Wehen sind der Motor der Geburt – aber nicht jede Wehe bedeutet, dass es jetzt losgeht. Es gibt verschiedene Arten von Wehen, die ganz unterschiedliche Aufgaben haben. Hier erfährst Du, wie Du sie unterscheidest und wann es ernst wird.
Die verschiedenen Arten von Wehen
- Übungswehen (Braxton-Hicks): ab der zweiten Schwangerschaftshälfte, unregelmäßig und meist schmerzlos – Training für die Gebärmutter.
- Senkwehen: in den letzten Wochen; sie schieben das Baby tiefer ins Becken.
- Eröffnungswehen: die eigentlichen Geburtswehen, die den Muttermund öffnen – regelmäßig und zunehmend kräftig.
- Presswehen: in der Austreibungsphase, mit starkem Pressdrang.
- Nachwehen: nach der Geburt; sie helfen der Gebärmutter, sich zurückzubilden.
Echte oder unechte Wehen?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Regelmäßigkeit: Echte Geburtswehen kommen in immer kürzeren Abständen, werden stärker und lassen sich durch Ruhe oder ein warmes Bad nicht stoppen. Übungswehen dagegen bleiben unregelmäßig und klingen wieder ab. Mehr zum Ablauf liest Du unter Geburtsablauf.
Wann solltest Du in die Klinik?
Als Faustregel gilt für Erstgebärende: bei regelmäßigen Wehen im Abstand von etwa fünf Minuten über eine Stunde hinweg. Bei einem Blasensprung, Blutungen oder wenn Du unsicher bist, kontaktiere die Klinik oder Deine Hebamme sofort – unabhängig vom Wehenabstand.
Häufige Frage
Wie fühlen sich Wehen an?
Viele beschreiben sie als kräftiges, wellenartiges Ziehen oder als sehr starke Menstruationsschmerzen, die im Rücken und Unterbauch anfluten und wieder abebben.
Wie Du Senkwehen von echten Geburtswehen unterscheidest, erfährst Du in unserem Ratgeber dazu.
Wie weit der Muttermund geöffnet ist, gibt die Hebamme in Zentimetern an.
Wehen richtig messen
Beim Zählen wird häufig falsch gemessen, und das führt zu unnötiger Verwirrung. Der Wehenabstand wird von Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten genommen – nicht vom Ende der einen bis zum Anfang der nächsten. Wer falsch misst, kommt auf viel größere Abstände und fährt womöglich zu spät los.
Notiert werden drei Dinge: der Beginn, die Dauer und wie stark sie sich anfühlt. Eine geburtswirksame Wehe dauert etwa 45 bis 60 Sekunden. Ein einfaches Blatt Papier reicht dafür völlig; wer mag, nutzt eine App. Wichtig ist, nicht durchgehend zu messen – das macht nervös und lenkt von dem ab, was hilft. Miss lieber eine halbe Stunde am Stück, dann wieder eine Pause. Ein sinnvoller Anhalt für den Aufbruch ist der Rhythmus alle fünf Minuten, je etwa eine Minute, seit einer Stunde.
Warum ist der Muttermund in Zentimetern angegeben?
Weil er sich für die Geburt auf etwa zehn Zentimeter öffnen muss – das ist die Größe, bei der der Kopf durchtreten kann. Die Angabe sagt allerdings wenig über die verbleibende Dauer: Von drei auf zehn Zentimeter kann es Stunden dauern oder sehr schnell gehen.
