In fast jeder Kita gibt es zwei Emmas und drei Noahs. Wer das vermeiden will, sucht nach Namen, die schön klingen, aber selten vergeben werden – und das ist schwerer, als es aussieht: Was heute noch selten ist, kann in fünf Jahren überall sein.
Hier findest Du 32 Vornamen, die in Deutschland selten vergeben werden, ohne dabei fremd oder ausgedacht zu wirken.
Jungennamen
- Cosmogriechisch · die Ordnung
- Iljarussisch · Form von Elias
- Veitlateinisch · der Lebendige
- Curtgermanisch · Kurzform von Konrad
- Rolandalthochdeutsch · der Ruhmreiche
- Aurellateinisch · der Goldene
- Jorisniederländisch · Form von Georg
- Casimirslawisch · der Friedensstifter
- Balthasarbabylonisch
- Lorenzlateinisch · der Lorbeerbekränzte
- Konstantinlateinisch · der Beständige
- Severinlateinisch · der Ernste
- Corneliuslateinisch
- Wendelinalthochdeutsch
- Ferdinandgermanisch · der kühne Beschützer
- Leopoldalthochdeutsch · der mutige Held
Mädchennamen
- Almalateinisch · die Nährende
- Fenjaaltnordisch · aus der Mythologie
- Ilvyniederländisch
- Junolateinisch · römische Göttin
- Ottiliealthochdeutsch · die Erbin
- Rosalielateinisch · die Rose
- Thaliagriechisch · die Blühende
- Veralateinisch · die Wahre
- Elenigriechisch · Form von Helena
- Cordulalateinisch · das Herz
- Philippagriechisch · die Pferdefreundin
- Konstanzelateinisch · die Beständige
- Avelinefranzösisch
- Leonoregriechisch
- Herminegermanisch · die Kämpferin
- Edithaalthochdeutsch
Woran man erkennt, ob ein Name wirklich selten bleibt
Es gibt eine Faustregel, die erstaunlich zuverlässig funktioniert: Namen, die gerade neu auftauchen, werden häufig. Namen, die schon lange existieren und nie häufig waren, bleiben selten.
Der Grund liegt in der Mechanik von Namensmoden. Ein Name wird populär, weil er neu wirkt – durch eine Serie, eine Person des öffentlichen Lebens, einen Trend aus dem Ausland. Genau dieser Neuigkeitswert zieht viele Eltern gleichzeitig an. Namen wie Cordula, Wendelin oder Cornelius dagegen sind seit Jahrhunderten verfügbar und wurden nie zur Mode. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das plötzlich ändert, ist gering.
Praktisch heißt das: Wer wirklich Seltenheit sucht, greift besser zum lange übersehenen als zum gerade entdeckten Namen.
Drei Wege zu einem seltenen Namen
- Die übersprungene Generation. Namen, die im Zyklus noch nicht zurückgekehrt sind – Sieglinde, Editha, Wendelin. Sie kommen aus derselben Quelle wie die heutigen Favoriten, haben den Sprung aber noch nicht gemacht. Mehr davon findest Du bei den altdeutschen Vornamen.
- Die andere Sprachform. Statt Helena die Form Eleni, statt Philipp die weibliche Philippa, statt Konstantin die Form Konstanze. Der Name ist vertraut, die Variante ist es nicht.
- Die kleinere Sprache. Namen aus dem Friesischen, Bretonischen oder Slawischen sind in Deutschland selten, ohne unbekannt zu wirken. Unsere Listen zu friesischen und slawischen Namen sind dafür ein guter Einstieg.
Wo die Grenze liegt
Bei der Suche nach Seltenheit gibt es eine Versuchung, vor der Namensberatungen regelmäßig warnen: die ungewöhnliche Schreibweise eines gewöhnlichen Namens. Mia wird zu Myaa, Leon zu Leyon, Sophie zu Sofieh.
Der Name ist damit formal selten – aber das Kind trägt lebenslang die Erklärungslast, ohne dass ein eigenständiger Name daraus geworden wäre. Bei jeder Anmeldung, jedem Formular, jeder Reservierung muss buchstabiert werden. Ein tatsächlich seltener Name macht diese Arbeit einmal und ist dann erklärt; eine seltene Schreibweise macht sie jedes Mal neu.
Das ist kein Verbot, nur eine Beobachtung. Sprecht die Variante einmal am Telefon durch, bevor Ihr Euch entscheidet.
Was das Standesamt zu seltenen Namen sagt
Ein Name muss in Deutschland weder in einem Verzeichnis stehen noch belegt sein. Er darf nur dem Kindeswohl nicht schaden. Bei den Namen auf dieser Seite ist das unproblematisch – sie sind alle als Vornamen gebräuchlich, nur eben selten. Bei wirklich freien Erfindungen sieht es anders aus; die Einzelheiten stehen in unserem Beitrag Was das Standesamt erlaubt.
Namen merken, teilen, ausdrucken
Neben jedem Namen stehen zwei Schaltflächen:
- ♡ Merken – legt den Namen auf Eure Liste. Unten erscheint eine Leiste mit der Anzahl.
- ↗ Teilen – verschickt genau diesen einen Namen, etwa an den Partner: „Wie findest Du …?“
Die gesammelte Liste könnt Ihr als Link kopieren (der Empfänger sieht dieselbe Liste), per E-Mail verschicken oder ausdrucken – praktisch für den Küchentisch, wenn Ihr zu zweit aussortiert.
Gespeichert wird die Liste ausschließlich in Deinem Browser. Sie geht an keinen Server, wir sehen sie nicht, und es braucht kein Konto. Bei einem Gerätewechsel oder gelöschten Websitedaten ist sie weg – schick sie Dir dann vorher selbst als Link.
Weitere Namenslisten
- Alle Vornamen im Überblick – Einstieg ins Namenslexikon
- Jungennamen – Klassiker und aktuelle Favoriten
- Mädchennamen – von zeitlos bis skandinavisch
- Kurze Vornamen – höchstens fünf Buchstaben
- Unisex-Vornamen – für Mädchen und Jungen
- Skandinavische Vornamen – aus Schweden, Norwegen, Dänemark
- Friesische Vornamen – von der Nordseeküste
- Altdeutsche Vornamen – die Namen der Urgroßeltern
- Muslimische Vornamen – arabisch, türkisch, persisch
- Italienische Vornamen – melodisch und international
- Spanische Vornamen – aus Spanien und Lateinamerika
- Französische Vornamen – elegant und vertraut
- Irische und keltische Vornamen – Irland, Schottland, Wales
- Slawische Vornamen – polnisch, russisch, südslawisch
- Namen aus der Natur – Tiere, Pflanzen, Himmel
- Was das Standesamt erlaubt – Regeln, Grenzen, Ablehnungen
Alles, was Ihr gemerkt habt, sammelt sich auf Eurer Namensliste.
