Die echte Grippe (Influenza) ist mehr als eine starke Erkältung – gerade für Kinder kann sie unangenehm und in seltenen Fällen ernst verlaufen. Mit dem richtigen Wissen erkennst Du die Anzeichen früh und weißt, was zu tun ist. Hier erfährst Du das Wichtigste über Influenza bei Kindern.
Grippe oder Erkältung?
Anders als ein gewöhnlicher Infekt beginnt die Influenza meist plötzlich und heftig: hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und ausgeprägte Müdigkeit. Während eine Erkältung sich langsam aufbaut, fühlt sich ein Kind mit Grippe oft von einem Moment auf den anderen richtig krank.
Was Deinem Kind hilft
- Ruhe und Schlaf: Der Körper braucht Kraft für die Abwehr.
- Viel trinken: Fieber kostet Flüssigkeit.
- Fieber lindern bei Bedarf mit kinderärztlich empfohlenen Mitteln,
- leichte Kost, wenn Dein Kind Appetit hat.
Antibiotika helfen gegen Viren nicht – sie kommen nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion infrage.
Wann zur Ärztin?
Bei sehr hohem oder anhaltendem Fieber, Atemnot, Teilnahmslosigkeit, anhaltendem Erbrechen oder wenn es Deinem Kind zunehmend schlechter geht, solltest Du ärztlichen Rat einholen – bei Säuglingen grundsätzlich früher.
Vorbeugen
Gründliches Händewaschen senkt das Ansteckungsrisiko. Für bestimmte Kinder – etwa mit Vorerkrankungen – wird eine jährliche Grippeimpfung empfohlen; sprich das mit der Kinderärztin ab. Mehr zum Impfschutz liest Du im Impfkalender.
Häufige Frage
Wie lange ist mein Kind ansteckend?
In der Regel ab kurz vor den ersten Symptomen bis etwa eine Woche danach. Solange Dein Kind Fieber hat und sich krank fühlt, sollte es zu Hause bleiben.
Fieber senken – und was Kinder nicht bekommen dürfen
Fieber ist eine sinnvolle Abwehrreaktion und muss nicht bei jedem Wert gesenkt werden – entscheidend ist, wie es dem Kind geht. Ein Kind, das bei 39 Grad noch spielt und trinkt, braucht kein Medikament; eines, das bei 38,5 Grad leidet, schon. Zugelassen für Kinder sind Paracetamol und Ibuprofen, jeweils gewichtsbezogen dosiert – nicht nach Alter und nicht nach Augenmaß.
Ausdrücklich nicht gegeben wird Kindern und Jugendlichen bei fieberhaften Virusinfekten Acetylsalicylsäure, also der Wirkstoff in gängigen Kopfschmerztabletten für Erwachsene. Sie steht im Zusammenhang mit dem sehr seltenen, aber schwerwiegenden Reye-Syndrom. Bewährte Hausmittel bleiben Wadenwickel (nur bei warmen Beinen) und vor allem: viel trinken lassen. Bei Säuglingen unter drei Monaten gilt jedes Fieber als Grund für einen ärztlichen Kontakt.
Was ist ein Fieberkrampf?
Ein Krampfanfall, ausgelöst durch schnellen Fieberanstieg, meist zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr. Er sieht dramatisch aus, endet aber meist nach wenigen Minuten von selbst. Kind auf die Seite legen, nichts in den Mund schieben, auf die Uhr schauen – und beim ersten Mal immer den Notruf wählen.
