U4-Untersuchung: Impfungen, Meilensteine und Ablauf im 3.–4. Monat

Die U4 ist die vierte Früherkennungsuntersuchung für Dein Baby und findet im 3. bis 4. Lebensmonat statt. Neben den großen Entwicklungsschritten wie Kopfkontrolle und gezieltem Greifen steht diesmal ein Thema im Mittelpunkt, das viele Eltern beschäftigt: die ersten Impfungen nach dem STIKO-Impfkalender.

Hier erfährst Du, was die Kinderärztin bei der U4 genau untersucht, welche Impfungen jetzt nach den aktuellen Empfehlungen anstehen und welche Fragen Du für den Termin mitnehmen kannst.

Wann findet die U4 statt?

Die U4 ist für den 3. bis 4. Lebensmonat vorgesehen. Die Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erlaubt dabei eine Toleranzgrenze vom 2. bis zum 4½. Lebensmonat — etwas Spielraum hast Du also, wenn Dein Baby zum geplanten Termin gerade erkältet ist oder der Terminkalender der Praxis voll ist. Wie alle U-Untersuchungen ist die U4 eine Leistung Deiner Krankenkasse, Du zahlst nichts dazu.

Zum Termin bringst Du das gelbe Kinderuntersuchungsheft und den Impfpass mit. Kam Dein Baby zu früh zur Welt, gilt das Zeitfenster trotzdem — die Ärztin berücksichtigt die Frühgeburtlichkeit aber bei der Beurteilung der Entwicklung.

Was wird bei der U4 untersucht?

Wie bei der U3 beginnt die Untersuchung mit dem Messen von Gewicht, Länge und Kopfumfang, die die Ärztin in die Wachstumskurven einträgt. Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung: Organe, Haut, Fontanelle, Hüfte und Muskelspannung. Außerdem prüft sie, wie Dein Baby sieht und hört — etwa ob es ein Gesicht oder ein Spielzeug mit den Augen verfolgt und sich Geräuschen zuwendet.

Der spannendste Teil für viele Eltern: die Entwicklungs-Meilensteine. Dein Baby hat in den letzten Wochen enorm viel gelernt, und genau das schaut sich die Ärztin im Spiel an.

Meilenstein-Checkliste für den 3.–4. Monat

  • Hält in Bauchlage den Kopf sicher und stützt sich auf die Unterarme
  • Bringt die Hände über der Brust zusammen und spielt mit den eigenen Fingern
  • Greift nach einem angebotenen Spielzeug oder schlägt gezielt danach
  • Verfolgt Personen und Gegenstände mit den Augen
  • Lächelt zurück, wenn Du es anlächelst, und antwortet mit ersten Lauten

Ein Beispiel aus der Praxis: Die Ärztin hält Deinem Baby eine Ringrassel hin und beobachtet, ob es sie fixiert, danach greift und sie vielleicht zum Mund führt. Kein Baby muss dabei alles perfekt zeigen — die Checkliste ist eine Orientierung, kein Test mit Noten. Was sich rund um den vierten Monat außerdem bei Schlaf, Trinken und Spielen tut, liest Du im Beitrag Baby mit 4 Monaten.

Welche Impfungen stehen bei der U4 an?

Ob bei Deinem Baby die ersten oder schon die zweiten Impfungen fällig sind, hängt vom genauen Zeitpunkt ab: Die STIKO empfiehlt den Start der Grundimmunisierung im Alter von 8 Wochen. Liegt die U4 früh im Zeitfenster, fällt der Impfstart oft direkt auf diesen Termin. Viele Praxen vergeben die erste Impfrunde aber als eigenen Termin mit zwei Monaten — dann steht bei der U4 mit vier Monaten bereits die zweite Runde an.

Impfung Empfohlene Zeitpunkte (STIKO 2026) Anmerkung
Sechsfachimpfung (Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Hib, Hepatitis B) 2, 4 und 11 Monate 2+1-Schema; Frühgeborene erhalten eine zusätzliche Dosis mit 3 Monaten
Pneumokokken 2, 4 und 11 Monate ebenfalls im 2+1-Schema
Meningokokken B 2, 4 und 12 Monate Standardimpfung für Säuglinge seit 2024
Rotaviren (Schluckimpfung) 1. Dosis ab 6 Wochen je nach Impfstoff 2 oder 3 Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen

Nach der Impfung sind eine gerötete Einstichstelle, Quengeligkeit oder leicht erhöhte Temperatur für ein bis zwei Tage normal — das zeigt, dass das Immunsystem arbeitet. Fiebersenkende Mittel gibst Du nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis. Alle Termine im Überblick findest Du in unserem Impfkalender.

RSV-Schutz für die erste Saison

Neben den Impfungen kann bei der U4 auch die RSV-Prophylaxe anstehen. Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) kann bei Säuglingen schwere Atemwegsinfekte auslösen. Deshalb sollen alle Neugeborenen und Säuglinge für ihre erste RSV-Saison einmalig einen schützenden Antikörper bekommen; das Bundesgesundheitsministerium nennt dafür die Wirkstoffe Nirsevimab und Clesrovimab. Streng genommen ist das keine Impfung: Dein Baby bildet die Abwehrstoffe nicht selbst, sondern bekommt sie fertig gespritzt (passive Immunisierung). Der Schutz hält meist fünf bis sechs Monate und reicht damit etwa für eine Saison, die üblicherweise von Oktober bis März dauert.

Wann der richtige Moment ist, hängt vom Geburtstermin ab: Babys, die während der Saison zur Welt kommen, bekommen den Antikörper möglichst schon bei der Entlassung aus der Geburtsklinik oder bei der U2. Kam Dein Baby außerhalb der Saison zur Welt, etwa im Frühjahr oder Sommer, ist der Herbst vor seiner ersten Saison der passende Zeitpunkt – das Bundesgesundheitsministerium nennt dafür ausdrücklich die U4 oder die U5. Der Antikörper kann am selben Termin wie die Impfungen gegeben werden, deren Wirkung leidet darunter nicht. Wurde die Gabe verpasst, sollte sie in der ersten Saison so bald wie möglich nachgeholt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bis zum ersten Geburtstag, Du zahlst nichts dazu.

Ein Beispiel: Mia kam im Juli zur Welt, ihre U4 fällt in den Oktober. Bei diesem Termin spricht die Kinderärztin mit Mias Eltern auch über den RSV-Schutz, und Mia kann den Antikörper gleich zusammen mit ihren Impfungen bekommen.

Beratungsthemen: Das kannst Du bei der U4 ansprechen

Die U4 ist ausdrücklich auch ein Beratungstermin. Typische Themen sind Stillen oder Fläschchennahrung, die tägliche Vitamin-D- und Fluoridgabe, sicherer Babyschlaf (Rückenlage, Schlafsack statt Decke, rauchfreie Umgebung, eigenes Bettchen im Elternschlafzimmer) und der Umgang mit Schreiphasen. Auch Unfallverhütung gehört dazu — Stichwort Wickeltisch: Ab jetzt kann sich Dein Baby jederzeit zum ersten Mal drehen, lass es dort nie unbeaufsichtigt. Wie es entwicklungsmäßig weitergeht, zeigt Dir unser Baby-Entwicklungskalender.

Häufige Fragen zur U4-Untersuchung

Kann ich die U4 verschieben, wenn mein Baby krank ist?

Ja, dank der Toleranzgrenze bis zum 4½. Lebensmonat ist etwas Puffer da. Ein leichter Schnupfen ohne Fieber ist übrigens weder für die Untersuchung noch für eine Impfung ein Hindernis — bei Fieber wird der Termin verschoben.

Werden bei der U4 immer Impfungen gegeben?

Nein. Die Ärztin prüft den Impfstatus und bespricht mit Dir, was ansteht — geimpft wird nur mit Deiner Einwilligung. Manche Praxen trennen Vorsorge- und Impftermine bewusst, damit die U-Untersuchung entspannt bleibt.

Was passiert, wenn mein Baby einen Meilenstein noch nicht erreicht?

Ein einzelner fehlender Punkt ist selten aussagekräftig, denn die Entwicklungsspannen sind groß. Die Ärztin ordnet das Gesamtbild ein und vereinbart bei Bedarf eine Verlaufskontrolle oder verordnet zum Beispiel Physiotherapie. Früh hinzuschauen ist eine Chance, kein Grund zur Panik.

Ist die U4 Pflicht?

Eine bundesweite Pflicht gibt es nicht, empfohlen ist die U4 aber dringend. Ob und wie Du an fällige U-Termine erinnert wirst und wie verbindlich die Teilnahme ist, regelt jedes Bundesland selbst. Deine Kinderarztpraxis oder das Gesundheitsamt sagt Dir, was bei Euch gilt. Einen Überblick über alle Termine gibt Dir unsere Übersicht der U-Untersuchungen.

Wann ist die nächste Untersuchung?

Die U5 folgt im 6. bis 7. Lebensmonat — dann geht es um Drehen, gezieltes Greifen und die Beikost-Beratung.

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