Atemtechnik bei der Geburt – Wehen richtig veratmen

Der Atem ist Dein wichtigstes Werkzeug unter der Geburt – immer dabei und sofort einsetzbar. Mit der richtigen Atemtechnik kannst Du Schmerzen besser veratmen, ruhig bleiben und Deinem Baby ausreichend Sauerstoff geben. Hier erfährst Du, worauf es ankommt.

Warum die Atmung so wichtig ist

Bei Schmerz neigen wir dazu, die Luft anzuhalten und uns zu verkrampfen – das verstärkt den Schmerz und kostet Kraft. Eine bewusste, ruhige Atmung wirkt dem entgegen: Sie entspannt, hält Dich im Hier und Jetzt und versorgt Dich und Dein Baby gut mit Sauerstoff.

Atmen in der Wehe

  • Während der Wehe: langsam und tief durch die Nase einatmen, lang durch den Mund ausatmen – der Ausatem ist länger als der Einatem.
  • In der Pause: bewusst entspannen und Kraft sammeln.
  • In der Austreibungsphase: Wenn die Hebamme Dich bittet, dem Pressdrang noch nicht nachzugeben, hilft kurzes „Hecheln“.

Üben lohnt sich

Atemtechniken lernst Du am besten im Geburtsvorbereitungskurs und übst sie vorher ein. So kannst Du im entscheidenden Moment automatisch darauf zurückgreifen.

Häufige Frage

Gibt es die eine richtige Atemtechnik?

Nein. Wichtig ist ein ruhiger, gleichmäßiger Rhythmus. Finde heraus, was sich für Dich stimmig anfühlt – Deine Hebamme leitet Dich an.

Wenn die Atmung entgleist

Unter starken Wehen atmen viele Frauen unwillkürlich zu schnell und zu flach. Typische Zeichen sind Kribbeln in Fingern und um den Mund, Schwindel und das Gefühl, keine Luft zu bekommen – obwohl das Gegenteil der Fall ist: Beim Hyperventilieren wird zu viel Kohlendioxid abgeatmet. Das ist unangenehm, aber ungefährlich und schnell zu beheben.

Was hilft, ist bewusst langsameres Ausatmen, notfalls in die hohlen Hände vor Mund und Nase. Genau hier ist die Begleitperson wertvoller als jede Technik: gemeinsam laut mitatmen, im vorgegebenen Rhythmus, Blickkontakt halten. Die Gebärende kann sich in dieser Phase oft nicht selbst korrigieren, folgt aber einem vorgemachten Rhythmus fast automatisch. Es lohnt sich, das im Geburtsvorbereitungskurs einmal zu zweit zu üben.

Ist Pressen ohne Anleitung schädlich?

Nicht schädlich, aber oft weniger wirksam. Zu frühes Pressen bei nicht vollständig geöffnetem Muttermund kostet Kraft und kann das Gewebe belasten. Deshalb bittet die Hebamme mitunter, den Drang noch zu veratmen – dafür ist das Hecheln gedacht.

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