Brustentzündung (Mastitis) – Anzeichen, Behandlung, Vorbeugen

Eine Brustentzündung (Mastitis) trifft viele stillende Mütter – und fühlt sich an wie eine plötzliche Grippe. Mit der richtigen Behandlung ist sie aber gut beherrschbar. Hier erfährst Du, wie sie entsteht, was hilft und wann Du zur Ärztin solltest.

Wie entsteht eine Brustentzündung?

Häufig entwickelt sich eine Mastitis aus einem nicht gelösten Milchstau, manchmal kommen Bakterien über kleine Risse in der Brustwarze hinzu. Typische Anzeichen sind eine gerötete, überwärmte und schmerzende Stelle in der Brust – begleitet von Fieber und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl.

Was hilft?

  • Weiterstillen: Auch bei einer Brustentzündung darfst und solltest Du in der Regel weiterstillen, um die Brust zu entleeren.
  • Schonung und Bettruhe: Dein Körper braucht jetzt Erholung.
  • Wärme vor, Kälte nach dem Stillen und sanftes Ausstreichen.
  • Ärztliche Behandlung: Bei Fieber über etwa 38,5 °C oder ausbleibender Besserung sind Medikamente – manchmal ein stillverträgliches Antibiotikum – nötig.

Vorbeugen

Achte auf das richtige Anlegen, vermeide Druckstellen durch zu enge BHs und löse einen Milchstau frühzeitig. So senkst Du das Risiko deutlich.

Häufige Frage

Schadet die Entzündung meinem Baby?

Nein. Die Milch ist für Dein Baby unbedenklich, und das Weiterstillen unterstützt sogar die Heilung. Hol bei Fieber aber zeitnah ärztlichen Rat.

Wenn es nicht besser wird

Eine behandelte Mastitis bessert sich üblicherweise innerhalb von zwei bis drei Tagen deutlich. Bleibt das Fieber, verhärtet sich die Stelle weiter oder fühlt sie sich prall und fluktuierend an, kann sich ein Abszess gebildet haben – eine abgekapselte Eiteransammlung. Das lässt sich im Ultraschall gut erkennen und wird meist durch Punktion entlastet, seltener durch einen kleinen Schnitt. Auch dann darf in aller Regel weitergestillt werden, oft sogar an der betroffenen Brust.

Wichtig ist außerdem, ein verordnetes Antibiotikum vollständig zu Ende zu nehmen, auch wenn es nach zwei Tagen deutlich besser geht. Vorzeitiges Absetzen ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass die Entzündung kurz darauf zurückkehrt. Stillverträgliche Präparate sind gut verfügbar – bestehe darauf, dass die Stillzeit bei der Verordnung berücksichtigt wird.

Muss ich die Milch aus der entzündeten Brust verwerfen?

Nein. Die Milch ist für das Kind unbedenklich, auch unter Antibiotikatherapie mit einem stillverträglichen Präparat. Sie kann vorübergehend salziger schmecken, weshalb manche Babys an dieser Brust zögern – dann erst an der gesunden Seite beginnen.

Nach oben scrollen