Mit einem einfachen Thermometer kannst Du Deinem Kinderwunsch auf die Spur kommen: Die Basaltemperaturmethode macht sichtbar, wann Dein Eisprung stattgefunden hat. Hier erfährst Du, wie die Temperaturkurve funktioniert und worauf Du achten solltest.
Wie funktioniert die Temperaturmethode?
Nach dem Eisprung steigt Deine Körpertemperatur durch das Hormon Progesteron leicht an – meist um etwa 0,2 bis 0,5 Grad. Wenn Du jeden Morgen vor dem Aufstehen Deine Basaltemperatur misst und notierst, zeigt die Kurve diesen Anstieg an und bestätigt, dass der Eisprung stattgefunden hat.
So misst Du richtig
- immer zur gleichen Zeit, direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen,
- mit demselben Thermometer und an derselben Körperstelle,
- nach möglichst ruhigem Schlaf – die Werte täglich eintragen.
Was die Kurve verrät – und was nicht
Die Temperaturkurve zeigt den Eisprung rückblickend an, nicht im Voraus. Störfaktoren wie Schlafmangel, Alkohol oder Infekte können die Werte verfälschen. Deutlich aussagekräftiger wird die Methode in Kombination mit dem Zervixschleim – also als symptothermale Methode.
Häufige Frage
Kann ich mit der Temperaturkurve den Eisprung vorhersagen?
Nein, sie bestätigt ihn erst im Nachhinein. Zur Vorhersage eignen sich der Zervixschleim oder ein Ovulationstest besser.
Was die Kurve über den Zyklus verrät
Die Temperaturkurve zeigt mehr als nur den Eisprung. Besonders aufschlussreich ist die zweite Zyklushälfte – die Zeit zwischen Temperaturanstieg und nächster Blutung. Sie ist bei den meisten Frauen bemerkenswert konstant und dauert etwa zwölf bis sechzehn Tage. Ist sie dauerhaft kürzer als zehn Tage, kann das auf eine Gelbkörperschwäche hindeuten, die bei Kinderwunsch eine Rolle spielen kann – ein Befund, den man ohne Kurve gar nicht bemerken würde.
Auch das Ausbleiben eines Anstiegs über mehrere Zyklen ist ein Hinweis: Möglicherweise findet kein Eisprung statt. Beides sind gute Gründe, die Kurven zum Termin in der Praxis mitzunehmen – ein paar ausgedruckte Zyklen sagen der Ärztin oft mehr als eine lange Schilderung. Bis dahin gilt: Nicht jeder Zyklus ist perfekt lesbar, und einzelne Ausreißer nach einer kurzen Nacht sind normal.
Wo genau soll ich messen?
Im Mund, in der Scheide oder im After – wichtig ist nur, immer dieselbe Stelle zu wählen, weil die Werte sich unterscheiden. Unter der Achsel ist zu ungenau. Nötig ist ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen; ein normales Fieberthermometer reicht nicht.
