Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, ist das für viele Paare eine große seelische Belastung. Wichtig zu wissen: Ungewollte Kinderlosigkeit ist häufig, und in vielen Fällen lässt sich helfen. Hier erfährst Du, was hinter Unfruchtbarkeit stecken kann und welche Wege es gibt.
Wann spricht man von Unfruchtbarkeit?
Von Unfruchtbarkeit ist in der Regel die Rede, wenn trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr nach einem Jahr keine Schwangerschaft eingetreten ist. Bei Frauen über 35 wird oft schon nach einem halben Jahr zur Abklärung geraten.
Mögliche Ursachen
Die Ursachen können bei der Frau, beim Mann oder bei beiden liegen – etwa Hormonstörungen, Probleme mit den Eileitern, eine eingeschränkte Spermienqualität oder unerkannte Erkrankungen. Häufig ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Eine gründliche Diagnostik bei beiden Partnern bringt Klarheit.
Welche Wege gibt es?
Je nach Ursache reichen die Möglichkeiten von einer Hormonbehandlung über kleine Eingriffe bis zur künstlichen Befruchtung. Auch Adoption oder ein Pflegekind sind für manche Paare ein erfüllender Weg, eine Familie zu gründen.
Die Seele nicht vergessen
Ein unerfüllter Kinderwunsch belastet oft auch die Partnerschaft. Scheut Euch nicht, Unterstützung anzunehmen – etwa durch eine Kinderwunschberatung. Ihr seid mit dieser Erfahrung nicht allein.
Häufige Frage
An wen wenden wir uns zuerst?
Erste Ansprechpartner sind die Frauenärztin und der Urologe. Sie leiten die nötige Diagnostik ein und überweisen bei Bedarf an ein Kinderwunschzentrum.
Was eine Kinderwunschbehandlung kostet
Die Kosten sind für viele Paare der entscheidende Punkt, und die Regeln sind unübersichtlich. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel 50 Prozent der Kosten für bis zu drei Versuche einer künstlichen Befruchtung – gebunden an Bedingungen: Das Paar muss verheiratet sein, es dürfen nur eigene Ei- und Samenzellen verwendet werden, und es gelten Altersgrenzen (Frau 25 bis 40, Mann bis 50 Jahre).
Der Eigenanteil liegt je nach Verfahren im vierstelligen Bereich pro Versuch. Wichtig zu wissen: Bund und viele Bundesländer gewähren zusätzliche Zuschüsse, die den Eigenanteil deutlich senken und in manchen Ländern auch unverheirateten Paaren offenstehen. Der Antrag muss allerdings vor Behandlungsbeginn gestellt werden – wer erst danach fragt, geht leer aus. Viele Kassen bieten inzwischen zudem freiwillige Mehrleistungen an; ein Vergleich lohnt sich vor dem ersten Termin.
Was passiert bei der ersten Abklärung?
Bei der Frau werden Zyklus, Hormonwerte und die Durchgängigkeit der Eileiter untersucht, beim Mann ein Spermiogramm erstellt. Das ist unaufwendig und sollte parallel geschehen – die Untersuchung des Mannes ist die schnellste und günstigste und wird trotzdem oft nach hinten geschoben.
