Du entdeckst beim Toilettengang einen zähen, glasigen Schleim, vielleicht mit etwas Blut darin – und fragst Dich sofort: Geht es jetzt los? Die kurze Antwort: wahrscheinlich noch nicht heute, aber bald.
Hier erfährst Du, was der Schleimpfropf ist, wie er aussieht, was die sogenannte Zeichnungsblutung bedeutet und wann Du in der Klinik anrufen solltest.
Was der Schleimpfropf ist
Während der Schwangerschaft verschließt ein zäher Pfropf aus Schleim den Gebärmutterhals. Er ist eine Schutzbarriere: Er hält Keime davon ab, aus der Scheide in die Gebärmutter aufzusteigen. Der Pfropf ist über die ganze Schwangerschaft hinweg vorhanden und macht sich in der Regel überhaupt nicht bemerkbar.
Wenn sich der Muttermund gegen Ende der Schwangerschaft weich macht und langsam öffnet, verliert der Pfropf seinen Halt – und geht ab.
Wie sieht er aus?
Sehr unterschiedlich, und genau das verunsichert viele. Typisch ist ein zäher, glasiger bis milchig-trüber Schleim, oft gelblich oder bräunlich, manchmal mit rötlichen Fäden. Die Menge reicht von einem kleinen Klumpen bis zu einem esslöffelgroßen Gebilde.
Er kann auf einmal abgehen oder sich über mehrere Tage verteilt lösen. Manche Frauen bemerken ihn nie – auch das ist völlig normal und kein schlechtes Zeichen.
Die Zeichnungsblutung
Ist etwas Blut im Schleim, spricht man von der Zeichnungsblutung. Sie entsteht, wenn sich der Muttermund öffnet und dabei feine Blutgefäße einreißen. Das ist ein normaler Vorgang und kein Grund zur Sorge – im Gegenteil, es zeigt, dass sich etwas tut.
Wichtig ist die Unterscheidung zur echten Blutung: Ein paar rötliche oder bräunliche Fäden im Schleim sind harmlos. Hellrotes, flüssiges Blut in größerer Menge ist es nicht – dazu unten mehr.
Wie lange dauert es dann noch bis zur Geburt?
Der Schleimpfropf löst sich meist zwischen der 38. und 42. Schwangerschaftswoche, häufig etwa drei bis fünf Tage vor der Geburt. Aber das ist ein Durchschnitt, keine Zusage: Bei manchen Frauen vergehen danach noch zwei Wochen, bei anderen beginnen wenige Stunden später die Wehen.
Der Abgang allein ist deshalb kein Grund, in die Klinik zu fahren. Er ist ein Signal, dass Dein Körper sich vorbereitet – mehr nicht. Pack in dieser Zeit die Kliniktasche, falls das noch nicht erledigt ist.
Wann Du anrufen solltest
Melde Dich in der Klinik oder bei Deiner Hebamme, wenn Folgendes hinzukommt:
- hellrote, flüssige Blutung – deutlich mehr als ein paar Fäden im Schleim
- der Schleimpfropf geht vor der 37. Schwangerschaftswoche ab
- Fruchtwasserabgang: klare oder grünliche Flüssigkeit, die schwallartig oder anhaltend abgeht
- regelmäßige Wehen, die stärker und häufiger werden
- der Schleim riecht unangenehm oder ist grünlich – möglicher Hinweis auf eine Infektion
- Du spürst deutlich weniger Kindsbewegungen als sonst
Im Zweifel gilt wie immer: lieber einmal zu viel anrufen. Kreißsäle sind rund um die Uhr besetzt.
Häufige Fragen
Kann sich der Schleimpfropf neu bilden?
Teilweise ja. Der Körper produziert weiter Schleim, ein vollständiger neuer Verschluss entsteht aber nicht mehr, wenn der Muttermund sich einmal geöffnet hat.
Darf ich nach dem Abgang noch baden?
Duschen ist unproblematisch. Von Vollbädern und Schwimmbadbesuchen wird eher abgeraten, weil die Schutzbarriere fehlt – frag im Zweifel Deine Hebamme.
Ich habe nichts bemerkt – ist das schlimm?
Nein. Viele Frauen bemerken den Abgang nie, etwa weil er unter der Dusche oder unbemerkt auf der Toilette passiert. Für den Geburtsverlauf hat das keine Bedeutung.
Ist der Abgang schmerzhaft?
Nein. Manche Frauen spüren ein leichtes Ziehen, die meisten gar nichts.