Der erste Abschied an der Kita-Tür fällt oft beiden schwer – dem Kind und den Eltern. Mit etwas Vorbereitung und den richtigen Ritualen gelingt der Abschied aber ohne Tränen und Kummer. Hier erfährst Du, wie Ihr das gut meistert.
Warum der Abschied schwerfällt
Trennungsangst ist in diesem Alter völlig normal und ein Zeichen einer gesunden Bindung. Dein Kind muss erst lernen, dass Du zwar gehst, aber verlässlich wiederkommst. Eine behutsame Eingewöhnung legt dafür den Grundstein.
So gelingt der Abschied
- Kurz und klar verabschieden: langes Zögern macht es schwerer,
- Ein festes Abschiedsritual: ein Winken am Fenster, ein Kuss – immer gleich,
- Zuversicht ausstrahlen: Dein Kind spürt Deine Sicherheit,
- Ein vertrautes Kuscheltier als Trostspender mitgeben.
Vertrauen geben
Verabschiede Dich immer bewusst – heimliches Verschwinden untergräbt das Vertrauen. Sag Deinem Kind, wann Du wiederkommst, und halte das verlässlich ein. Mit der Zeit wird der Abschied leichter.
Häufige Frage
Mein Kind weint jeden Morgen – mache ich etwas falsch?
Nein. Viele Kinder weinen beim Abschied und beruhigen sich kurz darauf. Frag beim Kita-Personal nach, wie es Deinem Kind nach Deinem Gehen geht – meist ist der Kummer schnell verflogen.
Wie die Eingewöhnung abläuft
Die meisten Kitas arbeiten nach einem der beiden verbreiteten Modelle. Beim Berliner Modell begleitest Du Dein Kind einige Tage in der Gruppe, ohne aktiv mitzuspielen; nach etwa drei Tagen folgt ein erster kurzer Trennungsversuch, der je nach Reaktion ausgedehnt wird. Beim Münchner Modell ist die Kennenlernphase länger, die Gruppe nimmt das Kind stärker mit auf, und die Trennung kommt später.
Beide brauchen Zeit: Zwei bis vier Wochen sind normal, bei jüngeren Kindern eher mehr. Plane den Wiedereinstieg in den Beruf deshalb nicht auf den Tag nach dem Kita-Start – dieser Puffer ist der wichtigste Beitrag zu einer entspannten Eingewöhnung. Und ein Rückschritt nach einem Infekt oder Urlaub gehört dazu und bedeutet nicht, dass alles von vorn beginnt.
Sollte ich zurückkommen, wenn mein Kind weint?
In der Eingewöhnung ja – dort ist das Weinen das Signal, dass die Trennung noch zu lang war. Im späteren Alltag nicht: Wer nach dem Abschied zurückkommt, verlängert den Kummer meist, statt ihn zu lindern.
