Muttermund: Was er im Zyklus, in der Schwangerschaft und bei der Geburt verrät

Der Muttermund ist das untere Ende des Gebärmutterhalses – die Verbindung zwischen Scheide und Gebärmutter. Er verändert sich im Zyklus, hält die Schwangerschaft verschlossen und öffnet sich bei der Geburt. Kaum ein Körperteil sagt so viel aus.

Hier erfährst Du, wie er sich in den verschiedenen Phasen verhält, wie Du ihn selbst ertasten kannst und welche Angaben Dir in der Schwangerschaft begegnen.

Der Muttermund im Zyklus

Drei Eigenschaften verändern sich hormonell gesteuert – Fachleute sprechen von Stand, Konsistenz und Öffnung:

ZyklusphaseStandKonsistenzÖffnung
unfruchtbare Zeittief, gut erreichbarfest, etwa wie die Nasenspitzegeschlossen
um den Eisprunghoch, schwerer erreichbarweich, etwa wie die Lippenleicht geöffnet
nach dem Eisprungwieder tiefwieder festgeschlossen

Diese Veränderung läuft parallel zum Zervixschleim: Wird der Schleim glasig und spinnbar, wird der Muttermund weich und öffnet sich leicht. Beides zusammen zeigt die fruchtbare Phase an.

Selbst ertasten – so geht es

  • Hände gründlich waschen, Fingernägel kurz.
  • Eine gleichbleibende Position wählen – hockend, ein Bein erhöht oder auf der Toilette. Der Stand hängt von der Haltung ab, deshalb ist Vergleichbarkeit wichtig.
  • Mit ein bis zwei Fingern in die Scheide tasten, bis Du einen rundlichen Vorsprung mit einer kleinen Vertiefung spürst.
  • Täglich zur selben Tageszeit tasten und notieren. Der Vergleich über die Tage zählt, nicht der einzelne Befund.

Nicht tasten solltest Du bei einer Infektion, nach einem Blasensprung oder wenn Deine Ärztin davon abgeraten hat.

Der Muttermund in der Schwangerschaft

Jetzt hat er eine klare Aufgabe: dicht zu halten. Er ist fest verschlossen und zusätzlich durch den Schleimpfropf gegen aufsteigende Keime geschützt.

Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird gelegentlich die Länge des Gebärmutterhalses per Ultraschall gemessen. Verkürzt er sich zu früh oder öffnet sich der Muttermund vorzeitig, spricht man von einer Zervixinsuffizienz – das erhöht das Risiko einer Frühgeburt und wird engmaschig betreut. Was das für die weitere Betreuung bedeutet, steht im Ratgeber zur Risikoschwangerschaft.

Bei der Geburt: von 0 auf 10 Zentimeter

In der Eröffnungsphase öffnet sich der Muttermund durch die Wehen schrittweise. Die Hebamme gibt den Befund in Zentimetern an – vollständig eröffnet ist er bei etwa zehn Zentimetern, dann beginnt die Austreibungsphase.

Zwei Dinge, die viele überraschen: Der Weg von null auf fünf Zentimeter dauert meist deutlich länger als der zweite Teil. Und die Öffnung verläuft nicht gleichmäßig – Phasen mit schnellem Fortschritt wechseln sich mit Pausen ab. Ein Stillstand über einige Stunden ist noch kein Alarmzeichen.

Wie sich die Wehen dabei anfühlen und was hilft, steht in den Ratgebern zu den Wehen und zur Schmerzlinderung.

Häufige Fragen

Kann ich am Muttermund erkennen, ob ich schwanger bin?

Nicht zuverlässig. Beschrieben wird ein weicher, hochstehender Muttermund – als Anzeichen taugt das nicht. Nur ein Test gibt Auskunft.

Ist Sex in der Schwangerschaft schädlich für den Muttermund?

Bei unkompliziertem Verlauf nicht. Bei vorzeitiger Wehentätigkeit, verkürztem Gebärmutterhals oder Blutungen gilt, was Deine Ärztin sagt.

Was bedeutet „Muttermund ist zwei Zentimeter offen“?

In der Schwangerschaft ist das ein Befund, der beobachtet wird. Unter der Geburt ist es ein normaler Zwischenstand am Anfang der Eröffnungsphase.

In welcher Woche Du bist, verrät Dir der SSW-Rechner.

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