U5-Untersuchung: Meilensteine, Beikost und Impf-Check im 6.–7. Monat

Bei der U5 im 6. bis 7. Lebensmonat hat sich Dein Neugeborenes in ein richtig aktives Baby verwandelt: Es dreht sich, greift gezielt nach allem in Reichweite und brabbelt fröhlich vor sich hin. Genau diese Entwicklungsschritte schaut sich die Kinderärztin jetzt systematisch an.

Dazu kommen zwei große Beratungsthemen: der Beikoststart und die Frage, wie es mit Vitamin D, Fluorid und den Impfungen weitergeht. Hier liest Du, was Dich bei der U5 erwartet.

Wann findet die U5 statt?

Das reguläre Zeitfenster für die U5 ist der 6. bis 7. Lebensmonat, die Toleranzgrenze nach der G-BA-Kinder-Richtlinie reicht vom 5. bis zum 8. Lebensmonat. Die Untersuchung ist eine Kassenleistung — bring wie immer das gelbe Heft und den Impfpass mit. Bei Frühgeborenen gilt das gleiche Zeitfenster, die Entwicklung wird aber um die zu früh verbrachten Wochen korrigiert beurteilt.

Was wird bei der U5 untersucht?

Nach dem Messen von Gewicht, Länge und Kopfumfang folgt die körperliche Untersuchung von Kopf bis Fuß: Organe, Haut, Muskelspannung und Beweglichkeit. Danach wird gespielt — denn im Spiel zeigt Dein Baby, was es kann: Die Ärztin bietet ihm zum Beispiel einen Würfel an und beobachtet, ob es gezielt danach greift und ihn von einer Hand in die andere nimmt. Auch Sehen und Hören werden geprüft: Verfolgt Dein Baby Gegenstände aufmerksam, wendet es sich einer leisen Rassel zu?

Bereich Das können viele Babys mit 6–7 Monaten Sprich die Praxis an, wenn …
Grobmotorik dreht sich vom Rücken auf den Bauch (oft auch zurück), stützt sich in Bauchlage auf die Hände sich Dein Baby gar nicht dreht oder auffallend schlaff oder steif wirkt
Feinmotorik greift gezielt, nimmt Dinge von einer Hand in die andere, führt sie zum Mund es eine Körperseite deutlich weniger benutzt
Sehen und Hören verfolgt Gegenstände mit den Augen, dreht sich zu Geräuschen um es auf leise Geräusche nicht reagiert oder dauerhaft schielt
Sprache und Kontakt brabbelt Silbenketten wie „dadada“, lacht laut, hält Blickkontakt es kaum Laute bildet oder Blickkontakt meidet

Wichtig: Die Tabelle ist eine Orientierung. Babys entwickeln sich in unterschiedlichem Tempo, und die Ärztin bewertet immer das Gesamtbild — nicht einen einzelnen Punkt.

Beikost: das große Beratungsthema der U5

Rund um die U5 sind die meisten Familien mitten im Beikoststart — oder fragen sich, wann es losgehen soll. Empfohlen wird der Beginn frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats, sobald Dein Baby die Reifezeichen zeigt: Es hält den Kopf sicher, sitzt mit Unterstützung, öffnet den Mund in Richtung Löffel und schiebt den Brei nicht mehr sofort mit der Zunge heraus.

Ein Klassiker aus dem Alltag: Der erste Löffel Karottenbrei kommt komplett zurück. Das ist kein Ablehnungsurteil — Babys brauchen oft acht bis zehn Anläufe, bis sie einen neuen Geschmack annehmen. Gestillt werden darf parallel weiter, solange Ihr beide das möchtet. Wie Du Schritt für Schritt vorgehst, liest Du in unserem Ratgeber zur Beikost; welche Mahlzeit wann dran ist, zeigt der Ernährungsplan fürs erste Jahr.

Vitamin D und Fluorid: Was jetzt gilt

Die tägliche Vitamin-D-Gabe (400–500 I.E.) läuft im gesamten ersten Lebensjahr weiter. Beim Fluorid ändert sich mit dem ersten Zahn etwas: Ab dem Zahndurchbruch kannst Du entweder die gewohnte Kombinationstablette aus Vitamin D und Fluorid weitergeben oder auf zweimal tägliches Zähneputzen mit einer reiskorngroßen Menge fluoridhaltiger Zahnpasta (1.000 ppm) umsteigen — beides zusammen wäre zu viel. Die Kinderarztpraxis berät Dich, welcher Weg für Euch passt.

Impfungen: Was zur U5 fällig ist

Planmäßig steht zwischen dem 4. und dem 11. Lebensmonat keine neue Impfrunde an: Nach dem 2+1-Schema der STIKO folgt auf die Dosen mit 2 und 4 Monaten erst mit 11 Monaten die abschließende dritte Dosis der Sechsfach- und Pneumokokken-Impfung. Die U5 ist deshalb vor allem der Moment für den Impfbuch-Check: Fehlt eine Dosis — etwa weil ein Termin wegen Krankheit ausfiel — wird sie jetzt nachgeholt, ohne dass die Serie neu beginnen muss. Frühgeborene bekommen nach dem 3+1-Schema zusätzlich eine Dosis mit 3 Monaten. Die Rotavirus-Schluckimpfung sollte zur U5 bereits abgeschlossen sein. Alle Termine findest Du im Impfkalender.

Was passiert bei Auffälligkeiten?

Fällt der Ärztin etwas auf — etwa eine deutliche Seitenbevorzugung oder eine fehlende Reaktion auf Geräusche — heißt das zunächst nur: genauer hinschauen. Üblich sind eine Verlaufskontrolle nach einigen Wochen, eine Überweisung zur Hörprüfung (Pädaudiologie) oder zum Augenarzt, oder Physiotherapie zur Unterstützung der Motorik. Früherkennung ist genau dafür da — je früher unterstützt wird, desto besser wirkt es.

Häufige Fragen zur U5-Untersuchung

Mein Baby dreht sich noch nicht — ist das schlimm?

Nicht unbedingt. Manche Babys drehen sich mit vier Monaten, andere erst mit acht — ein paar überspringen das Drehen fast ganz und robben lieber. Die Ärztin schaut auf das Gesamtbild aus Muskelspannung, Stützreaktionen und Symmetrie und ordnet das individuell ein.

Muss ich mit der Beikost gestartet sein, bevor die U5 ansteht?

Nein. Entscheidend sind die Reifezeichen Deines Babys, nicht der Untersuchungstermin. Die U5 ist eher die Gelegenheit, offene Fragen zum Start, zu Allergenen oder zu breifreier Beikost direkt mit der Ärztin zu klären.

Welche Impfungen werden bei der U5 gegeben?

Nach Plan keine — die nächste reguläre Impfrunde folgt erst mit 11 Monaten. Gab es aber Lücken bei den früheren Terminen, werden fehlende Dosen bei der U5 nachgeholt.

Mein Baby fremdelt beim Arzt und weint — verfälscht das die Untersuchung?

Nein, damit rechnen Kinderärztinnen. Vieles lässt sich auf Deinem Schoß untersuchen, und was Dein Baby im Wartezimmer oder zu Hause zeigt, fließt über Deine Schilderung mit ein.

Wann ist die nächste Untersuchung?

Die U6 folgt im 10. bis 12. Lebensmonat, rund um den ersten Geburtstag. Davor lag die U4 — und einen Gesamtüberblick gibt Dir unsere Seite zu den U-Untersuchungen.

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