Schon in der Grundschule kann Nachhilfe eine wertvolle Unterstützung sein – nicht erst, wenn die Noten abrutschen. Richtig eingesetzt stärkt sie nicht nur das Wissen, sondern auch das Selbstvertrauen Deines Kindes. Hier erfährst Du, wann Nachhilfe sinnvoll ist und worauf Du achten solltest.
Wann ist Nachhilfe sinnvoll?
Nicht jede schlechte Note braucht gleich Nachhilfe. Sinnvoll wird sie, wenn Dein Kind in einem Fach den Anschluss verliert, das Üben zu Hause zu Streit führt oder das Selbstvertrauen leidet. Auch zum gezielten Aufholen nach einer Krankheit oder beim Übergang auf die weiterführende Schule kann sie helfen. Stecken hinter den Problemen beim Lesen und Schreiben mehr als Lücken im Stoff, reicht Nachhilfe oft nicht – mehr dazu im Beitrag zu Legasthenie und LRS.
Welche Formen gibt es?
- Einzelnachhilfe: individuell, aber meist teurer,
- Gruppennachhilfe: günstiger und mit sozialem Lerneffekt,
- Online-Nachhilfe: flexibel von zu Hause,
- Hilfe im Bekanntenkreis oder durch ältere Schüler.
Worauf Du achten solltest
Wichtig ist, dass die Chemie zwischen Kind und Nachhilfekraft stimmt und der Unterricht zum Lerntyp passt. Setz Dein Kind nicht unter Druck: Nachhilfe soll entlasten, nicht zusätzlichen Stress erzeugen. Behalte im Blick, ob die Unterstützung tatsächlich hilft. Steckt mehr dahinter als eine Lücke im Stoff – etwa anhaltende Probleme beim Rechnen oder Lesen –, helfen Dir unsere Ratgeber zur Dyskalkulie und zur Leseförderung weiter.
Häufige Frage
Ist Nachhilfe in der Grundschule nicht zu früh?
Nein, wenn sie behutsam und spielerisch eingesetzt wird. Gerade in der Grundschule geht es weniger um Leistungsdruck als darum, Lücken früh zu schließen und Freude am Lernen zu bewahren.
Was Nachhilfe kostet – und wer sie bezahlt
Die Preise liegen für Einzelnachhilfe meist zwischen zwanzig und vierzig Euro pro Stunde, in Gruppen bei Instituten oft zwischen zehn und zwanzig. Studierende und ältere Schülerinnen aus dem Umfeld sind günstiger und für Grundschulstoff häufig völlig ausreichend – hier zählt Geduld mehr als Fachtiefe.
Wenig bekannt ist, dass der Staat Nachhilfe bezahlen kann: Bezieht Deine Familie Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Sozialhilfe, Asylbewerberleistungen, Wohngeld oder Kinderzuschlag, kann Dein Kind über das Bildungs- und Teilhabepaket Lernförderung bekommen – wenn die Schule bestätigt, dass Förderung nötig ist, und selbst kein passendes Angebot hat. Die Lernförderung beantragst Du gesondert: mit Grundsicherungsgeld in der Regel beim Jobcenter, mit Sozialhilfe, Asylbewerberleistungen, Wohngeld oder Kinderzuschlag beim Kreis oder bei der kreisfreien Stadt, etwa im Rathaus oder Bürgeramt. Am besten klärst Du das, bevor die Nachhilfe beginnt. Eine Versetzungsgefährdung muss dafür seit einigen Jahren nicht mehr vorliegen. Viele Schulen bieten außerdem eigene Förderstunden an – die Nachfrage in der Klassenleitung kostet nichts und steht am Anfang. Wer für den Antrag zuständig ist, erklärt das Bundesarbeitsministerium; alle Leistungen, Beträge und Schritte findest Du in unserem Ratgeber Bildung und Teilhabe.
Woran erkenne ich, dass die Nachhilfe wirkt?
Nicht in erster Linie an der nächsten Note. Aussagekräftiger ist, ob Dein Kind entspannter an die Hausaufgaben geht und sich zutraut, eine Aufgabe allein anzufangen. Bleibt das nach etwa drei Monaten aus, passt entweder die Person oder die Form nicht.
