Erst leichtes Fieber, dann schmerzhafte Bläschen im Mund und ein Ausschlag an Händen und Füßen: Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit klingt dramatischer, als sie meist ist. Die Virusinfektion trifft vor allem kleine Kinder in Kita und Kindergarten und heilt in der Regel innerhalb von rund einer Woche von selbst wieder ab. Unangenehm ist sie trotzdem, und ansteckend ist sie obendrein.
Hier erfährst Du, welche Viren dahinterstecken, wie lange die Inkubationszeit dauert, woran Du die Bläschen erkennst, wie lange Dein Kind ansteckend ist, wann es wieder in die Kita darf und warum sich Wochen später manchmal ein Nagel löst.
Was ist die Hand-Mund-Fuß-Krankheit?
Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit wird durch Coxsackie-Viren ausgelöst, eine Gruppe von Enteroviren. Am häufigsten stecken die Typen Coxsackievirus A6 und A16 dahinter, in selteneren Fällen auch das Enterovirus 71. Trotz des ähnlichen Namens hat die Krankheit nichts mit der Maul- und Klauenseuche bei Tieren zu tun.
Die Erkrankung kommt weltweit vor und tritt gehäuft im Spätsommer und Herbst auf. Besonders betroffen sind Kinder unter zehn Jahren, vor allem im Kita- und Kindergartenalter, wo enger Kontakt die Ausbreitung begünstigt.
Inkubationszeit
Zwischen der Ansteckung und den ersten Beschwerden vergehen in der Regel drei bis zehn Tage. In dieser Zeit merkt man dem Kind noch nichts an, es kann die Viren aber unter Umständen schon weitergeben.
Symptome und Bläschen
Die Erkrankung beginnt oft mit leichtem Fieber, Halsschmerzen und Appetitlosigkeit. Ein bis zwei Tage später zeigen sich die typischen Hautveränderungen:
- Im Mund: kleine, schmerzhafte Bläschen und wunde Stellen an Zunge, Zahnfleisch und an der Innenseite der Wangen. Sie tun weh und sind der Hauptgrund, warum manche Kinder das Essen und Trinken verweigern.
- An Händen und Füßen: ein Ausschlag mit kleinen, teils leicht erhabenen roten Flecken und Bläschen, vor allem an Handflächen und Fußsohlen.
- Weitere Stellen: Häufig sind auch der Po, der Windelbereich, die Knie oder Ellenbogen betroffen. Der Ausschlag juckt in der Regel wenig, kann aber unangenehm sein.
Nicht jedes Kind zeigt alle Symptome. Manche haben nur wenige Bläschen, andere gar keine sichtbaren Zeichen und trotzdem das Virus in sich.
Verlauf und Dauer
Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit verläuft fast immer gutartig. Die Beschwerden klingen meist innerhalb von etwa sieben bis zehn Tagen von selbst wieder ab. Fieber besteht, wenn überhaupt, nur wenige Tage.
| Zeitpunkt | Was typischerweise passiert |
|---|---|
| Tag 1–2 | Leichtes Fieber, Halsschmerzen, Appetitlosigkeit, quengelige Stimmung |
| Tag 2–3 | Schmerzhafte Bläschen im Mund, danach Ausschlag an Händen und Füßen |
| Tag 3–7 | Bläschen trocknen ein, das Fieber ist meist vorbei, das Kind erholt sich |
| Nach 7–10 Tagen | Die Hautveränderungen sind in der Regel abgeheilt |
| Nach einigen Wochen | Selten lösen sich einzelne Finger- oder Zehennägel ab (harmlos) |
Wie ansteckend ist die Krankheit und wie lange?
Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist hochansteckend. Übertragen werden die Viren über Tröpfchen beim Husten und Niesen, über die Flüssigkeit in den Bläschen und über eine Schmierinfektion, etwa über verunreinigte Hände, Spielzeug oder Windeln. Am ansteckendsten ist Dein Kind in der ersten Woche, wenn Fieber und Bläschen am stärksten sind.
Wichtig zu wissen: Die Viren werden noch über Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden, auch wenn das Kind längst wieder gesund wirkt. Deshalb lässt sich eine Ansteckung nie ganz vermeiden. Der beste Schutz ist gründliches Händewaschen, gerade nach dem Windelwechsel und dem Toilettengang, sowie das Reinigen von Oberflächen und Spielzeug.
Hand-Mund-Fuß-Krankheit bei Erwachsenen und in der Schwangerschaft
Auch Erwachsene können sich anstecken, etwa bei ihrem erkrankten Kind. Meist verläuft die Infektion bei ihnen mild oder sogar ganz ohne Symptome, gelegentlich aber auch mit deutlichen Bläschen und einem spürbaren Krankheitsgefühl.
In der Schwangerschaft ist eine Ansteckung in aller Regel kein Grund zur Sorge. Zeigt die werdende Mutter überhaupt Symptome, bleiben diese meist mild, und schwere Folgen für das Kind sind sehr selten. Vorsicht ist vor allem kurz vor der Geburt geboten, weil das Virus dann auf das Neugeborene übergehen kann. Wenn Du schwanger bist und Kontakt zu einem erkrankten Kind hattest oder selbst Symptome bemerkst, sprich am besten mit Deiner Frauenärztin.
Behandlung
Eine Behandlung gegen die Viren selbst gibt es nicht, sie ist auch nicht nötig, weil der Körper allein mit der Infektion fertig wird. Im Vordergrund steht, die Beschwerden zu lindern:
- Viel trinken: Wegen der schmerzhaften Mundbläschen am besten Kühles und Mildes, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee. Saures, Scharfes und Heißes reizt zusätzlich.
- Weiche, milde Kost: etwa Joghurt, Kompott, gekühlte Breie oder Suppen; nichts Scharfes oder Salziges.
- Schmerzlinderung: Bei Bedarf gibt es aus der Apotheke Gele oder Lösungen für den Mund und, nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis, ein Schmerz- oder Fiebermittel.
- Ruhe und Geduld: Dein Kind darf sich schonen, bis es wieder fit ist.
Achte vor allem darauf, dass Dein Kind trotz der Mundschmerzen genug trinkt, damit es nicht austrocknet.
Wann darf mein Kind wieder in die Kita?
Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit gehört nicht zu den Erkrankungen, für die das Infektionsschutzgesetz ein ausdrückliches, namentliches Betretungsverbot vorsieht. In der Praxis gilt aber: Dein Kind sollte zu Hause bleiben, solange es Fieber hat, sich krank fühlt oder frische, nässende Bläschen zeigt. Sobald es fieberfrei und wieder fit ist und die Bläschen eingetrocknet sind, darf es in der Regel zurück, meist nach rund sieben bis zehn Tagen. Weil das Virus danach noch im Stuhl steckt, bleibt Händehygiene weiter wichtig. Frage im Zweifel in Deiner Einrichtung nach, viele Kitas haben eigene Regelungen.
Warum sich Wochen später ein Nagel löst
Einige Wochen nach überstandener Erkrankung staunen manche Eltern, wenn sich plötzlich ein Finger- oder Zehennagel ablöst. Das ist eine bekannte, harmlose Spätfolge der Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Der Nagel wächst von selbst wieder nach, ganz ohne Behandlung. Nur wenn die Stelle sich entzündet, gerötet oder eitrig wird, solltest Du sie ärztlich anschauen lassen.
Wann zum Arzt?
Meist genügt es, die Beschwerden zu Hause zu lindern. Ärztlichen Rat solltest Du aber einholen, wenn:
- Dein Kind wegen der Mundbläschen kaum noch trinkt und Anzeichen für Austrocknung zeigt (trockener Mund, wenig Urin, eingesunkene Augen),
- es hohes oder anhaltendes Fieber hat,
- es sehr schlapp, teilnahmslos oder auffällig krank wirkt,
- sich Bläschen entzünden oder stark ausbreiten,
- Du unsicher bist, ob es wirklich die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist.
Passende Themen findest Du in unseren Ratgebern zu Drei-Tage-Fieber und Scharlach sowie im Überblick zu den U-Untersuchungen. Wenn die Mundbläschen das Zahnen begleiten, hilft Dir vielleicht auch unser Beitrag zu den Milchzähnen.
Häufige Fragen zur Hand-Mund-Fuß-Krankheit
Wie lange ist mein Kind ansteckend?
Am ansteckendsten ist Dein Kind in der ersten Krankheitswoche. Über den Stuhl können die Viren aber noch mehrere Wochen ausgeschieden werden. Eine Ansteckung lässt sich daher nie ganz ausschließen; regelmäßiges Händewaschen senkt das Risiko deutlich.
Kann man die Hand-Mund-Fuß-Krankheit mehrmals bekommen?
Ja. Weil verschiedene Virustypen die Krankheit auslösen können, schützt eine durchgemachte Infektion nur gegen den jeweiligen Erreger. Dein Kind kann sich also erneut mit einem anderen Typ anstecken.
Was hilft gegen die schmerzhaften Mundbläschen?
Kühle, milde Getränke und weiche Speisen tun gut, während Saures, Scharfes und Heißes die Bläschen reizt. Aus der Apotheke gibt es zudem lindernde Gele oder Lösungen. Wichtig ist, dass Dein Kind trotz der Schmerzen ausreichend trinkt.
Ist die Krankheit gefährlich?
In aller Regel nicht. Sie verläuft fast immer harmlos und heilt von selbst. Nur sehr selten kommt es zu Komplikationen. Wenn Dein Kind kaum trinkt oder auffällig krank wirkt, gehört es aber ärztlich untersucht.
Quellen und weiterführende Links
- RKI-Ratgeber: Hand-Fuß-Mund-Krankheit
- kindergesundheit-info.de der BZgA: Kinderkrankheiten
- infektionsschutz.de der BZgA: Hand-Fuß-Mund-Krankheit
- Infektionsschutzgesetz § 34 (gesetze-im-internet.de)