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Altdeutsche Vornamen: 32 Namen der Urgroßeltern mit Bedeutung

Frieda, Ida, Otto, Karl – Namen, die vor zwanzig Jahren noch als hoffnungslos altmodisch galten, stehen heute wieder in den Geburtsanzeigen. Dahinter steckt ein Muster, das Namenforscher seit Langem beschreiben: Namen brauchen etwa drei Generationen Pause, bevor sie wieder frisch wirken.

Hier findest Du 32 althochdeutsche Vornamen mit Bedeutung – darunter auch solche, die noch nicht zurückgekehrt sind.

Jungennamen

  • Konradalthochdeutsch · kühner Ratgeber
  • Bernhardalthochdeutsch · stark wie ein Bär
  • Ottoalthochdeutsch · das Erbgut
  • Hugoalthochdeutsch · der Verstand
  • Kunoalthochdeutsch · Kurzform von Konrad
  • Reinhardalthochdeutsch · der Ratstarke
  • Wielandalthochdeutsch · der Kunstfertige
  • Adelbertalthochdeutsch · von edlem Glanz
  • Gerdalthochdeutsch · Kurzform von Gerhard
  • Hartmutalthochdeutsch · der Kühne
  • Ludwigalthochdeutsch · berühmter Kämpfer
  • Anselmalthochdeutsch · der Gottesschützling
  • Volkeralthochdeutsch · das Volksheer
  • Dietrichalthochdeutsch · Herrscher des Volkes
  • Eberhardalthochdeutsch · stark wie ein Eber
  • Meinhardalthochdeutsch · der Starke

Mädchennamen

  • Adelheidalthochdeutsch · von edlem Wesen
  • Hedwigalthochdeutsch · die Kämpferin
  • Irmgardalthochdeutsch
  • Berthaalthochdeutsch · die Glänzende
  • Wilhelminealthochdeutsch · entschlossene Beschützerin
  • Kunigundealthochdeutsch · die Kühne
  • Adelealthochdeutsch · die Edle
  • Roswithaalthochdeutsch
  • Mechthildalthochdeutsch · die mächtige Kämpferin
  • Gerlindealthochdeutsch
  • Edelgardalthochdeutsch
  • Hildegardalthochdeutsch · die Kämpferin
  • Thedaalthochdeutsch · Kurzform von Theodora
  • Gundaalthochdeutsch · der Kampf
  • Reinhildalthochdeutsch
  • Sieglindealthochdeutsch

Der Hundertjahre-Zyklus

Die Beobachtung ist einfach: Der Name der eigenen Eltern wirkt normal, der Name der Großeltern wirkt alt, der Name der Urgroßeltern wirkt wieder interessant. Wer heute ein Kind bekommt, greift also zu den Namen, die um 1910 bis 1930 vergeben wurden – Frieda, Ida, Emma, Karl, Paul, Otto.

Daraus lässt sich vorsichtig ableiten, was als Nächstes kommt: die Namen der 1940er- und 1950er-Jahre. Ingrid, Helga, Renate, Klaus, Dieter, Jürgen. Noch klingen sie nach Elterngeneration, aber der Abstand wächst.

Wer bewusst früh dran sein will, findet in dieser Liste deshalb auch Namen, die den Sprung noch nicht geschafft haben: Kunigunde, Mechthild, Reinhild, Eberhard, Volker, Meinhard. Sie sind heute selten – aber es sind dieselben Namen, aus denen die aktuellen Favoriten hervorgegangen sind.

Wie althochdeutsche Namen gebaut sind

Fast alle bestehen aus zwei Wortgliedern, die frei kombiniert wurden. Das erklärt, warum sich so viele Bestandteile wiederholen:

  • -hard / -hart = stark, hart: Bernhard, Reinhard, Eberhard, Meinhard, Gerhard
  • -gard / -gund / -hild = Schutz beziehungsweise Kampf: Irmgard, Hildegard, Kunigunde, Mechthild, Reinhild
  • Adel- = edel: Adelheid, Adele, Adelbert
  • -bert / -brecht = glänzend: Adelbert, Albert, Ruprecht

Die Kombinationen wurden nicht nach ihrer Gesamtbedeutung gewählt, sondern nach Familientradition: Ein Namensglied der Mutter wurde mit einem des Vaters verbunden. Deshalb ergeben viele altdeutsche Namen wörtlich übersetzt keinen sinnvollen Satz – „edler Glanz“ oder „mächtige Kämpferin“ sind rückblickende Deutungen, keine ursprünglichen Absichten.

Kurzformen als Ausweg

Manche altdeutschen Namen sind in der Vollform schwer zu vergeben, in der Kurzform aber längst wieder gebräuchlich. Konrad wird zu Kuno, Theodora zu Theda, Gertrud zu Gesa, Adelheid zu Elke oder Heidi, Mathilde zu Tilda.

Das ist ein gangbarer Mittelweg, wenn Ihr die Familientradition aufnehmen wollt – etwa den Namen einer Urgroßmutter –, das Kind aber nicht mit der vollen Wucht des Originals ausstatten möchtet. Ein zweiter Vorname erfüllt denselben Zweck: Er steht in der Urkunde, wird aber nicht täglich gerufen.

Namen merken, teilen, ausdrucken

Neben jedem Namen stehen zwei Schaltflächen:

  • ♡ Merken – legt den Namen auf Eure Liste. Unten erscheint eine Leiste mit der Anzahl.
  • ↗ Teilen – verschickt genau diesen einen Namen, etwa an den Partner: „Wie findest Du …?“

Die gesammelte Liste könnt Ihr als Link kopieren (der Empfänger sieht dieselbe Liste), per E-Mail verschicken oder ausdrucken – praktisch für den Küchentisch, wenn Ihr zu zweit aussortiert.

Gespeichert wird die Liste ausschließlich in Deinem Browser. Sie geht an keinen Server, wir sehen sie nicht, und es braucht kein Konto. Bei einem Gerätewechsel oder gelöschten Websitedaten ist sie weg – schick sie Dir dann vorher selbst als Link.

Zu den Bedeutungen: Namensdeutungen sind seltener eindeutig, als Ratgeber vermuten lassen. Viele Namen sind über Jahrhunderte durch mehrere Sprachen gewandert, manche Deutungen sind erst nachträglich entstanden. Wir nennen die gängige Herkunft – und lassen die Bedeutung weg, wo sie umstritten ist. Wer es genau wissen will, findet in der Fachliteratur oft mehrere Möglichkeiten.

Weitere Namenslisten

Alles, was Ihr gemerkt habt, sammelt sich auf Eurer Namensliste.

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