Senkwehen: Woran Du sie erkennst und wie Du sie von Geburtswehen unterscheidest

Der Bauch wird plötzlich hart, es zieht im Rücken, und der Druck nach unten nimmt zu. Sind das schon Wehen? Meistens sind es Senkwehen – und die gehören zur Vorbereitung, nicht zur Geburt.

Hier erfährst Du, wann Senkwehen auftreten, wie sie sich anfühlen und mit welchem einfachen Test Du sie von echten Geburtswehen unterscheidest.

Die drei Wehenarten im Überblick

Art Ab wann Was sie bewirken
Übungswehen (Braxton-Hicks) etwa ab der 20. bis 25. SSW Die Gebärmuttermuskulatur trainiert. Unregelmäßig, meist schmerzlos.
Senkwehen etwa ab der 35. bis 36. SSW Das Kind rutscht tiefer ins Becken. Unregelmäßig, aber deutlich spürbar.
Geburtswehen mit Geburtsbeginn Der Muttermund öffnet sich. Regelmäßig, werden stärker und häufiger.

Wie sich Senkwehen anfühlen

Senkwehen sind kräftiger als Übungswehen und können durchaus wehtun – deshalb werden sie so oft für den Geburtsbeginn gehalten. Typisch ist:

  • Der Bauch wird für etwa 30 bis 60 Sekunden hart.
  • Es zieht im unteren Rücken, in den Leisten oder in den Oberschenkeln.
  • Der Druck nach unten nimmt zu, manche spüren ihn bis in den Beckenboden.
  • Sie kommen unregelmäßig – mal mehrere hintereinander, dann stundenlang nichts.

Ihr Zweck steckt im Namen: Das Kind senkt sich tiefer ins Becken und geht in Startposition. Viele Frauen merken das daran, dass das Atmen leichter wird, weil der Druck auf den Magen nachlässt – dafür drückt es jetzt auf die Blase.

Der Badetest: Senkwehen oder Geburt?

Es gibt einen einfachen und in der Praxis bewährten Test: Nimm ein warmes Bad.

  • Werden die Wehen schwächer oder hören auf → sehr wahrscheinlich Senkwehen. Die Wärme entspannt die Muskulatur.
  • Bleiben sie gleich oder werden stärker und regelmäßiger → das spricht für Geburtsbeginn.

Das zweite Unterscheidungsmerkmal ist die Regelmäßigkeit. Schreib die Abstände auf: Geburtswehen kommen in immer kürzeren Intervallen und werden intensiver. Senkwehen bleiben unregelmäßig und lassen wieder nach.

Was bei Senkwehen hilft

  • Warmes Bad – wirkt und ist gleichzeitig der Test von oben.
  • Ruhe und Positionswechsel. Senkwehen treten häufiger auf, wenn Du Dich viel bewegt oder überanstrengt hast. Hinlegen und die Seite wechseln hilft oft.
  • Ausreichend trinken. Flüssigkeitsmangel kann die Gebärmutter reizbarer machen.
  • Wärme auf dem unteren Rücken, etwa mit einem Kirschkernkissen.

Wann Du in der Klinik anrufen solltest

  • regelmäßige Wehen vor der 37. SSW – das könnte vorzeitige Wehentätigkeit sein
  • mehr als etwa zehn Wehen pro Stunde über längere Zeit
  • Wehen im Abstand von fünf Minuten über eine Stunde hinweg
  • Blutung, Fruchtwasserabgang oder Fieber
  • deutlich weniger Kindsbewegungen
  • starke, anhaltende Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen

Wenn die Geburt tatsächlich losgeht, findest Du in unserem Ratgeber alles zu den Wehen und zu den Möglichkeiten, den Geburtsschmerz zu lindern.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es nach den ersten Senkwehen bis zur Geburt?

Das lässt sich nicht vorhersagen. Senkwehen können über Wochen auftreten. Bei manchen Frauen setzen sie erst kurz vor der Geburt ein, bei anderen schon ab der 35. Woche.

Sind Senkwehen bei jeder Schwangerschaft gleich?

Nein. Beim zweiten Kind senkt sich der Bauch oft erst später, teilweise erst mit Geburtsbeginn – das ist kein schlechtes Zeichen.

Kann man Senkwehen verhindern?

Nein, und man sollte es auch nicht. Sie sind ein sinnvoller Teil der Geburtsvorbereitung. Nur bei sehr häufigen oder schmerzhaften Wehen vor der 37. Woche gehört das ärztlich abgeklärt.

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