Diaphragma – zuverlässige und einfache Verhütung

Heute gibt es eine Vielzahl an Verhütungsmethoden, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Neben Pille, Verhütungsring und Kondom gehört das Diaphragma zu den meistverwendeten Verhütungsmitteln. Diaphragmen sind bereits seit mehr als hundert Jahren bekannt und ermöglichen Dir eine zuverlässige und einfache Verhütung. Damit Du optimalen Schutz erhältst, sind detaillierte Kenntnisse hierüber jedoch besonders wichtig.

Hier im Portal erfährst Du, wie sicher ein Diaphragma beim Geschlechtsverkehr ist, was du beachten musst, für wen das Scheidenpessar geeignet ist und was es kostet.

Was ist ein Diaphragma und wie wirkt es?


Der Begriff Diaphragma ist vielen Mädchen und Frauen geläufig, doch nicht alle wissen, was ein Scheidenpessar eigentlich ist und wie es wirkt. Diaphragmas werden den Barrieremethoden zugeordnet, die verhindern, dass Eizelle und Samenzelle beim Geschlechtsverkehr aufeinandertreffen. Das Diaphragma ähnelt einem Kondom, besteht aus Silikon oder anderen elastischen Materialien und ist mit einem dehnbaren, runden Federring versehen. Diaphragmen der ersten Generation, sie bestanden seinerzeit noch aus Latex, werden heutzutage nicht mehr angeboten.

Im Prinzip ist das Diaphragma eine flexible Membran, die du vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide einführst. Du kannst das Pessar zuvor in einer Frauenarztpraxis individuell anpassen lassen, denn es ist wichtig, die optimale Größe zu ermitteln, damit Dich das Diaphragma nicht stört und den Muttermund trotzdem abdeckt. Die Größen variieren zwischen 6 cm und 9,5 cm Durchmesser.

Ob das Scheidenpessar perfekt sitzt, kontrollierst Du nach dem Einsetzen. Bei richtigem Sitz liegt das Diaphragma über dem Muttermund, was du mit den Fingern durch die Pessar-Membran hindurch ertasten kannst.

Jetzt ist den Spermien der Weg in die Gebärmutter versperrt. Wichtig: Das Scheidenpessar alleine ist zur Verhütung nicht sicher genug. Du solltest zusätzlich immer Cremes oder Gels benutzen, die Spermien abtöten. Die sogenannten Spermizide trägst Du vor dem Einführen auf beide Seiten des Diaphragmas auf. Auf diese Weise ist doppelter Schutz gewährleistet. Du solltest das Diaphragma dreißig Minuten bis maximal zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr einsetzen, damit die Spermizide ihre volle Wirkung entfalten können. Nach dem Geschlechtsverkehr verbleibt das Pessar noch etwa acht bis höchstens zwölf Stunden in der Scheide, um zu garantieren, dass keine Spermien mehr aktiv sind. Diaphragmen müssen nach jeder Anwendung mit Wasser, Seife oder speziellen Lösungen gereinigt werden. Ebenfalls ist eine regelmäßige Kontrolle auf kleine Risse beim Gynäkologen nötig.

Wer bezahlt das Diaphragma?

Diaphragmen und Spermizide sind nicht rezeptpflichtig, das heißt, du kannst die Verhütungsmittel in jeder Apotheke erwerben. Auch bei einigen Familienberatungsstellen werden Scheidenpessare angeboten und verkauft. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten hier leider nicht. Während die Pille oder Kondome bei entsprechender Indikation vom Arzt verschrieben werden, sind Diaphragmas dagegen stets vom Leistungskatalog ausgeschlossen.

Je nach Größe entstehen Kosten zwischen 40 und 50 Euro. Die zugehörige Verhütungscreme schlägt mit etwa 9 bis 12 Euro zusätzlich zu Buche. Eventuell entstehen weitere Kosten für eine Anpassung und anschließende Kontrolluntersuchungen.

Sicherheit von Diaphragmen: Die richtige Anwendung ist entscheidend

Das Diaphragma ist in Kombination mit einer Creme oder einem Gel eine sichere Methode zur Verhütung und ebenso zuverlässig wie Kondome. Der Pearl-Index liegt zwischen 1 und 20. Dieser Index ist das Maß zur Beurteilung der Sicherheit verschiedener Verhütungsmethoden und hängt stark von der Erfahrung und der fachgerechten Anwendung ab. Je kleiner der Index, desto höher die Sicherheit.

Bei der Verwendung eines Diaphragmas kommt es auf die richtige Handhabung an, deshalb solltest Du Dir das Einsetzen von einem Arzt zeigen lassen und selbst immer wieder üben. Bis Du sicher im Einsetzen des Diaphragmas bist, sollte Dein Partner zusätzlich ein Kondom benutzen. Hat das Scheidenpessar Löcher oder ist das Material spröde, ist ein sofortiger Austausch nötig.

Wenn Du das Pessar regelmäßig pflegst, kannst Du es bis zu zwei Jahre anwenden. Vor allem die Größe des Diaphragmas sollte immer dann kontrolliert werden, wenn Du mehr als 5 Kilo an Gewicht verloren oder zugenommen hast, eine Scheidenoperation durchgeführt wurde oder nach einer Geburt.

Vorteile und Nachteile bei Verhütung mit Diaphragma

Das Diaphragma hat eine Reihe Vorteile zu bieten. Du kannst es bei Bedarf anwenden und es erfolgt kein Eingriff in das hormonelle Körpergeschehen. Besonders geeignet ist das Scheidenpessar für Frauen, die unregelmäßig oder wenig Geschlechtsverkehr haben. Diaphragmen lassen sich nach einigem Üben leicht einsetzen und entfernen. Die Methode unterstützt vor allem jüngere Frauen, die ihren Körper besser kennenlernen wollen. Du kannst dein Diaphragma in jeder Handtasche transportieren oder es platzsparend verstauen. Die Verhütungsmethode ist im Gegensatz zur Pille aufgrund der langen Anwendungsdauer relativ preisgünstig.

Als nachteilig empfinden einige Frauen das Erlernen des Einsetzens. Bis das Ertasten des Diaphragmas über dem Muttermund sicher vonstattengeht, ist ein wenig Übung gefragt. Als sicheres Verhütungsmittel gilt das Scheidenpessar nur dann, wenn es optimal sitzt, zur richtigen Zeit eingesetzt und in Kombination mit einem Spermizid genutzt wird. Für einige Paare bedeutet die Anwendung eine Einschränkung bei spontanem Geschlechtsverkehr.

Ein Diaphragma schützt nicht vor übertragbaren Krankheiten wie HIV.

Selten kommt es vor, dass die Verwendung von Creme oder Gel zu Hautirritationen und Brennen führt. In diesem Fall solltest Du das Produkt wechseln.

Verträglichkeit und Nebenwirkungen des Diaphragmas

Im Allgemeinen überzeugen Diaphragmen mit hoher Verträglichkeit. Zu Problemen kann es jedoch kommen, wenn du unter einer Blasenentzündung leidest. Du solltest mit dem Einsetzen des Diaphragmas dann abwarten, bis die Entzündung ausgeheilt ist. Nebenwirkungen, wie bei der Pille, entstehen nicht, da es nicht zu hormonellen Schwankungen oder Gewichtszunahme kommt.

Durch Diaphragmen werden keine Menstruationsbeschwerden ausgelöst. Verbleibt das Pessar länger als 24 Stunden im Körper, kann es zu Ausfluss, Scheidenentzündungen und unangenehmen Gerüchen kommen. Auch das Risiko für Harnröhrenentzündungen steigt. Allergische Reaktionen kommen sowohl bei Frauen als auch bei Männern überaus selten vor.

Für wen ist ein Diaphragma nicht geeignet?

Die meisten Frauen vertragen Diaphragmen und haben keine Probleme. Bestehen gesundheitliche Einschränkungen, wie Gebärmuttersenkungen, oder lässt sich das Pessar nicht richtig platzieren, ist diese Verhütungsmethode ungeeignet.

Wenn Du spontanen Geschlechtsverkehr magst und keine Lust hast, über Verhütung nachzudenken, ist das Diaphragma nicht unbedingt empfehlenswert. Auch bei immer wieder auftretenden Harnwegserkrankungen oder Allergien gegen Silikon und Spermizide ist von der Anwendung abzuraten.

Generell ist eine Verhütung mit Diaphragma eine zuverlässige und sichere Methode, sofern eine perfekte Anpassung erfolgt ist. Wenn Du das Scheidenpessar mühelos einsetzen und den richtigen Sitz kontrollieren kannst, bietet dieses Verhütungsmittel hohe Sicherheit. Gleich, ob Du Dich für ein Diaphragma oder für ein anderes Verhütungsmittel interessierst – Du solltest Dich immer eingehend von einem Frauenarzt beraten lassen.

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