Minipille

Minipillen werden in der Regel Frauen verschrieben, die Östrogene nicht vertragen, da diese Minipillen nur Gestagene enthalten. Aus diesem Grund haben Sie auch wesentlich geringere Nebenwirkungen. Jedoch solltest du dir darüber im Klaren sein, dass die Minipille nur dann sicher wirkt, wenn du sie jeden Tag zur selben Uhrzeit nimmst.

Was ist die Minipille und wie wirkt sie?

PillenpackungMinipillen enthalten kein Östrogen, daher sind sie für Frauen geeignet, die dieses Hormon nicht vertragen. Der Wirkstoff dieser Pillen ist entweder das Gestagen Desogestrel oder Levonorgestrel. Diese beiden Hormone sorgen dafür, dass keine Samenfäden in deine Gebärmutter eindringen können, da sich der Schleim im Gebärmutterhals verfestigt. Weiterhin baut sich mit der Minipille deine Gebärmutterschleimhaut nicht so ausreichend auf, dass sich ein befruchtetes Ei einnisten könnte. Das Hormon Desogestrel ist etwas sicherer, da es im Gegensatz zu Levonorgestrel, deinen Eisprung verhindert.

Wann beginne ich mit der Minipille und ab wann wirkt sie?

Nachdem der Frauenarzt dir die Minipille verschrieben hat, nimmst du sie am ersten Tag deiner Menstruation. Von diesem Tag an wirkt die Minipille sicher und zuverlässig. Nimmst du sie aber zum ersten Mal zwischen dem zweiten und fünften Tag deiner Menstruation, setzt die Wirkung zur Empfängnisverhütung erst nach sieben Tagen ein. Daher solltest du, wenn du nicht schwanger werden möchtest, die ersten sieben Tage, beispielsweise mit einem Kondom verhüten.

Anders verhält es sich, wenn du von einer anderen hormonellen Verhütungsmethode auf die Minipille umsteigst. Hier können die Einnahmeregeln von Pille zu Pille unterschiedlich sein. Deshalb solltest d die Packungsbeilage genau durchlesen oder deinen Arzt fragen. In der Regel wird der Frauenarzt dir aber genau erklären, was bei der Umstellung zu beachten ist.

Die Minipille wird, ohne Pillenpause, immer 28 Tage durchgängig eingenommen.

Wie sicher und zuverlässig ist die Minipille?

Wenn sein Arzt dir die Minipille verschrieben hat, solltest du auf größte Disziplin achten, da du sie täglich zur gleichen Zeit einnehmen muss. Hast du ein Präparat mit dem Wirkstoff Levonorgestrel, solltest du besonders pünktlich mit der Einnahme sein, denn bereits bei einer verspäteten Einnahme von mehr als drei Stunden, ist der Empfängnisschutz nicht mehr sicher.

Anders hingegen ist es bei der Minipille mit dem Wirkstoff Desogestrel, da hier erst bei einer Verspätung von mehr als zwölf Stunden der Empfängnisschutz gefährdet ist. Daher gilt die Minipille mit diesem Wirkstoff ähnlich sicher, wie ein anderes Kombinationspräparat.

Minipille vergessen – und nun?

Während es bei der Pille nicht unbedingt zum Problem werden kann, wenn du die Pille einmal vergessen hast, ist dies bei der Minipille schon etwas anders. Hier solltest du dich wirklich genau an die Zeit halten und am besten den Handywecker stellen. Wie schon oben beschrieben ist bei dem Wirkstoff Levonorgestrel der Empfängnisschutz bereits nach drei Stunden nicht mehr sicher. Die Minipille mit Desogestrel kann auch noch bis zu 12 Stunden später eingenommen werden, ohne dass es den Schutz beeinträchtigt. Solltest du die Minipille dennoch vergessen haben einzunehmen, ist es wichtig die Einnahme so schnell wie möglich nachzuholen, auch wenn du dann zwei Pillen an einem Tag nehmen muss. Ebenso solltest du mindestens die nächsten sieben Tage zusätzlich verhüten.

In der Regel ist der Empfängnisschutz innerhalb von zwei oder drei Tagen wieder hergestellt, jedoch solltest du trotzdem deinen Arzt aufsuchen und ich beraten lassen.

Was muss ich bei der Einnahme beachten?

Nochmals möchten wir erwähnen, wie wichtig es ist, die Minipille täglich zur gleichen Zeit einzunehmen. Nur so hast du einen sicheren Schutz!

Solltest du dich innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme übergeben müssen, ist der Empfängnisschutz gefährdet und es gilt das gleiche Prinzip, wie bei der Pille die vergessen wurde. Da du diese Pille ja nicht zusätzlich einnehmen kannst, solltest du in den nächsten sieben Tagen mit anderen Methoden zusätzlich verhüten.

Weiterhin solltest du bei der Einnahme verschiedener Medikamente vorsichtig sein. Antibiotika, Antiepileptika wie auch einige Schlaf- und Beruhigungsmittel können die Wirkung und somit die Sicherheit von Minipillen beeinträchtigen.

Vor- und Nachteile der Minipille

In der Regel haben die Minipillen wesentlich weniger Nachteile als Kombipillen. Sie können daher von Frauen eingenommen werden, die Östrogene nicht vertragen und eignen sich auch für Frauen, die stillen aber trotzdem verhüten möchten. Der Vorteil dabei ist, dass die Gestagene die die Muttermilch in der Zusammensetzung kaum verändern und auch die Milchmenge sich nicht verringert. Ebenso nimmt das Baby nicht wie bei Kombipräparaten große Mengen an Hormonen auf.

Trotz allem hat die Minipille auch einige Nachteile. Die Nebenwirkungen müssen zwar nicht auftreten, können aber. So kann es passieren, dass du Kopfschmerzen bekommst, die Brust spannt oder die übel wird. Weiterhin kann die Minipille dazu führen, dass du Akne bekommst oder auch deine Stimmung sehr wechselhaft sein kann. Ab und zu ist es möglich, dass du Zyklusunregelmäßigkeiten oder auch Zwischenblutungen bekommst. Und manchmal bleiben die Blutungen auch ganz aus. Aber wie schon beschrieben, dies kann alles sein, muss aber nicht zwingend auf dich zutreffen.

Für wen ist die Minipille nicht geeignet?

Die Minipille ist nicht für dich geeignet, wenn du die Einnahme nicht täglich zur gleichen Zeit garantieren kannst. Ebenso könnte der Empfängnisschutz nicht mehr sicher sein, wenn du folgende Medikamente einnehmen musst:

  • Antibiotika
  • Antiepileptika
  • Schlaf- und Beruhigungsmittel

Daher solltest du deinem Frauenarzt unbedingt erzählen, wenn du andere Medikamente einnehmen musst, denn nur so kann er für dich die richtige Minipille finden.

Die Minipille ist ebenfalls nicht für dich geeignet, wenn du

  • schwanger bist
  • an einer Lebererkrankung leidest
  • eine Zyste an den Eierstöcken hast
  • innerhalb der letzten fünf Jahren Brustkrebs hattest

Treten immer wieder Zwischenblutungen oder andere Probleme auf, solltest du ebenfalls zu deinem Arzt gehen und dich beraten lassen. Denn oftmals ist diese Minipille dann nicht die richtige für dich und du wirst ein anderes Präparat verschrieben bekommen.

Wer bezahlt die Minipille?

Eine Dreimonatspackung der Minipille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel kostet etwa 25 Euro.

Die Dreimonatspackung mit dem Wirkstoff Desogestrel kostet etwa 30 Euro.

Diese Kosten werden bis zum 18. Lebensjahr von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Erst danach fallen, bis zum 20. Lebensjahr, Rezeptgebühren an. Nach dem 20. Lebensjahr müssen die Kosten der Pille voll übernommen werden.

Bist du Privat versichert, musst du in jedem Alter die kompletten Kosten der Minipille übernehmen.

[Gesamt:19    Durchschnitt: 4.4/5]