Wer nicht täglich an die Verhütung denken möchte, findet in der Dreimonatsspritze eine langfristige Lösung: Eine Injektion schützt für ein ganzes Vierteljahr. Diese Methode hat aber auch Besonderheiten, die Du kennen solltest. Hier erfährst Du das Wichtigste.
Wie funktioniert die Dreimonatsspritze?
Bei der Dreimonatsspritze wird Dir alle drei Monate ein Gestagen-Depot in den Muskel gespritzt – in der Regel von der Frauenärztin. Das Hormon verhindert den Eisprung und macht so eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich. Die Methode ist bei regelmäßiger Anwendung sehr zuverlässig.
Für wen ist sie geeignet?
Sie kann sinnvoll sein, wenn die tägliche Pilleneinnahme schwerfällt oder andere Methoden nicht infrage kommen. Da das Hormon über drei Monate wirkt, lässt es sich allerdings nicht „absetzen“, wenn Nebenwirkungen auftreten.
Was Du beachten solltest
Mögliche Begleiterscheinungen sind Zyklusstörungen oder das Ausbleiben der Regel. Nach dem Absetzen kann es einige Zeit dauern, bis die Fruchtbarkeit zurückkehrt. Bei sehr langer Anwendung wird der Effekt auf die Knochendichte beobachtet – deshalb gilt sie meist nicht als erste Wahl für junge Frauen. Seit Oktober 2024 gibt es außerdem einen Sicherheitshinweis zum Risiko für Meningeome (mehr dazu weiter unten). Die Entscheidung triffst Du gemeinsam mit Deiner Ärztin.
Häufige Frage
Wie schnell kann ich nach dem Absetzen schwanger werden?
Das ist individuell unterschiedlich und kann mehrere Monate dauern. Wenn Du in absehbarer Zeit einen Kinderwunsch hast, ist eine andere Methode oft besser geeignet.
Was die Langzeitanwendung bedeutet
Drei Punkte unterscheiden die Dreimonatsspritze von anderen Methoden. Erstens die Knochendichte: Unter der Anwendung nimmt sie messbar ab, weil der Östrogenspiegel niedrig bleibt. Nach dem Absetzen erholt sie sich weitgehend, weshalb die Spritze für Frauen in den Jahren des Knochenaufbaus – also besonders in der Jugend – nicht die erste Wahl ist. Bei längerer Anwendung wird üblicherweise regelmäßig neu bewertet, ob eine andere Methode passt.
Zweitens die Rückkehr der Fruchtbarkeit: Sie kann sechs bis zwölf Monate dauern, gelegentlich länger – deutlich mehr als bei Pille, Spirale oder Stäbchen. Wer in absehbarer Zeit schwanger werden möchte, wählt deshalb besser etwas anderes. Auch eine Gewichtszunahme wird häufiger berichtet als bei anderen Gestagen-Methoden. Der entscheidende Punkt bleibt: Einmal gespritzt, wirkt das Depot drei Monate, ganz gleich, wie Du es verträgst.
Drittens ein Sicherheitshinweis zu Meningeomen: Im Oktober 2024 haben die Hersteller, abgestimmt mit der europäischen Arzneimittelbehörde EMA und dem BfArM, einen Rote-Hand-Brief verschickt. Danach ist Medroxyprogesteronacetat, der Wirkstoff der Dreimonatsspritze, in hoher Dosis mit einem erhöhten Risiko für Meningeome verbunden. Das betrifft alle Spritzen-Präparate, etwa Depo-Clinovir und Sayana. Meningeome sind seltene, meist gutartige Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen. Das Risiko steigt vor allem, wenn die Spritze über mehrere Jahre angewendet wird; in absoluten Zahlen bleibt es sehr gering. Hattest Du schon einmal ein Meningeom, kommt die Spritze für Dich nicht infrage. Wird während der Anwendung eines festgestellt, muss sie beendet werden. Sprich umgehend mit Deiner Ärztin, wenn Du Sehveränderungen, Hörverlust oder Ohrgeräusche, einen nachlassenden Geruchssinn, mit der Zeit stärker werdende Kopfschmerzen, Gedächtnisprobleme, Krampfanfälle oder Schwäche in Armen oder Beinen bemerkst. Solche Anzeichen sind unspezifisch, gehören aber ärztlich abgeklärt.
Für die Praxis heißt das: Nutzt Du die Spritze schon seit einigen Jahren, ist der nächste Injektionstermin ein guter Anlass, mit Deiner Ärztin zu prüfen, ob sie für Dich weiterhin die passende Methode ist.
Was, wenn ich den Folgetermin verpasse?
Bis etwa zwei Wochen über den Termin hinaus besteht meist noch Schutz, danach nicht mehr sicher. Vereinbare den nächsten Termin am besten direkt bei der Injektion und trag ihn Dir mit Erinnerung ein.
Quellen und weiterführende Links
Stand: 30. Oktober 2026
