Die allermeisten Geburten verlaufen ohne größere Probleme. Trotzdem ist es beruhigend zu wissen, dass das Geburtsteam auf Komplikationen bestens vorbereitet ist und schnell reagieren kann. Hier bekommst Du einen Überblick über mögliche Komplikationen und wie ihnen begegnet wird.
Wenn die Geburt ins Stocken gerät
Manchmal kommt die Geburt nicht recht voran – etwa weil die Wehen nachlassen oder das Baby ungünstig liegt. Dann kann ein Wehentropf die Wehen unterstützen, oder es helfen Lagewechsel. Reicht das nicht, kommen eine Saugglocke, eine Zange oder ein Notkaiserschnitt infrage.
Mögliche Komplikationen im Überblick
- Auffällige Herztöne des Babys: werden per CTG überwacht; bei Bedarf wird die Geburt beschleunigt.
- Lageanomalien: etwa eine Beckenendlage.
- Probleme mit der Plazenta oder Nabelschnur.
- Stärkere Blutungen während oder nach der Geburt.
Du bist in guten Händen
Hebammen und Ärzte überwachen Mutter und Kind während der gesamten Geburt engmaschig. Tritt eine Komplikation auf, gibt es für jede Situation ein eingespieltes Vorgehen. Vertrauen in das Team nimmt viel von der Angst.
Häufige Frage
Kann ich Komplikationen vorbeugen?
Vollständig verhindern lassen sie sich nicht. Regelmäßige Vorsorge, eine gute Geburtsvorbereitung und die Wahl einer passenden Geburtsklinik senken aber das Risiko und sorgen für schnelle Hilfe im Ernstfall.
Wie schnell ein Notkaiserschnitt tatsächlich geht
Der Begriff macht mehr Angst als die Sache selbst, weil kaum jemand weiß, wie das Team dabei arbeitet. Für den echten Notfall gilt eine Entschluss-Entwicklungs-Zeit von maximal zwanzig Minuten – vom Entschluss bis zur Geburt des Kindes. In der Praxis liegen die meisten Kliniken deutlich darunter; geübte Teams schaffen es in unter zehn. Dafür gibt es einen festen Alarmablauf, bei dem Anästhesie, Kinderärztin und OP-Team gleichzeitig gerufen werden.
Zwei Situationen erklären, warum es so schnell gehen muss: der Nabelschnurvorfall, bei dem die Nabelschnur vor den Kopf rutscht und abgedrückt wird, und die vorzeitige Ablösung der Plazenta. Beides ist selten. Die häufigere Schulterdystokie – die Schulter bleibt nach dem Kopf hängen – wird dagegen nicht operativ gelöst, sondern durch festgelegte Handgriffe und Lagerungen, die jedes Geburtsteam regelmäßig trainiert.
Bin ich beim Notkaiserschnitt wach?
Meist nicht – im echten Notfall ist eine Vollnarkose schneller als eine Regionalanästhesie. Bei einem eiligen, aber nicht lebensbedrohlichen Kaiserschnitt bleibt oft Zeit für eine Spinalanästhesie, dann bist Du wach und kannst Dein Kind direkt sehen.
