Ein Moment der Unachtsamkeit – und schon ist es passiert. Viele Verletzungen im Haushalt lassen sich mit etwas Vorsorge vermeiden. Hier erfährst Du, wo die typischen Gefahren lauern und wie Du Dein Kind schützt, ohne in ständiger Sorge zu leben.
Typische Gefahrenquellen
- Stürze: Treppen mit Gittern sichern, Fenster und Balkone kindersicher machen.
- Verbrennungen: heiße Getränke, Herd und Wasserkocher außer Reichweite halten.
- Vergiftungen: Putzmittel, Medikamente und Kosmetik wegschließen.
- Verschlucken: Kleinteile, Batterien und Magnete fernhalten.
- Ertrinken: Kinder am Wasser – auch in der Wanne – nie allein lassen.
Mitwachsende Sicherheit
Sobald Dein Kind mobil wird, lohnt sich ein Rundgang durch die Wohnung auf Kinderhöhe. So entdeckst Du Gefahren, die aus der Krabbelperspektive ganz anders aussehen. Passe die Sicherung an, wenn Dein Kind klettern und Türen öffnen lernt.
Sicherheit ohne Überbehütung
Schütze vor echten Gefahren, lass Deinem Kind aber Raum zum Ausprobieren. Kleine Missgeschicke gehören zum Lernen dazu – wichtig ist, dass die ernsten Risiken abgesichert sind.
Häufige Frage
Welche Notfallnummern sollte ich griffbereit haben?
Den Rettungsdienst (112) und den Giftnotruf Deiner Region. Häng sie gut sichtbar auf, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht.
Was im Notfall zu tun ist – und was nicht
Bei einer Vergiftung werden reflexhaft oft zwei Dinge getan, die schaden. Löse kein Erbrechen aus – ätzende Stoffe verletzen die Speiseröhre auf dem Rückweg ein zweites Mal, und Erbrochenes kann in die Lunge gelangen. Gib keine Milch: Sie beschleunigt die Aufnahme fettlöslicher Gifte. Richtig ist, dem Kind ein paar Schlucke Wasser oder Tee zu geben, die Verpackung bereitzuhalten und den Giftnotruf anzurufen.
Die Giftnotrufzentralen sind regional organisiert, rund um die Uhr erreichbar und kostenlos – die Nummer der für Dich zuständigen Zentrale gehört an den Kühlschrank, zusammen mit der 112. Dort sagt man Dir binnen Minuten, ob der Stoff überhaupt gefährlich ist. In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: beobachten, nichts weiter nötig.
Lohnt sich ein Erste-Hilfe-Kurs für Eltern?
Sehr. Die Kurse für Säuglinge und Kleinkinder dauern meist einen Tag und behandeln genau die Situationen, die Angst machen – Verschlucken, Fieberkrampf, Sturz. Viele Krankenkassen bezuschussen sie, und Hebammenpraxen bieten sie regelmäßig an.
