U6-Untersuchung: Der große Check rund um den ersten Geburtstag

Die U6 fällt in den 10. bis 12. Lebensmonat und damit fast auf den ersten Geburtstag — ein guter Moment für eine große Bilanz: Aus Deinem Baby wird ein Kleinkind, das sich fortbewegt, den Pinzettengriff übt und vielleicht schon „Mama“ oder „Papa“ sagt.

Gleichzeitig ist die Zeit rund um die U6 die impfintensivste des ganzen Kleinkindalters: Mit 11 und 12 Monaten stehen die abschließenden Dosen der Grundimmunisierung und die erste Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken an. Hier erfährst Du alles Wichtige.

Wann findet die U6 statt?

Regulär ist die U6 für den 10. bis 12. Lebensmonat vorgesehen; die Toleranzgrenze der G-BA-Kinder-Richtlinie reicht vom 9. bis zum 14. Lebensmonat. Viele Praxen legen den Termin bewusst auf den 11. oder 12. Monat, um ihn direkt mit den anstehenden Impfungen zu verbinden. Die U6 ist eine Kassenleistung — gelbes Heft und Impfpass gehören ins Gepäck.

Was wird bei der U6 untersucht?

Neben Gewicht, Länge und Kopfumfang untersucht die Ärztin Organe, Haut, Skelett und Muskelspannung. Im Mittelpunkt stehen aber die Entwicklungsschritte des ersten Lebensjahres, die sie im Spiel und im Gespräch mit Dir prüft.

Meilenstein-Checkliste zum ersten Geburtstag

  • Bewegt sich selbstständig voran — krabbelnd, robbend oder auf dem Po rutschend
  • Zieht sich an Möbeln zum Stand hoch und geht seitlich daran entlang
  • Greift kleine Dinge mit Daumen und Zeigefinger (Pinzettengriff)
  • Plappert Silbenverdopplungen, sagt vielleicht gezielt „Mama“ oder „Papa“
  • Reagiert auf seinen Namen und versteht einfache Aufforderungen wie „Gib mir den Ball“
  • Fremdelt bei Unbekannten und sucht versteckte Gegenstände (Objektpermanenz)
  • Ahmt Winken oder Klatschen nach

Freies Laufen erwartet zur U6 niemand: Die Spanne für die ersten freien Schritte reicht bis etwa 18 Monate. Ein Kind, das mit zwölf Monaten flott krabbelt und sich hochzieht, ist völlig im Plan.

Impfungen rund um die U6

Mit 11 und 12 Monaten wird die Grundimmunisierung abgeschlossen und der Schutz gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken aufgebaut. So sieht der Plan nach dem STIKO-Impfkalender 2026 aus:

Impfung Empfohlener Zeitpunkt Anmerkung
Sechsfachimpfung, 3. Dosis 11 Monate schließt die Grundimmunisierung ab (mindestens 6 Monate nach der 2. Dosis)
Pneumokokken, 3. Dosis 11 Monate schließt die Grundimmunisierung ab
Masern-Mumps-Röteln (MMR), 1. Dosis 11–14 Monate frühestens ab 11 Monaten; zählt als erster Nachweis fürs Masernschutzgesetz
Varizellen (Windpocken), 1. Dosis 11–14 Monate gleichzeitig mit MMR möglich, dann an einer anderen Körperstelle
Meningokokken B, 3. Dosis 12 Monate schließt die MenB-Serie (2, 4, 12 Monate) ab

Gut zu wissen: Die früher übliche Meningokokken-C-Einzelimpfung mit 12 Monaten ist seit Ende 2025 nicht mehr im STIKO-Impfkalender enthalten — an ihre Stelle tritt eine MenACWY-Impfung im Alter von 12 bis 14 Jahren. Die Meningokokken-B-Impfung für Säuglinge bleibt bestehen. Alle Termine im Überblick zeigt Dir unser Impfkalender.

Zahnstatus und zahnärztliche Früherkennung

Zum ersten Geburtstag haben viele Kinder um die sechs bis acht Zähne — die Spannbreite ist allerdings riesig. Die Ärztin schaut sich Zähne und Mundraum an und verweist auf die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen, die ab dem 6. Lebensmonat als Kassenleistung vorgesehen und im gelben Heft vermerkt sind. Spätestens jetzt lohnt sich also der erste Zahnarztbesuch — auch damit Dein Kind die Praxis ganz entspannt kennenlernt.

Wichtigste Kariesbremse im Alltag: keine Dauernuckelflasche mit Saft, Schorle oder gesüßtem Tee, und zweimal täglich Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Mehr dazu liest Du in unseren Artikeln über Milchzähne und das Zahnen.

Sehtest und Hörprüfung bei der U6

Die Augen werden bei der U6 gezielt untersucht: Die Ärztin prüft die Pupillenreaktion, achtet auf Fehlstellungen und macht den sogenannten Durchleuchtungstest, bei dem sie mit einer Lichtquelle durch die Pupille schaut. So lassen sich Trübungen und deutliche Seitenunterschiede früh erkennen. Besteht ein Verdacht auf Schielen, überweist sie zum Augenarzt — je früher eine Sehschwäche behandelt wird, desto besser lässt sich eine bleibende Schwachsichtigkeit (Amblyopie) verhindern. Auch das Hören wird orientierend geprüft: Wendet sich Dein Kind leisen Geräuschen zu, reagiert es auf Ansprache aus verschiedenen Richtungen?

Häufige Fragen zur U6-Untersuchung

Mein Kind läuft mit zwölf Monaten noch nicht — ist das ein Problem?

Nein. Entscheidend ist, dass sich Dein Kind überhaupt selbstständig fortbewegt und zum Stand hochzieht. Freies Laufen darf sich bis etwa 18 Monate Zeit lassen.

Können alle Impfungen an einem Termin gegeben werden?

Mehrere Impfungen gleichzeitig sind möglich und gut untersucht. Üblich ist trotzdem eine Aufteilung: die dritten Dosen von Sechsfach- und Pneumokokken-Impfung mit 11 Monaten, MMR, Varizellen und Meningokokken B dann rund um den ersten Geburtstag. Deine Praxis plant das mit Dir.

Mein Kind hat mit einem Jahr noch keinen Zahn — muss ich mir Sorgen machen?

Meist nicht. Der erste Zahn kommt im Schnitt um den sechsten Monat, bei manchen Kindern aber erst deutlich nach dem ersten Geburtstag. Abklären lassen solltest Du es, wenn um den 18. Lebensmonat noch gar kein Zahn da ist.

Was ist, wenn mein Kind bei der Untersuchung nicht mitmacht?

Völlig normal in diesem Alter — gerade in der Fremdelphase. Vieles wird auf Deinem Schoß untersucht, und Deine Beobachtungen aus dem Alltag zählen genauso wie das, was die Ärztin direkt sieht.

Wir haben das Zeitfenster verpasst — was nun?

Dank Toleranzgrenze geht die U6 bis zum 14. Lebensmonat. Auch danach gilt: lieber spät nachholen als auslassen. Die nächste Untersuchung ist die U7 mit zwei Jahren; davor lag die U5. Den Gesamtfahrplan findest Du in der Übersicht der U-Untersuchungen.

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