Die Brust spannt, Dir ist morgens flau, und die Periode ist zwei Tage überfällig – ist das jetzt eine Schwangerschaft? Die ehrliche Antwort lautet: Für sich genommen beweist keines dieser Anzeichen etwas. Fast alle frühen Symptome lassen sich genauso durch das Hormon Progesteron in der zweiten Zyklushälfte erklären.
Hier erfährst Du, welche Anzeichen es gibt, wie die Medizin sie einordnet und ab wann ein Test verlässlich ist.
Unsichere, wahrscheinliche und sichere Zeichen
Die Medizin unterscheidet drei Gruppen – und diese Einteilung nimmt viel Rätselraten aus der Sache:
| Gruppe | Was dazugehört | Aussagekraft |
|---|---|---|
| Unsicher | ausbleibende Periode, Übelkeit, Brustspannen, Müdigkeit, häufiges Wasserlassen, Geruchsempfindlichkeit, Stimmungsschwankungen | können auch andere Ursachen haben |
| Wahrscheinlich | positiver Schwangerschaftstest (hCG im Urin), Veränderungen am Gebärmutterhals | sehr guter Hinweis, aber kein Beweis |
| Sicher | Nachweis im Ultraschall, kindlicher Herzschlag, später spürbare Kindsbewegungen | eindeutig |
Die frühen Anzeichen im Einzelnen
Ausbleiben der Periode
Das deutlichste unsichere Zeichen – vorausgesetzt, Dein Zyklus ist normalerweise regelmäßig. Stress, Krankheit, Reisen, Gewichtsveränderungen und Schilddrüsenprobleme können die Periode ebenfalls verschieben.
Brustspannen und empfindliche Brustwarzen
Oft eines der ersten Anzeichen, manchmal schon vor dem Ausbleiben der Periode. Der Haken: Genau dasselbe passiert bei vielen Frauen prämenstruell.
Übelkeit
Sie beginnt typischerweise erst um die sechste Woche, also gut zwei Wochen nach dem Ausbleiben der Periode – und trifft längst nicht alle. Keine Übelkeit zu haben, spricht nicht gegen eine Schwangerschaft.
Müdigkeit
Eine sehr ausgeprägte Erschöpfung in der Frühschwangerschaft ist häufig und geht auf den steigenden Progesteronspiegel zurück.
Häufiges Wasserlassen
Beginnt früher, als viele denken – nicht erst, wenn die Gebärmutter drückt, sondern schon durch die veränderte Durchblutung im Becken.
Einnistungsblutung
Eine leichte Schmierblutung etwa fünf bis sieben Tage vor der erwarteten Periode. Sie ist schwächer und kürzer als eine Regelblutung, oft hellrot oder bräunlich. Viele Frauen halten sie für eine zu früh einsetzende Periode. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zur Einnistungsblutung.
Ab wann ist ein Test verlässlich?
Handelsübliche Tests weisen das Schwangerschaftshormon hCG im Urin nach. Verlässlich wird das Ergebnis ab dem Tag der erwarteten Periode, deutlich sicherer eine Woche danach.
Frühtests versprechen ein Ergebnis schon einige Tage vorher – dabei steigen aber die falsch negativen Ergebnisse. Ein negativer Frühtest bei ausbleibender Periode sollte deshalb nach ein paar Tagen wiederholt werden. Alle Einzelheiten stehen im Ratgeber zum Schwangerschaftstest.
Und dann?
Ist der Test positiv, vereinbare einen Termin bei der Frauenärztin. Der erste Ultraschall ist zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche vorgesehen – ein früherer Termin dient meist dazu, den Sitz der Schwangerschaft zu bestätigen. Was dann folgt, zeigt der Ratgeber zur Vorsorge.
Zwei Dinge lohnen sich sofort, unabhängig vom Termin: auf Alkohol und Nikotin verzichten und die Einnahme von Folsäure mit der Ärztin besprechen.
Häufige Fragen
Kann ich schwanger sein und trotzdem eine Blutung haben?
Leichte Blutungen kommen in der Frühschwangerschaft vor, etwa als Einnistungsblutung. Eine stärkere Blutung sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Wie früh spürt man eine Schwangerschaft?
Manche Frauen berichten von einem Gefühl schon vor dem Ausbleiben der Periode, andere merken wochenlang nichts. Beides ist normal – aus der Stärke der Symptome lässt sich nichts über den Verlauf ableiten.
Kann ein Test falsch positiv sein?
Selten, aber möglich – etwa nach einer hCG-Gabe im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung oder bei sehr früher, sich nicht fortsetzender Schwangerschaft.
Steht der Test fest, zeigt Dir der SSW-Rechner in welcher Woche Du bist.
Wie es weitergeht, beschreiben wir Woche für Woche – los geht es mit der 5. SSW.