Irgendwann kommt für jede Stillbeziehung der Zeitpunkt des Abschieds von der Brust. Ob Dein Baby von selbst das Interesse verliert oder Du das Abstillen anstößt – mit etwas Geduld gelingt der Übergang sanft und ohne Tränen. Hier erfährst Du, wie das unkompliziert klappt.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Den einen richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, in den ersten sechs Monaten voll zu stillen und danach neben der Beikost weiterzustillen, solange es für Euch beide passt. Ob nach einem halben Jahr oder erst im Kleinkindalter abgestillt wird, entscheidet Ihr gemeinsam.
Sanft abstillen – so geht’s
- Schritt für Schritt: Ersetze nach und nach jeweils eine Stillmahlzeit durch Beikost oder die Flasche.
- Genug Zeit lassen: So kann sich die Milchproduktion langsam zurückbilden – das beugt einem Milchstau vor.
- Nähe geben: Ersetze die Stillnähe durch Kuscheln, damit der Abschied für Dein Baby leichter wird.
Nicht abrupt abstillen
Ein plötzliches Abstillen belastet Dich und Dein Baby unnötig und erhöht das Risiko für Milchstau und Brustentzündung. Plane den Prozess daher über mehrere Wochen.
Häufige Frage
Was, wenn mein Baby nicht aufhören will?
Geduld hilft. Reduziere die Stillmahlzeiten langsam, biete liebevolle Alternativen an, und lass Deinem Kind Zeit, sich umzugewöhnen.
Was der Brust beim Abstillen hilft
Wird eine Stillmahlzeit weggelassen, spannt die Brust in den ersten Tagen. Wichtig ist dabei die Regel: nur so viel entleeren, dass der Druck nachlässt – nicht leer pumpen. Jede vollständige Entleerung meldet dem Körper „mehr produzieren“ und verlängert das Abstillen. Handentleerung unter der Dusche reicht meist.
Kühlen zwischen den Mahlzeiten lindert zuverlässig, etwa mit Quarkwickeln oder gekühlten Kompressen. Salbei- und Pfefferminztee gelten als milde Bremse für die Milchbildung; zwei bis drei Tassen täglich sind üblich. Ein enger Verband, wie ihn frühere Generationen empfohlen bekamen, ist dagegen überholt – er begünstigt Milchstau und Entzündung. Medikamente zum Abstillen gibt es, sie werden wegen möglicher Nebenwirkungen aber nur in begründeten Fällen verordnet.
Wie lange dauert es, bis die Milch versiegt?
Bei schrittweisem Abstillen meist zwei bis sechs Wochen. Dass sich noch Monate später einzelne Tropfen gewinnen lassen, ist völlig normal und kein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.
