Der Vaginalring – Eine „runde“ Sache

Hormone bieten bei der Verhütung eine besondere Sicherheit. Viele Frauen sind jedoch nicht begeistert von hohen Konzentrationen, da diese oftmals Nebenwirkungen hervorrufen. Der Vaginalring ist eine Möglichkeit, Hormone in geringer Konzentration nutzen zu können. Du musst für eine sichere Verhütung mit dem Ring keine Tabletten einnehmen oder Eingriffe an deinem Körper vornehmen lassen. Die Handhabung des Vaginalrings ist denkbar einfach, weswegen sich auch Frauen mit wenig Zeit gerne auf ihn verlassen. Zeitgleich bietet er eine komfortable Sicherheit vor Schwangerschaften.

Wie der Vaginalring funktioniert

Der Vaginalring ist ein weicher und durchsichtiger Ring. Er passt sich aufgrund seines Materials dem Körper optimal an. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass Du den Ring während des Tragens spüren kannst. Es muss beim Vaginalring aufgrund seiner Flexibilität nicht auf die passende Größe geachtet werden. Eine Universalgröße lässt den Ring allen Frauen gleichermaßen gut passen. Einlegen kannst Du den Vaginalring selbst. Zwischen dem ersten und fünften Tag deiner Periode schiebst du den Ring mit beiden Fingern in die Scheide, wo er sich der Scheidenwand anpasst. Sofort beginnt der Vaginalring mit der Freisetzung einer Mischung von Östrogen und Gestagen. Die Hormone verhindern zeitgleich das Eindringen von Spermien durch die Veränderung der Schleimhaut und verbieten es der Eizelle, den Eierstock zu verlassen. So bist du auf zwei Wegen sicher geschützt. Aufgenommen werden die Hormone von der Schleimhaut Deiner Scheide.

Drei Wochen lang bleibt der Vaginalring in der Scheide. Nach Ablauf dieser Zeit entfernst Du ihn und wartest eine Woche lang. Beispielsweise also hast Du den ersten Ring Dienstags eingesetzt. Folglich setzt Du den zweiten Ring dann ebenfalls an einem Dienstag ein. Es wird sogar empfohlen, den Vaginalring immer zur gleichen Uhrzeit einzusetzen. So solltest Du dir am besten stets notieren, wann Du den Ring einlegen musst. Während der Woche, in der kein Ring eingelegt ist, wirst Du eine Blutung haben, bist jedoch weiterhin sicher geschützt vor Schwangerschaft. Solltest Du die Blutung einmal verschieben wollen, kannst Du am letzten Tag der dreiwöchigen Tragezeit direkt einen neuen Ring einlegen.

Auch wenn der Vaginalring durch den Einsatz von Hormonen eine hohe Sicherheit bietet, solltest Du in der ersten Woche der ersten Anwendung zusätzlich verhüten. Kondome sind hier zu empfehlen.

Der Vaginalring beim Sex

Der Vaginalring stört die meisten Paare nicht. Seine Biegsamkeit und Flexibilität lässt ihn auch während des Geschlechtsverkehrs zu einem unscheinbaren Begleiter werden. Stört er Deinen Partner und Dich aber dennoch, so kannst Du ihn für maximal drei Stunden entfernen. Legst Du ihn dann wieder ein, muss er jedoch ganze 24 Stunden in der Scheide verbleiben, um einen Schutz zu gewährleisten.

Die Sicherheit des Vaginalrings

Mit einem Pearl Index von 0,4 bis 0,65 ist der Vaginalring kaum von der Pille zu unterscheiden. Auch hier solltest Du jedoch nicht vergessen, das er als hormonelle Verhütungsmethode keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten bietet. Bei wechselnden Geschlechtspartnern sind Kondome als zusätzlicher Schutz ein absolutes Muss.

Beeinträchtigungen der Sicherheit sind bei Johanniskraut Präparaten und Anti Epileptika möglich. Was Antibiotika betrifft, solltest Du die Sicherheit individuell mit Deinem Arzt absprechen. Manche Antibiotika beeinflussen den Verhütungsring nicht. Erbrechen und Durchfall sind ebenfalls keine Gefahr für die Sicherheit des Rings.

Ein besonderer Fall ist ein Pilzinfektion. Liegt eine solche bei Dir vor, kann das eingesetzte Medikament die Wirkung des Verhütungsrings herabsetzen. Sprich dies am besten individuell mit Deinem Arzt ab.

Die Vor- und Nachteile des Verhütungsrings

Ein großer Vorteil des Vaginalrings liegt in seiner einfachen Handhabung. Du musst nicht jeden Tag an die Verhütung denken und kannst sie dementsprechend auch nicht vergessen. Für viele Frauen ist besonders dieser Faktor ausschlaggebend.

Die Nachteile des Vaginalrings sind die möglichen Nebenwirkungen. Wie bei jedem  Verhütungsmittel mit Hormonen können diese trotz der geringen Konzentration für körperliche Reaktionen sorgen. Akne, Übelkeit, Stimmungsschwankungen und auch Brustschmerzen sind möglich. Manche Frauen berichten ebenfalls noch verstärktem Ausfluss und gehäuften Entzündungen der Scheide.

Für wen der Vaginalring geeignet ist

Viele Frauen schwören auf den Einsatz des Vaginalrings und sind mit dieser Methode zur Verhütung zufrieden. Verträgst Du Hormone in der Verhütung nicht und gibt es sogar gesundheitliche Gründe dafür, solltest Du auf den Vaginalring verzichten. Auch bei einer Scheidensenkung solltest Du Dich für ein anderes Verhütungsmittel entscheiden.

Frauen, die sich von täglichen Tabletteneinnahmen unabhängig machen möchten, sich mit Hormonen jedoch sicherer fühlen, sind mit dem Vaginalring bestens beraten.

Vaginalring und Kinderwunsch

Möchtest Du schwanger werden, kannst Du den Einsatz des Vaginalrings unkompliziert beenden. Es kann vorkommen, dass sich Dein Zyklus aufgrund der Hormone zunächst etwas einpendeln muss. Die meisten Frauen werden nach Absetzen des Vaginalrings jedoch durchschnittlich schnell schwanger.

Was der Vaginalring kostet

Die Vaginalringe werden stets in Dreierpackungen verkauft. So bist Du mit einer Packung für drei Monate geschützt. Kostenfaktor an dieser Stelle sind etwa 35 bis 50 Euro. Auch hier ist der Vaginalring der Pille sehr ähnlich und rangiert etwa in der gleichen Preisklasse.

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