Die Geburt ist geschafft – und trotzdem zieht es noch einmal im Bauch: Nachwehen sorgen dafür, dass sich Deine Gebärmutter zurückbildet. Sie sind unangenehm, aber sinnvoll. Hier erfährst Du, was dahintersteckt und was Dir Erleichterung verschafft.
Warum gibt es Nachwehen?
Nach der Geburt muss sich die Gebärmutter von der Größe eines Balls wieder auf ihre normale Größe zusammenziehen. Genau das bewirken die Nachwehen. Besonders spürbar werden sie oft beim Stillen, weil das dabei ausgeschüttete Hormon Oxytocin die Kontraktionen anregt.
Wie stark sind Nachwehen?
Beim ersten Kind sind sie meist mild, bei weiteren Geburten häufig deutlich kräftiger. In der Regel lassen sie nach einigen Tagen spürbar nach.
Was hilft?
- Wärme: eine Wärmflasche auf dem Bauch entspannt.
- Bewegung und Entleerung der Blase: eine volle Blase verstärkt die Nachwehen.
- Bauchlage: ein kleines Kissen unter dem Bauch kann lindern.
- Bei Bedarf Schmerzmittel: stillverträgliche Mittel nach Rücksprache mit der Hebamme.
Häufige Frage
Sind Nachwehen ein gutes Zeichen?
Ja. Sie zeigen, dass die Rückbildung in Gang ist. Mehr zur Erholung liest Du im Beitrag zum Wochenbett.
Wie lange sie dauern – und wann sie auffällig sind
Am kräftigsten sind Nachwehen in den ersten drei bis vier Tagen, danach werden sie rasch schwächer und verschwinden meist innerhalb der ersten Woche. Beim ersten Kind bemerken viele Frauen sie kaum, ab dem zweiten sind sie oft deutlich schmerzhafter – die Gebärmutter war schon einmal gedehnt und muss stärker arbeiten. Dass sie ausgerechnet beim Stillen einschießen, hat einen guten Grund: Dasselbe Hormon, das die Milch fließen lässt, treibt die Rückbildung an.
Aufmerksam werden solltest Du, wenn die Schmerzen nach über einer Woche noch zunehmen, Fieber dazukommt oder der Wochenfluss plötzlich übel riecht. Diese Kombination kann auf eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut hindeuten und gehört noch am selben Tag abgeklärt – sie ist gut behandelbar, sollte aber nicht abgewartet werden.
Was hilft, wenn die Nachwehen beim Stillen kaum auszuhalten sind?
Vor dem Anlegen die Blase entleeren, eine Wärmflasche bereitlegen und bewusst in den Bauch atmen. Reicht das nicht, gibt es stillverträgliche Schmerzmittel – frag Deine Hebamme, statt es auszuhalten. Nach wenigen Tagen ist der Spuk vorbei.
