Der Zykluskalender – Wissen, wann es klappt

Die Beobachtung des eigenen Körpers steht in der Kinderwunschzeit im Fokus. Sicherlich hast auch Du Dich bereits gefragt, wie Du die fruchtbaren Tage Deines Zyklus erkennen kannst. Mit einem Zykluskalender funktioniert das Herausfinden dieser Tage ganz leicht. Mehrere Methoden kannst Du hierbei gleichzeitig anwenden. Je genauer Du Deinen Körper beobachtest, desto detaillierter und zuverlässiger wird auch Dein Zykluskalender werden. Einen solchen Kalender kannst Du sowohl auf Papier als auch am PC anlegen.

Wie Du einen Zykluskalender erstellst

Der Zykluskalender geht von einem regelmäßigen und normalen Zyklus aus. Dieser dauert in der Regel 28 Tage, umgerechnet vier Wochen. Während einer dieser Wochen wirst Du Deine Periode bekommen. In der Mitte (also ungefähr 14 Tage vor dem ersten Tag Deiner Periode) liegt Dein Eisprung. Die rein zeitliche Einschätzung Deiner Fruchtbarkeit ist hiermit abgeschlossen. Um vom Eisprungkalender zum Zykluskalender zu gelangen, wird jedoch mehr benötigt.

Du kannst auf mehrere Arten Deinen Körper beobachten. Die festgestellten Veränderungen trägst Du in Deinen Zykluskalender ein:

Die Temperatur

Deine Körpertemperatur – auch Basaltemperatur genannt – spielt während des Zyklus eine wichtige Rolle. Am sinnvollsten misst Du jeden Morgen nach dem Aufstehen Deine Körpertemperatur mit einem Thermometer aus der Apotheke. Den Messwert trägst Du in Deinen Zykluskalender ein. Du kannst anhand des Wertes  im Nachhinein erkennen, ob Du fruchtbar warst. Später wird Deine Temperatur schon während der fruchtbaren Zeit ein Wegweiser sein.

Die fruchtbaren Tage werden durch eine Temperatur gekennzeichnet, die drei Tage lang höher ist als sie während der sechs Tage zuvor war. Etwa 0,2 Grad wärmer wird es in Deinem Körper, wenn ein Eisprung stattfindet.

Der Zervixschleim

Etwas ungewohnt kann die Untersuchung Deines Zervixschleims sein. Er verändert sich während des Zyklus deutlich und sollte daher unbedingt in den Zykluskalender aufgenommen werden. Bist Du gerade nicht fruchtbar, ist Dein Zervixschleim dickflüssig, weißlich und zäh. Je näher Du an Deine fruchtbaren Tage gelangst, desto flüssiger und heller wird der Schleim. Schließlich ist der Schleim durchsichtig und „spinnbar“. Spinnbar bedeutet, dass ein Tropfen Zervixschleim zwischen Daumen und Zeigefinger einen Faden zieht, sobald Du die Fingerspitzen voneinander löst.

Um eine sichere Probe Deines Zervixschleims zu erhalten, führst Du den Finger kurz in die Scheide ein. Was dann an ihm haftet, genügt für die Eintragung in den Kalender.

Der Muttermund

Auch der Muttermund hat eine entscheidende Funktion während Deines Zyklus. Zu den fruchtbaren Tagen hin öffnet er sich, wird weicher und lässt sich gut ertasten. Bist Du gerade nicht fruchtbar, ist Dein Muttermund fest, geschlossen und manchmal auch schwer zu ertasten. Es lohnt sich, Deinen Muttermund täglich zu ertasten und Deine Beobachtungen im Zykluskalender festzuhalten.

Besonders wichtig ist in diesem Bereich die Hygiene. Wasche Dir vor jedem Tasten gründlich die Hände, um Infektionen zu vermeiden. Wenn sich bereits eine Schwangerschaft eingestellt hat, kann eine Infektion ein Risiko darstellen.

Weitere Besonderheiten

Zwickt und zwackt es im Unterbauch, ziehen die Brüste oder ist dir ein wenig übel? Auch diese Symptome solltest Du in Deinen Zykluskalender eintragen. Später kannst Du sie möglicherweise als Vorboten für einen Eisprung enttarnen. Auch kannst Du eintragen, wann Du Sex hattest und wann Deine Blutung stattfand.

Wie der Zykluskalender funktioniert

Deine Beobachtungen solltest Du regelmäßig und zuverlässig in den Zykluskalender eintragen. Nur so lässt sich ein genaues Abbild Deines Zyklus erstellen. Es braucht ein wenig Geduld, bis Du Dich mit Deinem Zyklus auskennst und Deine fruchtbaren Tage abschätzen kannst. Letztlich jedoch kannst Du anhand der vielen Faktoren im Kalender schon bald genau einschätzen, wann die Chancen auf ein Baby besonders gut stehen.

Das Auswerten deiner monatlichen Eintragungen gehört zu den wichtigsten Aufgaben beim Führen eines Zykluskalenders.

Für wen sich der Zykluskalender eignet

Frauen, die schon eine Weile „üben“ und bislang noch nicht schwanger wurden, finden im Zykluskalender einen interessanten Begleiter. Es ist Dir durch ihn möglich, Deinen Körper besser kennenzulernen und Dich mit Deiner Fruchtbarkeit zu beschäftigen.

Mögliche Probleme kannst Du mit dem Zykluskalender erkennen und entsprechend reagieren. Du kannst auch zu Beginn Deiner Kinderwunschzeit einen Zykluskalender anlegen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Vielen Frauen gibt die Beobachtung ihres Körpers eine ganz neue Verbindung zu sich selbst.

Nachteile des Zykluskalenders

Frauen mit einem regelmäßigen Zyklus profitieren von einem Zykluskalender ganz besonders.

Hast Du jedoch einen unregelmäßigen Zyklus, ist ein solcher Kalender möglicherweise nicht die richtige Wahl. Je nach Unregelmäßigkeit kann das Führen eines Zykluskalenders zu Frustration führen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn sich schon seit langer Zeit keine Schwangerschaft einstellen will. Hauptnachteil des Zykluskalenders ist dann die emotionale Abhängigkeit und Hoffnung, die Frauen während der Kinderwunschzeit entwickeln. Stellst Du bei Dir eine solch starke Belastung fest, sprich mit Deinem Arzt über Wege und Lösungen.

Die Zuverlässigkeit des Zykluskalenders ist außerdem leicht zu beeinträchtigen. Krankheit oder auch Stress beeinflussen Deinen Körper und können die Messwerte verfälschen. In solchen Phasen solltest Du Dir die konkrete Belastungssituation notieren.

Der Zykluskalender ist und bleibt eine Orientierungshilfe auf dem Weg zum Baby.

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