Pränataldiagnostik umfasst alle Untersuchungen, mit denen sich vor der Geburt Erkenntnisse über die Gesundheit des Babys gewinnen lassen. Sie reicht von einfachen, risikolosen Verfahren bis zu eingreifenden Untersuchungen. Hier bekommst Du einen Überblick – und erfährst, warum eine gute Beratung dabei so wichtig ist.
Nicht-invasive Verfahren
Diese Untersuchungen sind für das Baby ungefährlich:
- Ultraschall und Feindiagnostik: Beurteilung von Wachstum und Organen.
- Nackenfaltenmessung: Teil des Ersttrimester-Screenings.
- NIPT (nicht-invasiver Pränataltest): ein Bluttest, der das Erbgut des Kindes im mütterlichen Blut analysiert. Seit 2022 ist er in begründeten Einzelfällen nach ärztlicher Beratung eine Kassenleistung.
Invasive Verfahren
Sie liefern sichere Diagnosen, sind aber mit einem geringen Fehlgeburtsrisiko verbunden und werden nur bei klarer Indikation durchgeführt:
- Chorionzottenbiopsie: Entnahme von Gewebe aus dem Mutterkuchen, etwa ab der 11. SSW.
- Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese): Entnahme von Fruchtwasser, in der Regel ab der 15. SSW.
Beratung und das Recht auf Nichtwissen
Vor einer weiterführenden Pränataldiagnostik hast Du Anspruch auf eine ausführliche Beratung. Du entscheidest selbst, welche Untersuchungen Du durchführen lassen möchtest – und welche nicht. Niemand darf Dich dazu drängen.
Häufige Frage
Muss ich Pränataldiagnostik machen lassen?
Nein. Alle Untersuchungen über die Basis-Vorsorge hinaus sind freiwillig. Nimm Dir Zeit für die Entscheidung und nutze das Beratungsangebot.
Die Zahlen zum Risiko – und wo Du Beratung bekommst
Zum eingreifenden Teil gehört eine konkrete Zahl, die selten genannt wird. Das Fehlgeburtsrisiko der Fruchtwasseruntersuchung wurde früher mit etwa einem Prozent angegeben; neuere Auswertungen aus erfahrenen Zentren liegen deutlich darunter, im Bereich von etwa 0,1 bis 0,3 Prozent. Für die Chorionzottenbiopsie gilt Ähnliches. Das Risiko ist damit gering, aber vorhanden – und es ist der Grund, warum diese Verfahren erst nach auffälligem Vorbefund empfohlen werden.
Wichtiger als jede Zahl ist die Frage vorher: Was würde ich mit dem Ergebnis anfangen? Dafür gibt es eigene Beratungsangebote – psychosoziale Beratungsstellen nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz, unabhängig von der behandelnden Praxis, kostenlos und auf Wunsch anonym. Auf diese Beratung hast Du einen Anspruch, und sie steht Dir auch dann zu, wenn ein Befund bereits feststeht.
Wie lange dauert es, bis ein Ergebnis vorliegt?
Ein Schnelltest auf die häufigsten Trisomien liefert meist innerhalb von ein bis zwei Werktagen ein Ergebnis. Die vollständige Chromosomenanalyse braucht rund zwei Wochen, weil die Zellen dafür erst angezüchtet werden müssen.
