Erste Kinderschuhe: Ab wann, welche Größe und worauf es ankommt

Die ersten Schuhe sind ein Meilenstein – und einer der häufigsten Fehlkäufe. Denn Kinderfüße wachsen schnell, verformen sich leicht und melden nicht, wenn ein Schuh drückt: Kinder spüren zu enge Schuhe oft gar nicht, weil die Knochen noch weich und verformbar sind.

Hier erfährst Du, wann die ersten Schuhe überhaupt nötig sind, wie Du richtig misst und woran ein guter Kinderschuh zu erkennen ist.

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Ab wann braucht ein Kind Schuhe?

Später, als die meisten denken. Die Antwort lautet nicht „ab dem ersten Schritt“, sondern: sobald Dein Kind draußen selbstständig läuft.

Für drinnen sind Schuhe nicht nötig und nicht sinnvoll. Barfuß laufen trainiert die Fußmuskulatur, schult das Gleichgewicht und fördert die Entwicklung des Fußgewölbes – auf glatten Böden tun es rutschfeste Stoppersocken. Auch beim Krabbeln und in der Wohnung braucht kein Kind feste Schuhe; weiche Krabbelschuhe aus Leder halten warm, mehr sollen sie nicht.

Der erste feste Schuh ist also ein Schutz vor der Straße, kein Lernwerkzeug. Sogenannte Lauflernschuhe machen das Laufenlernen nicht schneller.

Richtig messen: Länge und Weite

Die Schuhgröße auf dem Etikett hilft wenig – sie fällt je nach Hersteller unterschiedlich aus. Was zählt, sind zwei Maße:

Die Länge

Zur gemessenen Fußlänge kommt eine Zugabe von etwa 12 bis 15 Millimetern. Dieser Raum ist kein Wachstumspuffer, sondern wird beim Abrollen tatsächlich gebraucht – der Fuß schiebt sich beim Gehen nach vorn.

Miss im Stehen, weil sich der Fuß unter Belastung verlängert, und am besten nachmittags oder abends: Füße dehnen sich im Tagesverlauf aus.

Die Weite

Hier setzt das WMS-System an (Weiten-Mess-System): Es unterscheidet zwischen Weit, Mittel und Schmal. Zwei Kinder mit derselben Fußlänge brauchen bei unterschiedlicher Fußform verschiedene Schuhe. Ein zu weiter Schuh gibt keinen Halt, ein zu schmaler drückt seitlich.

Im Fachgeschäft wird beides mit einem Messgerät zusammen ermittelt. Das lohnt sich beim ersten Paar auf jeden Fall – danach kennst Du die Weite Deines Kindes und kannst gezielter online kaufen. Marken mit WMS-Kennzeichnung sind unter anderem Elefanten*, Superfit* und Ricosta*.

Alle zwei bis drei Monate nachmessen

Kinderfüße wachsen in Schüben, im zweiten und dritten Lebensjahr besonders schnell – teils um eine Größe in wenigen Monaten. Setz Dir eine Erinnerung: Nachmessen alle zwei bis drei Monate, bei Kindern unter drei Jahren eher häufiger.

Und verlass Dich nicht auf den Daumendruck auf die Schuhspitze. Kinder ziehen die Zehen reflexartig ein, sobald jemand darauf drückt – das Ergebnis ist unbrauchbar. Verlässlicher ist eine herausnehmbare Innensohle, auf die Du den Fuß stellst, oder eine Schablone aus Pappe.

Woran Du einen guten Kinderschuh erkennst

  • Flexible Sohle. Der Schuh muss sich im Ballenbereich leicht biegen lassen. Eine steife Sohle behindert das Abrollen.
  • Kein hoher Schaft „zur Stütze“. Der Fuß soll arbeiten, nicht ruhiggestellt werden. Ein hoher Schaft hält höchstens warm.
  • Leicht. Schwere Schuhe verändern den Gang.
  • Atmungsaktives Material, idealerweise Leder oder ein hochwertiges Textil.
  • Feste Ferse. Die Fersenkappe soll Halt geben, ohne zu drücken.
  • Kein enger Zehenbereich. Die Zehen brauchen Platz, sich zu spreizen – gerade beim Gehen.

Gebraucht kaufen?

Bei Schuhen ist Zurückhaltung angebracht. Getragene Schuhe haben sich an den Fuß des Vorbesitzers angepasst, vor allem im Fersen- und Sohlenbereich. Bei kaum getragenen Paaren – gerade bei den ersten Schuhen häufig – spricht nichts dagegen; abgelaufene Sohlen dagegen gehören nicht an einen wachsenden Fuß.

Häufige Fragen

Braucht mein Kind Lauflernschuhe?

Für drinnen nicht. Barfuß oder Stoppersocken sind besser. Feste Schuhe braucht es, sobald es draußen läuft.

Wie viel Platz muss im Schuh sein?

Etwa 12 bis 15 Millimeter vor der längsten Zehe. Weniger drückt, deutlich mehr lässt den Fuß rutschen.

Woran merke ich, dass die Schuhe zu klein sind?

Oft an nichts – deshalb das regelmäßige Nachmessen. Hinweise können Druckstellen, rote Ränder, eingerollte Zehen oder ein Kind sein, das plötzlich nicht mehr laufen mag.

Sind Barfußschuhe sinnvoll?

Sie kommen dem natürlichen Gehen nahe und haben viele Anhänger. Wichtig ist auch hier die richtige Länge und Weite – ein schlecht sitzender Barfußschuh ist keinem Kinderfuß dienlich.

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