.

Was ziehe ich zum Geburtsvorbereitungskurs an?

Obwohl bei einem GV-Kurs durchaus einige körperliche Übungen auf dem Plan stehen, handelt es sich nicht um einen Sportkurs. Du musst also nicht in Trainingsklamotten kommen, solltest aber bequeme Sachen tragen. Zieh dir also deine gemütlichste Schwangerschaftskleidung an und vergiss die dicken Socken nicht!

Was kann ich noch zur Geburtsvorbereitung tun?

Eine gute Geburtsvorbereitung besteht auf jeden Fall darin, sich ausreichend zu bewegen. Geh am besten viel spazieren oder walken, auch das Schwimmen ist eine sehr geeignete Sportart für die Schwangerschaft. Vermeide aber Sportarten mit erhöhter Verletzungsgefahr! Manche Krankenkassen bezahlen ihren Schwangeren sogar einen Yoga- oder Bauchtanzkurs. Wenn du magst, kannst du dir einen Sport- und Entspannungskurs für werdende Mütter heraussuchen und mal bei deiner Kasse anfragen. Eines ist vor allem wichtig: Sorge dafür, dass du bei der Geburt körperlich möglichst gut in Schuss bist, so wirst du die Anstrengungen ohne Probleme meistern.

Dammmassage erleichtert die Geburt

Kauf dir frühzeitig ein spezielles Massageöl für die Dammmassage und massiere deinen Damm über mehrere Wochen hinweg täglich. Frag am besten deine Hebamme oder den Frauenarzt nach einer guten Massagetechnik. Mit einer regelmäßigen Massage bereitest du den untersten Geburtsweg bestmöglich vor und kommst vielleicht um einen Dammriss- oder -schnitt herum, den leider noch immer viele Frauen bei der Geburt erleiden.

Akkupunktur zur Geburtsvorbereitung – bringt das was?

Viele Hebammen bieten als Sonderservice eine Akkupunktur zur Geburtsvorbereitung an. Die Akkupunkturpunkte hierfür befinden sich am Fuß, sodass die Kugelbäuche während der Behandlung ganz entspannt sitzen können. Mittlerweile lässt sich ungefähr ein Drittel der Erstgebärenden ab der 35. SSW akkupunktieren, warum auch nicht? Der tatsächliche Erfolg ist zwar schlecht messbar, aber Erfahrungswerte sagen, dass die Wehen der Eröffnungswehe dadurch effektiver werden. Das verkürzt den Geburtsprozess insgesamt – und welche Schwangere wünscht sich nicht, nach einer kurzen Geburt schnell ihr Baby im Arm zu halten?

 

Bild: Monkey Business Images – Shutterstock.com

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