Im warmen Wasser zu gebären, empfinden viele Frauen als besonders sanft und entspannend. Die Wassergeburt ist eine beliebte Alternative zur klassischen Entbindung im Bett. Hier erfährst Du, wie sie abläuft und für wen sie geeignet ist.
Warum im Wasser gebären?
Das warme Wasser entspannt die Muskulatur, lindert den Wehenschmerz und nimmt Gewicht vom Körper – das erleichtert das Bewegen und Finden einer guten Position. Viele Frauen erleben die Geburt im Wasser dadurch als angenehmer und selbstbestimmter.
Wie läuft sie ab?
Du verbringst die Wehen – und je nach Verlauf auch die Geburt selbst – in einer speziellen Geburtswanne. Das Baby wird unter Wasser geboren und sanft an die Oberfläche geholt; den ersten Atemzug macht es erst an der Luft. Viele Kliniken und Geburtshäuser bieten diese Möglichkeit an.
Für wen ist sie geeignet?
Die Wassergeburt eignet sich bei unkompliziertem Schwangerschafts- und Geburtsverlauf. Treten Besonderheiten auf, wirst Du gebeten, das Wasser zu verlassen. Ob sie für Dich infrage kommt, besprichst Du mit Deiner Hebamme – mehr zu den Möglichkeiten unter Geburtsarten.
Häufige Frage
Kann mein Baby unter Wasser etwas einatmen?
Nein. Ein angeborener Reflex verhindert das Atmen unter Wasser; das Baby beginnt erst an der Luft zu atmen. Die Wassergeburt gilt bei normalem Verlauf als sicher.
Wann eine Wassergeburt nicht infrage kommt
Die Wassergeburt setzt einen unkomplizierten Verlauf voraus. Nicht möglich ist sie unter anderem bei einer PDA, weil die Beine dann nicht sicher tragen, bei einer Frühgeburt vor 37+0, bei Mehrlingen, bei Beckenendlage, bei Blutungen, bei auffälligem CTG und bei grünem Fruchtwasser. Auch bestimmte Infektionen der Mutter schließen sie aus.
Praktisch heißt das: Die Wanne ist eine Option, kein Plan. Viele Frauen verbringen die Eröffnungsphase im Wasser und gebären dann doch an Land – entweder weil es medizinisch nötig wird oder weil sie es selbst so möchten. Das Wasser wird meist auf Körpertemperatur gehalten, und aussteigen kannst Du jederzeit. Es lohnt sich, bei der Anmeldung zu fragen, wie viele Wannen das Haus hat: Bei voller Belegung ist die Wunschwanne mitunter besetzt.
Kann ich im Wasser einen Dammriss bekommen?
Ja, das ist auch im Wasser möglich. Viele Hebammen beobachten allerdings, dass das warme Wasser das Gewebe geschmeidiger macht und der Damm dadurch nachgiebiger ist. Versorgt wird ein Riss anschließend außerhalb der Wanne.
