Der Verzehr der eigenen Plazenta – was hinter dem Trend steckt

Die eigene Plazenta verzehren – was für manche befremdlich klingt, ist als Trend immer wieder im Gespräch. Befürworter versprechen sich gesundheitliche Vorteile. Doch was ist dran? Hier bekommst Du einen sachlichen Überblick.

Worum geht es bei dem Trend?

Bei der sogenannten Plazentophagie wird die Plazenta nach der Geburt verzehrt – roh, gekocht oder zu Kapseln verarbeitet. Anhängerinnen erhoffen sich unter anderem mehr Energie, eine bessere Stimmung und einen positiven Effekt auf die Milchbildung.

Was sagt die Wissenschaft?

Für die versprochenen Vorteile gibt es bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Belege. Im Gegenteil: Fachgesellschaften weisen auf mögliche Risiken hin, etwa durch Keime, wenn die Plazenta nicht fachgerecht behandelt wird. Ein nachgewiesener gesundheitlicher Nutzen besteht nicht.

Eine persönliche Entscheidung

Letztlich ist es eine individuelle Entscheidung. Wer mit dem Gedanken spielt, sollte sich gut informieren, die hygienischen Aspekte ernst nehmen und das Thema offen mit der Hebamme oder Ärztin besprechen.

Häufige Frage

Hilft das Plazenta-Essen wirklich gegen Wochenbettdepression?

Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit ist professionelle Unterstützung der verlässliche Weg.

Mitnehmen, bestatten, pflanzen – die Alternativen

Wer die Plazenta mitnehmen möchte, sollte das vor der Geburt mit der Klinik besprechen und in den Geburtsplan aufnehmen. Grundsätzlich ist die Herausgabe möglich, viele Häuser haben dafür aber eigene Vorgaben – teils muss ein Behälter mitgebracht und eine Erklärung unterschrieben werden. Spontan im Kreißsaal ist das schlecht zu klären.

Jenseits des Verzehrs gibt es Formen, die viele Familien als stimmiger empfinden: die Plazenta im Garten zu vergraben und einen Baum darüber zu pflanzen, ein Lotusgeburt-nahes Vorgehen mit der Hebamme abzusprechen oder einen Abdruck als Erinnerungsstück anfertigen zu lassen. Nach einem Kaiserschnitt oder bei Auffälligkeiten kann es sein, dass die Plazenta zur Untersuchung ins Labor muss – dann steht sie nicht zur Verfügung.

Wie lange ist die Plazenta haltbar?

Sehr kurz. Sie ist rohes, blutreiches Gewebe und muss binnen weniger Stunden gekühlt werden. Wer sie mitnimmt, braucht deshalb eine Kühltasche und einen Plan für den Heimweg – das ist einer der Gründe, warum die Absprache vorher so wichtig ist.

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