Wattenmeer an der Nordsee bei Ebbe mit Buhne und Dünengras

Friesische Vornamen: 40 Namen von der Nordseeküste mit Bedeutung

Friesische Namen klingen nach Wind, Deich und Weite – und sie haben eine Eigenheit, die man erst beim zweiten Hinsehen bemerkt: Fast alle sind Kurzformen. Aus Friedrich wurde Fiete, aus Meinhard Menno, aus Irmgard Imke. Was heute als eigenständiger Name gilt, war ursprünglich der Rufname im Alltag.

Hier findest Du 40 friesische Vornamen mit Herkunft und Bedeutung.

Jungennamen

  • Fietefriesisch · Kurzform von Friedrich
  • Haukefriesisch · Kurzform von Hugo
  • Tammofriesisch · Kurzform von Dietmar
  • Onnofriesisch
  • Fockefriesisch · Kurzform von Volkert
  • Broderfriesisch · der Bruder
  • Mennofriesisch · Kurzform von Meinhard
  • Jorikfriesisch · Form von Georg
  • Ubbofriesisch
  • Wiardfriesisch
  • Tjarkfriesisch · Form von Dietrich
  • Hilkofriesisch · der Kämpfer
  • Ennofriesisch
  • Ockefriesisch
  • Bendixfriesisch · Form von Benedikt
  • Harmfriesisch · Kurzform von Hermann
  • Renkefriesisch
  • Sönkefriesisch · kleiner Sohn
  • Theesfriesisch · Kurzform von Matthias

Mädchennamen

  • Antjefriesisch · Form von Anna
  • Fraukefriesisch · kleine Frau
  • Wiebkefriesisch · die Kämpferin
  • Silkefriesisch · Form von Cäcilia
  • Imkefriesisch · Kurzform von Irmgard
  • Nelefriesisch · Form von Cornelia
  • Tomkefriesisch
  • Fennafriesisch · die Friedliche
  • Hilkefriesisch · die Kämpferin
  • Maikefriesisch · Form von Maria
  • Riekefriesisch · Kurzform von Friederike
  • Swantjefriesisch · der Schwan
  • Taleafriesisch
  • Ennafriesisch
  • Gesafriesisch · Kurzform von Gertrud
  • Almuthfriesisch
  • Femkefriesisch · kleines Mädchen
  • Insafriesisch
  • Elkefriesisch · Kurzform von Adelheid
  • Wibkefriesisch · Nebenform von Wiebke

Für Mädchen und Jungen

  • Eikefriesisch · das Schwert

Woran man friesische Namen erkennt

Es gibt ein paar Muster, die sich durch fast die ganze Liste ziehen:

  • Die Endung -ke bei Mädchennamen. Imke, Wiebke, Frauke, Silke, Maike, Hilke – das -ke ist eine Verkleinerungssilbe, vergleichbar mit dem hochdeutschen -chen. Frauke heißt wörtlich also ungefähr „kleine Frau“.
  • Die Endung -o bei Jungennamen. Onno, Menno, Ubbo, Tammo, Focke. Auch hier steckt eine alte Koseform dahinter.
  • Kurz und konsonantenreich. Harm, Tjark, Broder, Eike. Die Namen sind am Sprechen orientiert, nicht am Schreiben – im plattdeutschen und friesischen Sprachraum ging es lange mündlich zu.

Das erklärt auch, warum die Schreibweisen schwanken: Wiebke und Wibke, Sönke und Soenke, Frauke und Frouke. Wenn Ihr Euch für einen dieser Namen entscheidet, legt Euch früh auf eine Schreibweise fest – nachgefragt wird trotzdem ein Leben lang.

Nordfriesisch, ostfriesisch, saterfriesisch

„Friesisch“ ist keine einzelne Sprache, sondern eine Gruppe. In Deutschland werden bis heute Nordfriesisch (Nordfriesland, Helgoland), Saterfriesisch (im Saterland bei Oldenburg) und – historisch – Ostfriesisch gesprochen. Die Namen stammen aus allen drei Räumen und mischen sich seit Jahrhunderten mit niederdeutschen und dänischen Formen.

Praktisch heißt das: Eine trennscharfe Zuordnung „dieser Name ist ostfriesisch, jener nordfriesisch“ ist meistens nicht möglich. Viele der Namen sind ohnehin auf beiden Seiten der Grenze zu Hause – zwischen Ostfriesland, Schleswig-Holstein und Dänemark gab es nie eine Sprachgrenze, die sauber mit einer Staatsgrenze zusammenfiel.

Passt ein friesischer Name auch ohne Bezug zur Küste?

Das fragen sich Eltern häufiger, und die ehrliche Antwort lautet: Ja, aber rechnet mit der Nachfrage. Namen wie Fiete, Nele oder Enno sind längst bundesweit verbreitet und wecken kaum noch regionale Assoziationen. Bei Tjark, Ubbo oder Swantje ist die Herkunft dagegen deutlich hörbar – dann kommt öfter die Frage, ob Ihr von dort stammt.

Das ist kein Argument dagegen, nur eine Realität, mit der man rechnen sollte. Viele Eltern empfinden es sogar als angenehm: Der Name hat eine Geschichte, über die man reden kann.

Namen merken, teilen, ausdrucken

Neben jedem Namen stehen zwei Schaltflächen:

  • ♡ Merken – legt den Namen auf Eure Liste. Unten erscheint eine Leiste mit der Anzahl.
  • ↗ Teilen – verschickt genau diesen einen Namen, etwa an den Partner: „Wie findest Du …?“

Die gesammelte Liste könnt Ihr als Link kopieren (der Empfänger sieht dieselbe Liste), per E-Mail verschicken oder ausdrucken – praktisch für den Küchentisch, wenn Ihr zu zweit aussortiert.

Gespeichert wird die Liste ausschließlich in Deinem Browser. Sie geht an keinen Server, wir sehen sie nicht, und es braucht kein Konto. Bei einem Gerätewechsel oder gelöschten Websitedaten ist sie weg – schick sie Dir dann vorher selbst als Link.

Zu den Bedeutungen: Namensdeutungen sind seltener eindeutig, als Ratgeber vermuten lassen. Viele Namen sind über Jahrhunderte durch mehrere Sprachen gewandert, manche Deutungen sind erst nachträglich entstanden. Wir nennen die gängige Herkunft – und lassen die Bedeutung weg, wo sie umstritten ist. Wer es genau wissen will, findet in der Fachliteratur oft mehrere Möglichkeiten.

Weitere Namenslisten

Alles, was Ihr gemerkt habt, sammelt sich auf Eurer Namensliste.

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