Geschwister – Vom Doppelpack bis hin zur wilden Bande

Eltern, die sich kein Einzelkind wünschen, sondern gleich mehrere Kinder in ihrer Familie haben möchten, entscheiden sich durchaus für einen turbulenten Lebensweg. Schon mit zwei Kindern wird die Erziehung (je nach Altersunterschied) an die besondere Situation angepasst werden müssen. Je mehr Kinder es in einem Haushalt gibt, desto größer ist die Verantwortung der Eltern, einen harmonischen und respektvollen Umgang miteinander zu vermitteln. Die Erziehung ist im Bereich der Geschwisterbeziehung also von besonderer Bedeutung.

Geschwisterkinder haben es besser?

Eltern mit Einzelkindern und Eltern mit mehreren Kindern zeigen häufig recht wenig Verständnis füreinander. Die Diskussion darüber, ob nun Geschwister oder Einzelkinder im späteren Leben besser dastehen, ist schon sehr alt und könnte verfahrener kaum sein. Wissenschaftler haben sich dieser Thematik sogar bereits angenommen und konnten in der Tat Unterschiede in der Entwicklung jeweiliger Kinder feststellen. Dass eine Gruppe jedoch im späteren Leben mehr Chancen oder Möglichkeiten haben würde, wird durch das Aufwachsen mit oder ohne Geschwister nicht beeinflusst.

Auch Du solltest Dich daher von dieser allgegenwärtigen Diskussion nicht verunsichern lassen. Die Anzahl Deiner Kinder bestimmen Dein Partner und Du ganz allein. Ob Ihr Euch mit fünf oder einem Kind wohlfühlt, bleibt ganz Euch überlassen.

Erziehungsratschläge für Geschwister Eltern

Im Leben mit Geschwisterkindern spielen Rivalität und Neid gelegentlich eine nicht unbeträchtliche Rolle. Eltern sollten hier nicht unbedingt immer als regulierende Kraft eingreifen, sondern den Kindern die Möglichkeit geben, Konflikte selbst zu lösen und ihre Position in der Familie zu erkennen. Mit fortschreitendem Alter erkennen die meisten Geschwister dann, dass die kindlichen Rangkämpfe nicht zur tatsächlichen Verbesserung der eigenen Stellung bei den Eltern dienten.

Gerechtigkeit darf in der Erziehung von Geschwistern ebenfalls nicht fehlen. Fühlt sich ein Kind durchgängig benachteiligt und hat es damit möglicherweise sogar Recht, so führt dies zu einer unharmonischen Gesamtsituation in der Familie. Hiermit ist jedoch nicht gemeint, dass Geschwisterkinder stets das Gleiche erlaubt bekommen sollten. Dem ältesten Kind der Geschwister steht schon aus Altersgründen oft mehr offen. Dies zu akzeptieren, ist für die kleineren Geschwister nicht immer leicht, unterstützt jedoch die Ausbildung von Fähigkeiten wie Verständnis, Verzicht und Rücksichtnahme.

Die Eltern teilen zu müssen, kann für Geschwister oft eine schwierige Hürde sein. Eltern tun daher gut daran, sich für das einzelne Kind hin und wieder „Sonderzeiten“ einzurichten. So können Mama oder Papa mit einem Ausflug oder einem Spiel mit nur einem der Kinder die individuelle Beziehung stärken. Das Prinzip der Gerechtigkeit greift selbstverständlich auch hier, indem die besondere Zeit mit den einzelnen Elternteilen jedem gleichermaßen zusteht. Durch die gelegentliche, ungeteilte Aufmerksamkeit wird den Geschwisterkindern auch das Teilen im Allgemeinen leichter fallen.

Letztlich profitieren Geschwister davon, sich auch im späteren Leben bei intakter Beziehung nicht alleine fühlen zu müssen. Du kannst durch eine gerechte und konsequente Geschwister-Erziehung für genau diese funktionierende Gemeinschaft sorgen und den Zusammenhalt in der Familie nachhaltig stärken.

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