Zangengeburt – Ablauf, Gründe und Sicherheit

Die Zangengeburt ist heute ein eher seltenes Szenario – meist wird stattdessen die Saugglocke eingesetzt. In bestimmten Situationen ist die Geburtszange aber nach wie vor ein wertvolles Hilfsmittel. Hier erfährst Du, wie sie funktioniert und wann sie zum Einsatz kommt.

Wie funktioniert die Zangengeburt?

Bei der Zangengeburt legt die Ärztin oder der Arzt zwei löffelförmige Instrumente vorsichtig um den Kopf des Babys. Während einer Presswehe wird das Kind mit kontrolliertem Zug über die letzten Zentimeter des Geburtskanals geführt. Das erfordert viel Erfahrung und wird daher nur von entsprechend ausgebildeten Geburtshelfern durchgeführt.

Wann wird die Zange eingesetzt?

Wie bei der Saugglocke kommt die Zange in der Austreibungsphase zum Einsatz, wenn die Geburt unterstützt werden muss – etwa bei einem Geburtsstillstand, Erschöpfung der Mutter oder Hinweisen darauf, dass es dem Baby nicht gut geht. Welches Verfahren gewählt wird, entscheidet das Geburtsteam je nach Situation.

Was ist mit dem Baby?

Die Zangengeburt gilt als sicher. Vorübergehend können leichte Druckstellen am Kopf zurückbleiben, die sich rasch zurückbilden. Lässt sich das Baby auch so nicht entwickeln, kann ein Notkaiserschnitt nötig werden.

Häufige Frage

Warum Zange statt Saugglocke?

Die Wahl hängt von der genauen Lage des Kopfes und der Erfahrung des Geburtshelfers ab. Beide Verfahren haben dasselbe Ziel: dem Baby sicher auf die Welt zu helfen.

Wie häufig sie ist – und was danach zählt

Zur Einordnung: In Deutschland werden nur noch weniger als ein Prozent aller Geburten mit der Zange beendet, während die Saugglocke bei etwa fünf bis sechs Prozent zum Einsatz kommt. Die Zange verlangt große Erfahrung, und die geben immer weniger Kliniken weiter – wo sie noch angewandt wird, geschieht das in aller Regel durch besonders geübte Geburtshelfer.

Für die Mutter ist relevant, dass Zangen- und Saugglockengeburten häufiger mit einem Dammschnitt oder höhergradigen Dammriss einhergehen. Umso wichtiger ist danach die konsequente Beckenbodenarbeit: Der Rückbildungskurs ist hier keine Kür. Treten später ungewollter Urinverlust beim Husten oder ein Druckgefühl nach unten auf, gehört das angesprochen – beides ist gut behandelbar und wird viel zu oft als unvermeidliche Folge hingenommen.

Bleiben beim Kind Schäden zurück?

In aller Regel nicht. Druckstellen oder ein leichter Bluterguss am Kopf bilden sich innerhalb von Tagen zurück. Vorübergehende Reizungen eines Gesichtsnervs sind selten und heilen fast immer folgenlos aus.

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