Wickeln – Für eine sichere Hygiene in der Babyzeit

Zur Vorbereitung auf das Leben mit Deinem Baby zählt auch der Gedanke an das baldige Wickeln. Es ist vollkommen normal, wenn Du mit gemischten Gefühlen an diese Aufgabe denkst. Ist es Dein erstes Baby, bist Du in Sachen Wickeln immerhin noch ein vollkommener Neuling. Von der Einrichtung des Wickeltischs bis hin zur Auswahl der Windeln wirst du Dir schon vor der Geburt einige Fragen stellen müssen. Die Entscheidungen, die Du triffst, werden Dich teilweise bis zur Trockenheit Deines Kindes begleiten. In der Regel erreichen Kinder dieses Ziel jedoch frühstens mit zweieinhalb Jahren. Rund um das Thema Wickeln solltest Du Dich also in Ruhe mit allen wichtigen Faktoren beschäftigen, um eine entspannte und sichere Zeit genießen zu können.

Der Wickeltisch

Wie bereits erwähnt, ist die Wickelzeit durchaus lang. Für Dich bietet sich daher die feste Installation eines Wickeltischs oder Wickelplatzes an. Hier können alle Utensilien, die Du für das Wickeln brauchst, in Schubladen oder Aufbewahrungskisten auf Dich und Dein Baby warten. Für die Grundausstattung eines Wickelplatzes benötigst Du jedoch nicht nur einen Wickeltisch, sondern auch eine geeignete Wickelunterlage. Diese zeichnet sich durch eine wasserabweisende Oberfläche aus und bietet Deinem Baby eine weiche Liegemöglichkeit. Geht einmal etwas daneben, haben hochwertige Wickelunterlagen einen Auslaufschutz, der Boden und Schrank vor Verunreinigung schützt. Die Wickelunterlage sollte außerdem entsprechend der Breite Deines Wickeltischs ausgewählt werden.

Da gerade kleine Babys noch sehr leicht frieren, empfiehlt sich der Kauf einer Wärmelampe für den Wickeltisch ebenfalls. Sie kann oberhalb des Wickelplatzes angebracht werden und spendet innerhalb weniger Sekunden wohlige Wärme. Besonders für Babys, die nicht im Sommer geboren werden, lohnt sich ein solcher Strahler.

Faktor Sicherheit

Immer wieder wird von Babys berichtet, die der Mutter während des Wickelns vom Wickeltisch gefallen sind. Besonders wenn die Kinder agiler werden und mit Strampeln und Drehen anfangen, ist ein solcher Unfall schnell passiert. Die Folgen können gravierend sein und reichen von Knochenbrüchen bis hin zu Gehirnerschütterungen und sogar Hirnblutungen mit Todesfolge.

Um sicher zu gehen, dass so etwas nicht passiert, verzichten viele Mütter von Anfang an auf einen Wickeltisch und wickeln ihr Kind auf dem Boden. Die Einrichtung eines Wickelplatzes in Bodennähe ist in der Tat sinnvoll, wenn Du Dich ängstlich fühlst.

Möchtest Du dennoch einen Wickeltisch aufstellen, solltest Du alle wichtigen Utensilien so anordnen, dass Du stets eine Hand am Körper Deines Kindes halten kannst. So verhinderst Du unbeobachtete Momente und hast Dein Kind sicher im Griff.

Wichtig: Niemals darfst Du Dein Baby unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch liegen lassen. Klingelt das Telefon oder musst Du schnell einen frischen Body holen, nimm Dein Baby lieber auf den Arm und lege es später wieder ab. So verhinderst Du folgenschwere Unfälle.

Welche Dinge am Wickelplatz benötigt werden

Es gibt eine Reihe sinnvoller Utensilien, die Du während der Wickelzeit brauchen wirst. Stelle sicher, dass gerade diese Dinge stets in greifbarer Nähe sind, wenn Du Dein Baby wickeln möchtest. Zu den wichtigsten Utensilien am Wickelplatz gehören:

  • Ausreichend frische Windeln
  • Wechselbekleidung für Dein Baby, falls während des Wickelns etwas schief geht oder die Windel undicht war.
  • Feuchte Tücher oder Öltücher, um den Babypopo sanft zu säubern
  • Pflegende Salbe oder Creme gegen wunde Stellen im Windelbereich (Zinksalbe ist zu empfehlen)
  • Desinfektionsspray für die Wickelunterlage nach dem Wickeln.
  • Ein Mülleimer für gebrauchte Windeln (optimalerweise ein spezieller Windeleimer mit Geruchsstopp)
  • Spielzeug wie Greifringe oder kleine Bücher zur Ablenkung
  • Ein sauberes Handtuch zum Abtrocknen des Babypopos
  • Eine Rolle Küchentücher

Achte darauf, dass alle Pflegeprodukte und verschluckbaren Kleinteile nicht in Reichweite Deines Babys liegen. Gerade bei älteren Babys wandert schnell einmal etwas in den Mund.

Die Bekleidung macht den Unterschied

Wie schwer oder leicht das Wickeln Dir fallen wird, ist auch von der Bekleidung Deines Babys abhängig. Achte darauf, von der Unterwäsche bis zur Oberbekleidung Stücke zu wählen, die sich leicht an- und auch wieder ausziehen lassen. Es gibt spezielle Bodys, die Du auch mit einer Hand zum Wickeln öffnen kannst. So musst Du Dein Baby nur am Unterkörper ausziehen und kannst die Oberbekleidung hochschieben.

Der Vorgang des Wickelns

Der erste Schritt auf dem Weg zur gewechselten Windel ist das Ausziehen der alten Windel. Lege Dein Baby hierfür mit dem Rücken auf die Wickelunterlage und ziehe sowohl Hose als auch Strumpfhose aus. Den Body knöpfst Du auf. Nun kannst Du die Verschlüsse der Windel öffnen. Die gebrauchte Windel klappst Du nun auf und lässt sie unter dem Babypopo liegen. Für eine saubere Unterlage nimmst Du ein Küchentuch aus Papier und legst es zwischen den Popo und die Windel. Nun kannst Du die Windelregion gründlich reinigen. Hat Dein Baby ein großes Geschäft gemacht, so kannst Du mit dem oberen Teil der gebrauchten Windel für eine erste Reinigung sorgen. Ist ein Waschbecken in der Nähe des Wickelplatzes, spüle den Popo Deines Kindes ruhig mit klarem Wasser ab. Bei der Verwendung von feuchten Tüchern achte auf Parfumfreiheit. Duftstoffe und Zusatzstoffe reizen die Haut nur unnötig.

Wichtig: Wische beim Säubern des Analbereichs stets von vorne nach hinten. So verhinderst Du eine Infektion von Vagina oder Penis mit Darmkeimen.

Um auch unter dem Po Deines Babys richtig wischen zu können, drehe seinen Körper etwas zur Seite. Du kannst auch die Beine Deines Babys überkreuzen und die Unterschenkel mit einer Hand umfassen. So kannst Du den Po Deines Babys kurz anheben, um eine frische Windel darunter zu legen.

Genauso wichtig wie das gründliche Reinigen der Windelregion ist auch das vollständige Abtrocknen dieses Bereichs. Mit einem Handtuch lassen sich Po und Beine leicht trocknen. Hast Du einen Fön, kannst Du den Babypo auf sanfter und lauwarmer Stufe trocknen. Zeigt der Po Deines Kindes nach dem Trocknen wunde Stellen, trage dort eine Wundschutzcreme oder Zinksalbe auf. Die Verwendung von Babypuder ist nicht zu empfehlen, denn er sorgt oft für Hautirritationen.

Nun geht es an das Verschließen der Windel. Positioniere den Po Deines Kindes gerade auf der Windel und klappe die obere Hälfte über den Intimbereich. Nachdem Du die beiden Verschlüsse geschlossen hast, sollte die Windel locker am Körper Deines Kindes sitzen. Du kannst den optimalen Sitz testen, indem Du einen Finger zwischen die Windelbündchen und den kindlichen Körper schiebst. Gelingt das mühelos, passt die Windel.

Tipp: In den ersten Wochen solltest Du den oberen Rand der Windel umklappen. So bleibt sie nicht am Rest der Nabelschnur hängen und Hautirritationen oder Verletzungen werden vermieden.


Zum Abschluss des Wickelvorgangs solltest Du natürlich das Händewaschen nicht vergessen. Reinige und desinfiziere den Wickelplatz für den nächsten Wechselvorgang.

Ruhe in das Wickeln bringen

Viele Babys schreien während des Wickelns und wollen diesen lästigen Vorgang einfach nicht über sich ergehen lassen. Du kannst durch liebevolle Zuwendung, ruhige Handgriffe und behutsames Sprechen zu Deinem Kind für eine entspanntere Atmosphäre sorgen. Eine Garantie für stets ruhiges und tränenfreies Wickeln gibt es jedoch in keinem Haushalt.

Wichtig ist, dass Du während des Wickelns nicht grob wirst oder den Windelwechsel allzu hektisch durchführst. Für den nächsten Wickelvorgang ist dann nämlich Weinen bereits vorprogrammiert.

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