Infektionen in der Schwangerschaft – Risiken und Schutz

Manche Infektionen, die für Dich harmlos wären, können in der Schwangerschaft das Baby gefährden. Die gute Nachricht: Mit etwas Wissen, Hygiene und Vorsorge lässt sich das Risiko deutlich senken. Hier bekommst Du einen Überblick über die wichtigsten Infektionen und den Schutz davor.

Die bekanntesten Infektionen

  • Röteln: können dem Baby schaden – ein Impfschutz sollte idealerweise schon vor der Schwangerschaft bestehen.
  • Toxoplasmose: übertragbar über rohes Fleisch und Katzenkot. Achte auf Hygiene und durchgegartes Fleisch.
  • Listeriose: lauert in Rohmilchprodukten, rohem Fleisch und Fisch – diese also meiden.
  • Zytomegalie (CMV): häufig über Kleinkinder übertragen; gründliches Händewaschen schützt.
  • Ringelröteln und Windpocken: bei fehlendem Schutz Kontakt zu Erkrankten meiden.
  • B-Streptokokken: Ein Abstrich gegen Ende der Schwangerschaft zeigt, ob Du diese Bakterien trägst. Ist das der Fall, bekommst Du unter der Geburt ein Antibiotikum, das Dein Baby vor einer Ansteckung schützen soll. Der Test gehört nicht zu den Untersuchungen der Mutterschafts-Richtlinie; ohne besonderen Anlass zahlst Du ihn deshalb meist selbst. Manche Krankenkassen übernehmen ihn freiwillig – frag vorher nach.

So schützt Du Dich

  • gründliche Händehygiene, besonders nach Kontakt mit Erde, Tieren oder kleinen Kindern,
  • Fleisch und Fisch nur gut durchgegart, keine Rohmilchprodukte (siehe Ernährung),
  • Impfschutz möglichst vor der Schwangerschaft prüfen lassen,
  • bei Fieber oder Krankheitszeichen ärztlichen Rat einholen.

Vorsorge gibt Sicherheit

Viele Infektionen werden im Rahmen der Vorsorge über Blutuntersuchungen abgeklärt. So weißt Du frühzeitig, wo Schutz besteht und wo Du besonders achtsam sein solltest.

Häufige Frage

Muss ich meine Katze abgeben?

Nein. Überlasse das Reinigen des Katzenklos möglichst jemand anderem, wasche Dir die Hände und lass Deinen Toxoplasmose-Status prüfen – das genügt in der Regel. Für die Küche gilt eine eigene Regel: Toxoplasmen können auch in rohem Fleisch stecken – was das für Salami, Mettwurst und Schinken bedeutet, steht im Beitrag Salami in der Schwangerschaft.

Impfungen in der Schwangerschaft

Zwei Impfungen empfiehlt die STIKO allen Schwangeren ausdrücklich. Die gegen Keuchhusten schützt vor allem Dein Baby, die gegen Grippe in erster Linie Dich selbst – eine Schwangerschaft erhöht das Risiko für einen schweren Grippeverlauf. Die Keuchhusten-Impfung ist in jeder Schwangerschaft vorgesehen, und zwar möglichst früh im dritten Trimester, also ab der 28. Schwangerschaftswoche – auch dann, wenn zuletzt vor wenigen Jahren geimpft wurde. Ist eine Frühgeburt wahrscheinlich, wird die Impfung ins zweite Trimester vorgezogen (infektionsschutz.de; RKI-FAQ zur Pertussis-Impfung). Grund: Die Antikörper gehen auf das Kind über und schützen es in den ersten Lebensmonaten, bevor es selbst geimpft werden kann. Keuchhusten verläuft bei jungen Säuglingen besonders gefährlich.

Die Grippeimpfung wird ab dem zweiten Trimester empfohlen, bei Vorerkrankungen schon früher. Beide sind Totimpfstoffe und in der Schwangerschaft unbedenklich. Nicht gegeben werden dagegen Lebendimpfstoffe wie die gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken – diese gehören idealerweise vor eine geplante Schwangerschaft, mit einem Abstand von etwa einem Monat.

Dazu kommt COVID-19: Ist Deine Grundimmunität noch unvollständig, empfiehlt die STIKO Dir die fehlenden Impfungen ab dem zweiten Trimester, bevorzugt mit einem mRNA-Impfstoff. Vollständig ist sie nach mindestens drei Impfungen oder Infektionen, darunter mindestens eine Impfung. Ist das bei Dir erreicht und bist Du gesund, empfiehlt die STIKO derzeit keine jährliche Auffrischung in der Schwangerschaft.

Eine RSV-Impfung in der Schwangerschaft gehört bislang nicht zu den STIKO-Empfehlungen. Die STIKO setzt stattdessen direkt beim Baby an: Alle Neugeborenen und Säuglinge sollen in ihrer ersten RSV-Saison einen schützenden Antikörper bekommen. Kommt Dein Kind während der Saison zur Welt, meist zwischen Oktober und März, erhält es ihn möglichst bald nach der Geburt, idealerweise bei der Entlassung aus der Geburtsklinik oder bei der U2. Wird es zwischen April und September geboren, bekommt es ihn im Herbst vor seiner ersten Saison. Hast Du in der Schwangerschaft eine RSV-Impfung bekommen, braucht ein gesundes Neugeborenes den Antikörper in der Regel nicht. Das gilt nicht, wenn die Impfung weniger als zwei Wochen vor der Geburt lag oder Dein Kind bekannte Risikofaktoren hat – sag der Geburtsklinik und der Kinderarztpraxis deshalb Bescheid. Welche Impfungen Dein Kind danach bekommt, zeigt unser Impfkalender; alle Empfehlungen im Wortlaut stehen in den STIKO-Empfehlungen 2026 (Epidemiologisches Bulletin 4/2026).

Sollte sich auch mein Partner impfen lassen?

Beim Keuchhusten ja – das nennt sich Kokonstrategie: Wenn alle engen Bezugspersonen geschützt sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass das Neugeborene angesteckt wird. Das gilt auch für Großeltern und Geschwister, deren Impfschutz oft Jahrzehnte zurückliegt.

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